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Kaarst: Günstig: Müllabfuhr in Kaarst

VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 12.08.2010

Kaarst (NGZ). Der Bund der Steuerzahler hat die Stadt für eine Senkung der Abfallgebühren um 11,2 Prozent gelobt. Auch was die Kosten für das Abwasser betrifft, hat Kaarst kreisweit die Nase vorn.

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Altpapierentsorgung

Die Firma Schönmackers übernimmt in Kaarst derzeit auch die Altpapierentsorgung.

Bislang hat der Kreis die gewerbliche Papiersammlung geduldet – jetzt tut er das nicht mehr.

Ab kommenden Jahr übernimmt die Stadt wieder die Sammlung, dafür bekommt sie vom Kreis eine Rückvergütung.

In keiner anderen Kommune im Rhein-Kreis Neuss lebt es sich derzeit günstiger, als in Kaarst – jedenfalls, was die Abwasser- und Müllgebühren betrifft. Seit 19 Jahren fragt der Bund der Steuerzahler alljährlich die Höhe derselben in allen 396 NRW-Kommunen ab. Aus Kaarster Sicht kann sich das Ergebnis sehen lassen.

So konnte der Preis für die 14-tägige Leerung im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 Prozent gesenkt werden. Statt 200,24 Euro zahlen die Kaarster für eine 120-Liter-Tonne jetzt nur noch 177,73 Euro. Auch, was die Abwassergebührenbelastung betrifft, hat Kaarst im Kreisvergleich die Nase vorn. Für einen fiktiven Vier-Personen-Musterhaushalt, der 200 Kubikmeter Frischwasser verbraucht und 130 Quadratmeter Fläche auf seinem Grundstück vorhält, werden in Kaarst 478,30 Euro berechnet. Zum Vergleich: In Rommerskirchen fallen für denselben Vier-Personen-Haushalt 961,50 Euro an. Rommerskirchen ist abwassergebührentechnisch derzeit die teuerste Kommune im Kreis, Kaarst die günstigste, auch wenn die Kosten im Vergleich von 2009 zu 2010 um 6,7 Prozent gestiegen sind.

"Was den relativ hohen Anstieg betrifft", sagt Manfred Meuter, Technischer Dezernent, "muss man sehen, dass sich die Abwassergebühren in Kaarst in der Vergangenheit auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt haben." 6,7 Prozent hörten sich im ersten Moment viel an, seien in Wirklichkeit aber relativ wenig. Der größte Preisfaktor beim Abwasser sei in Kaarst die Kläranlage des Erftverbandes. "Wenn dort der Strom teurer wird, dann müssen auch wir mehr zahlen."

Eine weitere Möglichkeit, die Abwassergebühr zu beeinflussen, sind allerdings auch die sogenannten kalkulatorischen Kosten, sprich die unterschiedlichen Formen der Abschreibung für die Kanalisation. Manche Kommunen gehen vom günstigeren Anschaffungswert, andere – wie Kaarst – vom höheren Wiederbeschaffungszeitwert aus. "Unsere Preise", sagt Meuter, "sind trotzdem unten geblieben."

Bei den Abfallgebühren bestimmen derweil – neben den Kosten für die Müll-Verbrennung – die Größe der Tonnen und der Leerungs-Rhythmus den Preis. In Kaarst wird mindestens 14-tägig geleert. Das ist günstiger als ein wöchentlicher Turnus. Auswirkungen auf die Abfallgebühren, sagt Meuter, habe in Kaarst auch eine Umstellung im Restmüll- und Biotonnenbereich gehabt. Hauseigentümer, die eine zusätzliche braune Tonne benötigen, zahlen mittlerweile zusätzlich. Das, sagt Meuter, habe auf der anderen Seite für mehr Gebührengerechtigkeit gesorgt.

Der Bund der Steuerzahler hob lobend hervor, dass Kaarst den Vertrag für die Müllentsorgung pflichtgemäß europaweit ausgeschrieben und so ein günstiges Angebot erzielt. "Beworben", sagt Meuter, "haben sich auf die internationale Ausschreibung allerdings nur deutsche Unternehmen."

Quelle: NGZ


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