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Kaarst: Hackerangriff auf "Kaarst total"

VON PETER BÖTTNER - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 21:30

Kaarst (NGZ). Seit drei Tagen ist die Internetseite des Kaarster Stadtfestes ohne Inhalt. Initiativkreis und Wirtschaftsförderung vermuten einen Hackerangriff. Ein Serverproblem schließt der Anbieter jedenfalls aus.

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Hacker und hacken

Als Hacker wird jemand bezeichnet, der über ein Netzwerk in Computersysteme eindringt. Dabei ist zwischen bösartigen Attacken und solchen "Hacks" zu unterscheiden, die nur Schwachstellen eines Systems aufzeigen wollen. Als bösartiger "Hack" ist etwa der Angriff von Vladimir Levin 1994 auf die Citybank zu werten. Mehr als 10 Millionen Dollar ergaunerte der Russe, wurde aber gefasst.

Kaarst Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen war so siegesgewiss. Das Nena-Konzert beim Kaarster Stadtfest "Kaarst total" hatte der Berufsoptimist eigentlich schon als gesichert verbucht. "Mit unseren Netzwerken schaffen wird das", unterstrich Güsgen noch in der Vorwoche seine Ambitionen beim WDR 2-Gewinnspiel. Doch der Optimismus hat einen herben Dämpfer erlitten. Denn seit Dienstag Nachmittag ist die Plattform des Initiativkreises, die Internetseite www.kaarst-total.de, wie leergefegt. Für Güsgen ist die Sache klar: "Wir sind das Opfer eines bösartigen Hacker-Angriffs geworden."

Doch welche Intention sollte Hacker haben, ausgerechnet den Machern von Kaarst total zu schaden? Auch dafür hat Güsgen eine einfache Antwort. "Der Zusammenhang mit der WDR 2-Aktion ist doch offensichtlich. Wir werben überall in Kaarst für die Stimmabgabe. Alle Kaarster sollen sich über die Internetseite von ,Kaarst total' informieren und werden von dort zu WDR 2 weitergeleitet. Offensichtlich wollte uns ein Mitkonkurrent schaden."

Auch der gerade erst zum Vorsitzenden des Initiativkreises gewählte Bernd Espeter fragt sich, "ob unser Siegeszug aufgehalten werden soll". Tatsache ist, dass die Seite derzeit keinen Inhalt liefert. Betreiber der Seite ist der Kaarster Medienexperte Benjamin Heich. Er hält sich mit seiner Erklärung zurück: "Ich möchte derzeit noch nicht in letzter Konsequenz von einem Angriff sprechen."

Heich machen insbesondere die fehlenden Spuren der vermeintlichen Attacke stutzig: "Hacker hinterlassen häufig einen Schriftzug auf der Seite, einen Banner mit ihrem Namen. Damit wollen sie auf ihre Leistung aufmerksam machen." Und auch verräterische Einwahldaten auf dem Server will Heich noch nicht ausfindig gemacht haben. Seltsam mutet der Umstand an, dass praktisch zeitgleich zum Ausfall der Kaarst-total-Homepage auch eine weitere Seite von Heich – eine private Vereinshomepage – plötzlich eklatante Fehler aufzeigte. "Beide Seiten liegen auf unterschiedlichen Servern. Ein gleichzeitiger Ausfall von zwei Servern ist eigentlich sehr unwahrscheinlich", so Heich weiter. Weil Heich aber nach eigenem Bekunden auch keine kurzfristigen Änderungen an den Internetseiten vorgenommen hatte, "stehe ich momentan relativ ratlos vor dem Problem". Gegenüber der NGZ versicherte der Server-Anbieter "1blu AG" aus Berlin derweil den tadellosen Betrieb der Technik.

Heich will bis zum Wochenende die Seite wieder mit dem nötigsten Inhalt bestücken. "Wir werden uns von solchen Sachen bestimmt nicht aufhalten lassen", gibt sich Dieter Güsgen schon wieder gewohnt kämpferisch.

Quelle: NGZ


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