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Kaarst: Hundert Prozent für Palmen

VON CHRISTOPH PÜTZ - zuletzt aktualisiert: 16.09.2008 - 21:55

Kaarst (NGZ). Kaarst Die Kaarster Genossen haben am Dienstagabend eindeutig entschieden: Fraktionsvorsitzende Anneli Palmen soll als Bürgermeisterkandidatin für die SPD ins Rennen gehen. Dafür stimmten alle 27 anwesenden Parteimitglieder. Die SPD hat zurzeit 157 Mitglieder.

Anneli Palmen (r.) ist Bürgermeisterkandidatin der SPD. Nicht nur Parteivorsitzende Marion Gnörich-Spelter votierte für die 50 Jahre alte Wirtschaftsjournalistin. Auch alle anderen anwesenden Parteimitglieder sprachen sich für Palmen aus.  Foto: H. Jazyk
Anneli Palmen (r.) ist Bürgermeisterkandidatin der SPD. Nicht nur Parteivorsitzende Marion Gnörich-Spelter votierte für die 50 Jahre alte Wirtschaftsjournalistin. Auch alle anderen anwesenden Parteimitglieder sprachen sich für Palmen aus. Foto: H. Jazyk

„Wir sollten mit Zuversicht nach vorne schauen. Auch, wenn uns der Wind ab und an kräftig ins Gesicht bläst“, sagte Palmen. Damit spielte sie auf die Tatsache an, dass im Stadtrat nur noch acht Sozialdemokraten vertreten sind. Vielleicht hat Palmen dabei auch die drohende Gefahr der Linken im Blick. Auch dazu äußerte sich die 50-Jährige: „Ich möchte ein Thema ansprechen, das immer wieder in den Vordergrund gerückt wird - die Partei Die Linke. Liebe Freunde, ehrlich gesagt: die, die das Blaue vom Himmel versprechen, interessieren mich nicht“, so Palmen.

Sehr wohl interessiert sie sich allerdings für die Menschen, die sich von der SPD abgewendet haben und Die Linke wählen. „Die Reformen und Hartz IV haben Ängste geschürt: Die Angst, durch Arbeitslosigkeit an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden, im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein; die Angst, dass auch die Kinder aus Bedarfsgemeinschaften weniger Chancen haben. Und diese Gefahr besteht: 700 unserer unter 18-jährigen in Kaarst gehören dazu - zehn Prozent der jungen Menschen.“

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Das Wahlkampfteam

Die SPD stellte gestern ihr Wahlkampfteam vor: Rolf Rottländer, Erwin Popien, Elke Beyer, Anneli Palmen, Sabine Kühl, Klara Kral, Lars Kuhlmeier, Marion Gnörich-Spelter, Margot Dubbel und Manfred Schnös. Die Sozialdemokraten waren sich gestern einig, dass die Parteimitglieder mehr in die Arbeit mit eingebunden werden müssen. So ist geplant, ein Rundschreiben zu schicken und das Internet besser zu nutzen.

 Diese Gruppe sieht Palmen als potenzielle Wählerklientel. „Wir müssen die Menschen wieder für uns gewinnen und davon überzeugen, dass wir ihre Interessen im Blick haben und die richtige Adresse für sie sind“, argumentiert sie.

Wie die SPD sich für den Wahlkampf positionieren soll, darüber wurde ausgiebig diskutiert. „Wir schmoren immer wieder im eigenen Saft - aber wir tun das nicht mit Vergnügen“, brachte Elke Beyer die aktuelle Sachlage auf den Punkt. Sogar unter den Genossen selbst mangelt es nicht selten an einer gepflegten Diskussionskultur und einem regen Gedankenaustausch. Das soll sich nun ändern: „Wir müssen eckiger werden“, mahnte Rolf Rottländer an.

Rottländer war im vorigen Wahlkampf Bürgermeisterkandidat der SPD. Und er erinnerte sich noch: „Bei mancher Diskussion stand ich alleine da, es fehlte an Unterstützung durch die Parteimitglieder.“ Damit das nicht mehr passiert, wollen die Genossen nun zunächst ihre eigenen Mitglieder mobilisieren. Zunächst soll ein Rundschreiben verfasst werden, auch, um die E-Mail-Adressen zu sammeln. Die SPD erhofft sich, dass dann - zum Beispiel auch im Internet - Ideen eingebracht und diskutiert werden.

Auch wurde am Dienstag darüber gesprochen, ob die Partei nicht über eine Anzeigenkampagne auf sich aufmerksam machen könnte. Die CDU hatte dies vor einigen Monaten erfolgreich getan, hatte auf diese Weise auch eine ganze Reihe Mitglieder gewinnen können.

Am Mittwoch in der NGZ:

Zur Sache Die Teamplayerin

Quelle: NGZ


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