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Kaarst: Kaarst total: Ideen-Feuerwerk vermisst

VON CHRISTOPH PÜTZ - zuletzt aktualisiert: 08.09.2008 - 21:29

Kaarst (NGZ). Kaarst Wie war Kaarst total? Was hat genervt, was hat besonders gut gefallen? Und was würden Sie beim nächsten Stadtfest anders machen? Die NGZ hatte die Leser aufgerufen, beim Heißen Draht zur NGZ-Redaktion mitzumachen und ihre Meinung zu sagen.

Ein Höhepunkt von Kaarst total war das Feuerwerk, das spürbar abwechslungsreicher 
und innovativer ausfiel als in den vergangenen Jahren. Das hätten sich viele 
Besucher auch von den anderen Angeboten auf dem Stadtfest gewünscht. 
L. Berns Foto: NGZ
Ein Höhepunkt von Kaarst total war das Feuerwerk, das spürbar abwechslungsreicher und innovativer ausfiel als in den vergangenen Jahren. Das hätten sich viele Besucher auch von den anderen Angeboten auf dem Stadtfest gewünscht. L. Berns Foto: NGZ

Reiner Ingwer (65) hatte sich schon auf den runden Geburtstag des Stadtfestes gefreut: „Zehn Jahre Kaarst total - ich dachte, da ist diesmal der Teufel los.“ Doch die Ernüchterung kam schnell: „Es war eine sehr müde Veranstaltung. Die meisten Besucher schlufften einmal an den Ständen vorbei durch die Reihen durch. Die Stimmung war auf dem Nullpunkt.“ Sein Tipp: „Lasst bei Kaarst total mal andere Veranstalter ’ran. Zum Beispiel solche, die frische Ideen haben wie Frank Jülich. Die Reibekuchenbude mit dem Wasserdach war eine erfrischend andere Attraktion.“

Inge Trapp (74) war vom unterhaltenden Teil angetan: „Der Gottesdienst war toll und locker, und auch der Gospelchor hat mir sehr gut gefallen.“ Das Weindorf dagegen sei fast die ganze Zeit verwaist gewesen. „Der Aussteller kommt bestimmt nicht wieder“, mutmaßt sie. Ihre Tochter hatte einen Stand bei Kaarst total im Bereich Altenpflege gehabt. Und hier kommt die Kritik: „Das Gedröhne aus den Boxen war viel zu laut für die Aussteller. Da waren Gespräche nur bedingt möglich.“

In eine andere Richtung argumentiert Petra Mariel(33): „Es waren zu viele Lücken zwischen den einzelnen Ständen. Vor allem abends fiel das auf. Denn über weite Strecken war gar keine Beleuchtung da, weil entweder keine Stände aufgebaut waren oder weil sie schon geschlossen hatten. Das machte keinen guten Eindruck.“

Ein ähnliches Problem sieht Frank Becher(43): „Ich war am Samstagabend mit meiner Familie bei Kaarst total. Wir haben aber zuerst nur zwei Bühnen gefunden. Der Zugang zur Hügen-Bühne war nicht zu finden, weil auf dem Weg dorthin keine Buden aufgebaut waren und ein Straßenschild den Zugang blockierte. Auch war alles stockduster. Da sollten beim nächsten mal Wegweiser und ein paar Laternen aufgebaut werden.“

Natalie Schreiner(16) ist sauer auf DJ Ötzi: „Wir haben nach dem Konzert zu mindestens 50 Fans an der Bühne gestanden, wollten DJ Ötzi die Hand schütteln oder ein Autogramm haben. Doch er ist direkt nach dem Konzert verschwunden, hat kein einziges Autogramm gegeben.“

Mit neun Jahren schon DJ-Ötzi-Fan ist Mathias Dönni. „Kaarst total ist das beste Fest im ganzen Jahr“, lobt er. Was ihm am besten gefällt: „Dass man immer so viele Kugelschreiber mitnehmen kann.“ Als junger DJ Ötzi-Fan hätter er sich allerdings folgendes gewünscht: „Schöner wäre es gewesen, wenn er am Samstag aufgetreten wäre. Denn am Montag habe ich Schule und muss so früh aufstehen.“

Ursula Kalus (82) ist schwer behindert, ist zusammen mit ihren Kindern zum Stadtfest gegangen: „Ganz toll fand ich das Musical Ritter Rost - da waren tolle Kinderstimmen zu hören.“ Gut hat ihr auch gefallen, dass auf dem Platz vor der Sparkassen-Bühne zur Aufführung Bänke aufgebaut waren. „Senioren und Gehbehinderte hatten so die Möglichkeit, sich auch einmal auszuruhen.“

Ulrich Schmidt (53) kritisiert: „Kaarst total hat jetzt schon ’zig Mal stattgefunden. Schade nur, dass es in den vergangenen Jahren unterm Strich immer dasselbe war.“ Er vermisst zweierlei: „Es wäre doch viel schöner, wenn auch Angebote und Stände mit lokalem Bezug da wären. Etwas, was die Stadt Kaarst ausmacht.“ Und zweitens wünscht er sich ein attraktiveres Angebot der Einzelhändler: „Die Läden hatten zwar auf, haben aber genau das selbe verkauft, wie sonst auch. Die Ware wurde nur zehn Meter weiter nach vorne gezogen und quasi outdoor verkauft.“

Auch auf der Homepage www.Kaarst-total.de entwickelt sich eine muntere Diskussion über die Plus- und die Minuspunkte des Stadtfestes Kaarst total. So schreibt zum Beispiel Stefan: „DJ Ötzi braucht hier in Kaarst keiner. Der kann nix. Hat nicht einen eigenen Song, und dass er nicht singen kann, weiß auch jeder. Nach einer Alternative zu Fritz Event könnte man sich auch mal erkundigen.“

Ein weiterer Gastbeitrag im Kaarst total-Forum kritisiert „die Wichtigtuerei“ bei VIP-Veranstaltungen - in Anspielung auf die Party, die vergangenen Donnerstag von rund 500 VIPs, Veranstaltern und weiteren Beteiligten gefeiert wurde.

Es gibt aber auch lobende Worte im Gästebuch: „Wir freuen uns dieses Jahr ganz besonders auf das Kaarster Event, besonders auf DJ Ötzi“, schreibt Lika.

Quelle: NGZ


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