Kaarst (NGZO). Gerade ältere Kaarster fühlen sich in ihrer Stadt oft nicht mehr sicher. Am NGZ-Mobil wurden sie ihre Sorgen und Nöte los, machten aber auch Vorschläge, wie man die Situation verbessern könnte. Jüngere empfinden nicht so.
Nicht jeder war so gut vorbereitet wie die Brüder Matthias (10) und Johannes Dönni (8) aus Büttgen, die ihre Gedanken zum Thema Sicherheit in der Stadt auf einem kleinen Schreibblock notiert hatten. Doch ihre Meinung vertraten alle, die am Samstag beim NGZ-Mobil am Wochenmarkt vorbeischauten. Tenor: Gerade ältere Leute fühlen sich im und rund um den Stadtpark keineswegs sicher.
Günter Kopp, Mitglied der Kaarster FDP-Fraktion, kann die Ängste verstehen: "Die konkrete Bedrohung ist in Kaarst nachweisbar, schließlich hat es Übergriffe gegeben. Allerdings scheint es sich doch in erster Linie um auswärtige Jugendliche zu handeln, die im Stadtpark und Umgebung randalieren. Präventive Konzepte können also nicht greifen, ein privater Sicherheitsdienst und die Präsenz der Ordnungskräfte ist die einzige effektive Lösung."
Das rät der Fachmann
Heinz Hellwig, Kriminalkommissariat Vorbeugung, rät: "In einer Situation, in der ich mich bedroht fühle, ist es wichtig, offen mit meiner Furcht umzugehen. Wenn andere Passanten in der Nähe sind, sollte man sich Hilfe holen, gemeinsam durch unbeleuchtete Straßen gehen. Grundsätzlich lassen sich diese Übergriffe aber nur durch eine stärkere Einbindung der Ordnungskräfte, insbesondere der Polizei, verhindern."
Rolf Weyermann findet das auch, gibt aber zu bedenken: "So ein Ordnungsdienst kostet Geld – und das hat die Stadt nicht. Letztlich muss das doch der Bürger bezahlen."
Doris Schappert fühle sich unwohl und findet es nicht in Ordnung, "dass kaum mal ein Polizist oder jemand vom Ordnungsamt in der Stadt zu sehen ist. Gerade in den Abendstunden wünsche ich mir mehr Sicherheitskräfte, damit wir alten Menschen uns freier bewegen können."
Matthias Dönni ist froh, "dass wir bei uns den Herrn Deblon als Dorfsheriff haben. Der passt am Tag gut auf. Aber wenn ich abends von einem Freund nach Hause gehe, habe ich schon ein mulmiges Gefühl."
Johannes Dönni rät im Notfall, "anstatt Hilfe ganz laut Feuer zu rufen. Dann helfen dir die Leute ganz bestimmt. Ich bin froh, dass der Papa da ist und mich immer vom Kindercafé abholt."
Manfred Zbigart macht "um die Jugendlichen in den Anlagen einen großen Bogen. Ich finde, die müssten mehr gefordert werden, zum Beispiel in Sportvereinen. Es ist gut, dass die Stadt die Mittel für den Jugendbereich nicht gekürzt hat."
Manfred Gieske, ehemals Hausmeister am Albert-Einstein-Gymnasium: "Natürlich gibt es auch in Kaarst ein Sicherheitsproblem, weil die Stadt zu wenig tut. Wenn ich in meinem Beruf eines gelernt habe, dann, dass nur direkte Ansprache etwas bewirkt. Wo sind die Streetworker, die mit den Jugendlichen sprechen? Da muss das Jugendamt mehr tun, braucht aber mehr Geld."
Dieter Mayer stört, "dass es eine kleine Gruppe von Jugendlichen schafft, uns Angst zu machen, so dass wir abends nicht mehr durch den Stadtpark gehen können. Müssen wir uns eigentlich immer nach diesen Jugendlichen richten?
Klemens Pape "Vielleicht ist es ja eine Frage des Blickwinkels und des Alters. Ich fühle mich nicht bedroht. Die Aussicht auf Hilfssheriffs, die im Stadtpark patrouillieren, widerstrebt mir."
Helmut Blochwitz bestätigt das: "Ein gewisses Gewaltpotenzial gibt es auch in Kaarst. Aber im Vergleich zu anderen Städten leben wir hier doch in einem Idyll."
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