Kaarst (NGZ). Beim Blick unter die schwarzen Abdeckfolien verrät allenfalls der typische Erdhügel, dass es sich um ein Kaarster Spargelfeld handelt. "Noch ist kein Köpfchen zu sehen", weiß Bauer Herbert Wilms. Und das wird auch in den kommenden Wochen so bleiben. Wilms rechnet frühesten Ende April mit den ersten Stangen.
"Der Winter war zu lang, zu kalt und zu nass", weiß auch Schwägerin Marita Wilms, die an der Alten Heerstraße den kleinen Hofladen betreibt. Zwar mehren die gerade vor Ostern die ersten Kundenanfragen. "Aber noch muss ich sie vertrösten", sagt Marita Wilms. Im vergangenen Jahr stachen die Wilms am 17. April den ersten Spargel – "jetzt hängen wir gut zwei Wochen", murrt Herbert Wilms.
Der Unbill kommt nicht von ungefähr, schließlich ist die Spargelzucht kosten- und zeitintensiv. Die empfindlichen Delikatessen sind nur für wenige Wochen zu ernten. "Wenn wir dann noch später beginnen können, ist die Saison eigentlich zu kurz", erklärt Marita Wilms.
Denn spätestens am 24. Juni ist Schluss. "Wenn wir länger stechen würden, bringen die Felder in den kommenden Jahren weniger Ertrag", sagt Herbert Wilms. Es steht also zu befürchten, dass die Preise für das Luxus-Gemüse ein bisschen steigen werden.
Wenn Marita Wilms dann endlich die ersten Stangen in ihrem Laden hat, werden die vermehrt grün sein. "Die Kundenwünsche und dadurch auch unser Angebot haben sich umgestellt.
Früher war der weiße Spargel das Nonplusultra. Mittlerweile entdecken immer mehr Menschen den grünen Spargel für sich." Und das hat sogar gute Gründe: Der grüne Spargel hat mehr Nährstoffe, muss nicht großzügig geschält werden und kann deutlich vielfältiger zubereitet werden als der weiße Spargel. Wenn er denn endlich kommen würde...
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