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Kaarst: Kampf den Graffiti

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 17.10.2007 - 22:41

Kaarst (NGZ). Büttgen Sie sind in Sekunden oder Minuten aus der Farbdose aufgesprüht. Ihre Beseitigung erfordert oft viele Stunden Arbeit, verursacht hohe Kosten: Graffiti-Sprayereien an Häusern, Brücken oder Wänden sorgen bei Bürgern und der Stadtverwaltung für viel Verdruss. Im vergangenen Jahr zog sich eine Graffiti-Spur durch viele Straßen von Vorst. Und das Albert-Einstein-Gymnasium ist immer wieder Opfer von Sprayern und Vandalen: Mittlerweile wird eine Videoüberwachung in Zeiten, in denen der Schulhof leer sein sollte, geprüft (die NGZ berichtete).

Mit einem Pinsel und Wasser beseitigt Oliver Schieren Graffiti, demonstriert eine Versiegelungsmethode auf Basis der Nano-Technologie. Die Stadt prüft das Verfahren, um Schmierereien im Stadtgebiet schneller zu entfernen.  Foto: NGZ
Mit einem Pinsel und Wasser beseitigt Oliver Schieren Graffiti, demonstriert eine Versiegelungsmethode auf Basis der Nano-Technologie. Die Stadt prüft das Verfahren, um Schmierereien im Stadtgebiet schneller zu entfernen. Foto: NGZ

„Wir erstatten Anzeige und versuchen, Graffiti schnell zu beseitigen, denn ein Graffito bleibt selten allein“, erklärt Jan Opial, Bereichsleiter für Tiefbau. In vielen Fällen muss die Stadt für die Beseitigung der Spuren aufkommen, eine aufwendige Arbeit: „Für 25 Quadratmeter benötigen zwei Mitarbeiter mit Strahlgeräten einen ganzen Arbeitstag“, schildert Heinz Kiefer, Leiter des Baubetriebshofs. Schnellere Methode werden gesucht.

Ortstermin an der Unterführung unter der L 381 an der Braunsmühle, die Stadt informiert sich über ein neues Verfahren. Die Wände sind von Tags und anderen Zeichen übersät. Auch der darüber fahrende S-Bahn-Zug ist mit Graffiti voll geschmiert. Selbst die Rückseiten der liebevoll restaurierten Braunsmühle-Gebäude sind bereits verunziert. Mit einem Reinigungsmittel rückt Oliver Schieren von der Firma Zion in Willich, einem Unternehmen für Oberflächenveredelung, einem dunkelblauen Graffiti an der zuvor mit einem Spezialmittel versiegelten Betonwand der Unterführung zu Leibe. Ein paar Mal reibt er mit einem Pinsel über die Stelle. Die Farbe verblasst, der Fleck verschwindet. „Zunächst muss die Fläche gründlich mit einem Strahlgerät gereinigt werden. Dann wird ein Versiegelungsmittel auf der Grundlage der Nano-Technologie aufgetragen“, erläutert Schieren das Verfahren. Spätere Schmierereien ließen sich dann mit einem Reinigungsmittel und Wasser leicht entfernen. „Die Versiegelung hält fünf bis sieben Jahre.“

Info

Nano-Technologie

Nano bedeutet griechisch „Zwerg“ und bezeichnet kleinste Teile. Im Bereich der
Oberflächenveredelung handelt es sich bei der Nano-Technologie um eine Beschichtung der Oberfläche mit Partikeln in einer Größe von einem Milliardstel Millimeter. Diese Partikelchen decken die Strukturen der Oberfläche ab, so dass eine glatte Fläche entsteht. Das verhindert, dass sich Schmutz oder anderes an der Oberfläche festsetzt. Diese ist laut der Firma Zion leichter zu reinigen und mehr resistent gegen Umwelteinflüsse.

„Diese Methode wäre eine deutliche Erleichterung für uns“, sagt Heinz Kiefer. Laut Schieren ist die Arbeit in etwa einem Drittel der Zeit getan wie bislang. „Wir haben schon verschiedene Anti-Graffiti-Beläge an Wänden getestet, keiner davon hat ein befriedigendes Ergebnis gebracht“, sagt Jan Opial. „Beispielsweise in der Unterführung Michaelstraße wurde ein besonderer Belag verwendet. Doch der wirft Blasen, bröckelt ab - das ist kein schöner Anblick.“ Die Verwaltung prüft nun die Einführung der Versiegelungsmethode. Wir werden das jetzt finanziell durchrechnen“, kündigt Opial an. Die Reinigung eines Quadratmeters kostet laut Schieren rund 38 bis 50 Euro, die Materialkosten allein belaufen sich auf über 20 Euro.

Dem stehen die heutigen Kosten gegenüber. „Die Stadt hat 2006 23 Mal Strafanzeige erstattet, dabei handelte es sich immer um Vandalismus in Verbindung mit Graffiti. Leider konnten nur in drei Fällen Täter ermittelt werden. Allein die Beseitigung dieser drei Schäden kostete knapp 5900 Euro“, sagt Stadtsprecherin Sigrid Hecker. „Dieses Jahr waren es bislang acht Anzeigen, in fünf Fällen wurden Täter ermittelt.“

Quelle: NGZ

 
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