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Kaarst: Kampf gegen nasse Keller

VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010

Kaarst (NGZ). Seit Jahren setzt sich die Bürgerinitiative Grundwasser für eine Entschlammung des Nordkanals ein. Aber auch das sogenannte Pumpen-Modell wird als Teillösung für die Grundwasserproblematik angesehn.

Dagmar Spona, Klaus-Dieter Pruss und Bernhard Burghaus entnehmen eine Schlammprobe aus dem Nordkanal.   Foto:  Stefan Büntig
Dagmar Spona, Klaus-Dieter Pruss und Bernhard Burghaus entnehmen eine Schlammprobe aus dem Nordkanal. Foto: Stefan Büntig

Kaarst/Korschenbroich Wenn Klaus-Dieter Pruss, Bernhard Burghaus und Dagmar Spona – der Vorstand der Bürgerinitiative Grundwasser Kaarst – wie gestern Abend bei der Mitgliederversammlung im Effershof über "ihre" Themen, also das Grundwasser und die Entschlammung des Nordkanals sprechen, wirken sie fast ein wenig resigniert. Bürgermeister Franz-Josef Moormann lasse die Kaarster Bürger diesbezüglich im Stich, sagen sie. Und auf der anderen Seite reiche der Druck aus der Bevölkerung nicht aus, um die Politik in Bewegung zu setzen. Dabei sei es unstreitig, dass das Grundwasserproblem (steigender Grundwasserspiegel, überflutete Keller) Kaarst irgendwann erreichen werde. "Die Frage", sagt Spona, zweite stellvertretende Vorsitzende, "ist eben nur, wann."

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Was die UWG sagt

Die UWG Kaarst, die sich das Grundwasserthema auf die Fahnen geschrieben hat, bezweifelt die Wirksamkeit des Pumpen-Modells. Fraktionschefin Anja Rüder sagt, es entlaste zu wenig Bürger. Wichtiger sei die Entschlammung des Nordkanals. Zuständig dafür sei der Nordkanalverband.

Arbeitskreis

Circa 85 Mitglieder hat die Bürgerinitiative, die seit Jahren für eine Entschlammung des Nordkanals und gegen eine Verschärfung der Grundwasserproblematik kämpft. Ihre Mitglieder haben sowohl einen Sitz in der Kreisgrundwasserkommission als auch im Wasser- und Bodenverband Nordkanal, dessen Vorsitzender der Bürgermeister ist. Moormann, sagen Pruss, Burghaus und Spona, schiebe die Verantwortung zwischen seinen beiden Funktionen hin und her. In einem Brief haben sie ihn unter anderem aufgefordert, den aufgelösten Arbeitskreis Grundwasser neu zu installieren. Moormann verweist auf den derzeit nicht akuten Grundwasserstand. "Ein Arbeitskreis macht nur Sinn, wenn es ständige Fragen zu beantworten gibt", sagt er.

Laut einem Gutachten sind in Kaarst circa 2000 Haushalte potenziell vom Grundwasserproblem betroffen. In der Nachbarstadt Korschenbroich ist die Not größer. Dort soll die Lage jetzt durch eine "Kappung der Grundwasserspitzen" entschärft werden. Das bedeutet, dass in Regen-Spitzenzeiten mit Hilfe von Pumpen Grundwasser entnommen wird, um den Grundwasserspiegel zu senken.

Doch bevor das Modell, das vom Kreis mitfinanziert wird und von dem auch 100 Kaarster Hauseigentümer profitieren könnten, umgesetzt wird, müssen die Bürger eine verbindliche Kostenzusage treffen. In Korschenbroich soll es im November eine entsprechende Bürgerbefragung mit Modellrechnung geben. Geplant ist eine Beteiligung sowohl an den Investitionskosten für die Brunnen wie auch an den jährlichen Betriebskosten zu 70 Prozent. Der Erftverband soll das Modell realisieren.

Diesbezüglich, sagt Moormann, habe auch die Stadt Kaarst bereits Gespräche mit dem Erftverband geführt. Bevor es eine Bürgerbefragung gebe, solle deren Notwendigkeit aber in der Politik diskutiert werden. Dagmar Spona findet die Pumpenlösung jedenfalls gut. "Das heißt aber nicht", sagt sie, "dass man dann auf eine Entschlammung des Nordkanals verzichten kann."

Quelle: NGZ


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