Kaarst (NGZ). Kaarst Der demographische Wandel wird - trotz oder gerade wegen der Finanzkrise - auch im kommenden Jahr eine der großen Herausforderungen für die Kommunalpolitik bleiben. Die Frage, ob sich Verwaltung und Stadtrat dieses Themas annehmen, ist also eigentlich überflüssig. Vielmehr gilt es, das „Wie“ und vor allem „Wann“ der künftigen Konzepte zu hinterfragen.
Im November nutzten rund 40 Kaarster Entscheider aus Politik und Verwaltung die Chance, sich bei einem von der Bertelsmann-Stiftung betreuten Demographie-Training über die Chancen und Auswirkungen des demographischen Wandels zu informieren. Den Schlusspunkt des dreitägigen Seminars bildete ein einstimmiger Beschluss, der allerdings kaum konkrete Maßnahmen benennt.
Für Norbert Kallen, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist dies auch keine große Überraschung: „Wir stehen vor einem Wahljahr, da will sich natürlich niemand zu früh und zu weit aus dem Fenster lehnen. Außerdem bringt es nichts, jetzt irgendwelche Luftblasen in die Höhe steigen zu lassen.“
Der Beschluss
Bis zum 31. März des kommenden Jahres wollen die Fraktionen einen Initiativantrag stellen, der das Thema des demographischen Wandels auf die Tagesordnung einer Ratssitzung hieven soll. Zusätzlich will der Rat im April einen Grundsatzbeschluss fassen („Wir wollen!“), der den Willen aller Fraktionen zur Auseinandersetzung mit der Thematik unterstreichen soll.
Die CDU habe beispielsweise noch keine Gelegenheit gefunden, intern über die neuen Erkenntnisse des Seminars zu sprechen. „Dies steht auch erst bei unserer Klausurtagung im Januar auf der Tagesordnung“, so Kallen. Dann wird sich bei der Mehrheitspartei zeigen, was alles von den Ausführungen von Dr. Winfried Kösters hängen geblieben ist. Der Demographie-Experte der Bertelsmann-Stiftung umschreibt den demographischen Wandel markig mit den Schlagworten: „Weniger, Bunter, Älter.“
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