Holzbüttgener Bruderschaft: Schützenfest ohne Regent? (NGZ). Mit einer bisher nicht da gewesenen Situation setzt sich die Holzbüttgener Schützenbruderschaft auseinander. Anfang August steht der Höhepunkt des Jahres an, das Schützenfest. Und wenn sich nichts ändert, fehlt dem Regiment der Kopf: Es gibt (noch) keinen Schützenkönig.
Das wäre das erste Mal in der Geschichte unserer Bruderschaft", weiß Brudermeister Heinz Töller. Der rief auf der Chargiertenversammlung am Wochenende noch einmal verstärkt dazu auf, sich für die Königswürde zu interessieren und stark zu machen. "Früher war es spätestens Schützenfestdienstag beim morgendlichen Frühstück so, dass dort einer oder mehrere Bewerber gebacken wurden", berichtet Töller aus langjähriger Praxis.
Jetzt sei es für die Bruderschaft mit ihren immerhin etwa 400 Mitgliedern eine komische Situation, die andere Vorbereitungen erfordert: "Wir planen jetzt zweigleisig, haben als entscheidenden Termin nun Fronleichnam festgesetzt. Wenn wir bis dahin noch keinen Bewerber haben, dann wird erstmals in Holzbüttgen Schützenfest ohne König gefeiert".
Eines steht nicht nur für den Brudermeister allerdings außer Frage: "Schützenfest wird auf jeden Fall stattfinden!" Und das gilt natürlich auch für die Paraden und Empfänge. Ohne "großen" König stände der Jungschützenkönig Thomas Holzapfel mit seinen Ministern Marco Rester und Daniel Rieken verstärkt im Mittelpunkt des Geschehens. Was am Schützenfestmontag passieren würde, abends, wenn normalerweise der König gekrönt wird, steht derzeit noch nicht fest.
"Ein Schützenfest ohne Schützenkönig ist wie ein Fußballspiel ohne Ball", hatte Heinz Töller bereits auf der Jahreshauptversammlung zu verstehen gegeben. Er zeigte sich damals noch optimistisch, und das aus gutem Grund: Schließlich war ein Leitfaden herausgegeben worden mit dem Titel "Schützenkönig in Holzbüttgen". Ziel dieser Schrift war es, die Hemmschwelle, auf den Königsvogel zu zielen, zu senken.
So kann ein König in Holzbüttgen erstmals mit einem Zuschuss aus der Bruderschaftskasse in Höhe von 4000 Euro rechnen - der Jungschützenkönig wird mit 1000 Euro unterstützt. Finanzielle Gründe sind es oft aber gar nicht, die die möglichen Bewerber abhalten: "Oft ist es der Terminstress, oder der Zug des möglichen Kandidaten möchte nicht so recht", weiß Töller.
Man ist potenziellen Königskandidaten nicht nur finanziell, sondern auch auf andere Weise entgegengekommen: So können beispielsweise Geschiedene, die nicht wieder verheiratet sind, Schützenkönig von Holzbüttgen werden. Damit mögliche Bewerber, die über kein eigenes Haus verfügen, nicht abgeschreckt werden, erfolgt der Aufbau der Residenz grundsätzlich am Pfarrzentrum. All' das hat bislang noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
Heinz Töller gibt sich nach wie vor optimistisch: "Ich hoffe immer noch, dass sich ein Bewerber meldet." Auf der Chargiertenversammlung habe er noch einmal auf das Problem hingewiesen. "Es sind auch viele Einzelgespräche geführt worden", so Töller gegenüber der NGZ. Er bat, in den Zügen zu überlegen, ob sich nicht doch noch jemand findet. Ein wenig enttäuscht ist der Brudermeister schon: "Ich habe mit Leuten vom Vorstand gesprochen, keiner hat mir gesagt, dass er das jetzt macht." Da halfen viele Appelle auch nicht weiter. Fronleichnam ist nun Bewerbungsschluss für Königsanwärter. ang
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