Kaarst (NGZ). Kaarst Die Herbstausstellung „Kaarster Künstler“ rückt näher - und gleichzeitig eskaliert der interne Streit dieses Künstlerzusammenschlusses, an dem rund 60 Künstler aus Kaarst beteiligt sind. Künstlersprecherin Helga Weidenmüller sagte im Gespräch mit der NGZ: „Wir sollten darüber nachdenken, eine Künstlervereinigung zu gründen.“
Ob dabei alle bisherigen „Kaarster Künstler“ mitspielen, ist zurzeit mehr als fraglich. Es hat sich nämlich eine Splitterguppe aus elf Künstlern abgesondert, die sich aus Verärgerung über die neuen Ausstellungsrichtlinien (die NGZ berichtete) nicht an der Herbstausstellung beteiligen - und nun eine Parallelausstellung in Holzbüttgen anbieten. Unter dem Namen „11 Kaarster Künstler“ wird diese Ausstellung zwei Tage später als die städtische Ausstellung am 25. November eröffnet. Die Jury bilden die Kunsthistoriker Jutta Saum und Dr. Heribert Brinkmann, der auch die Einführungsrede halten wird.
Zur Teilnahme an der Parallelausstellung haben sich Gottfried Heimrich, Hans Köllges, Marwine Neumayer, Susanne Nielsen, Elisabeth Kurschildgen, Horst Schuwerack, Jürgen Spira, Erika Angelika Sturm-Bettin, Walter Urbach, Birgitt Verbeek und Georg Worecki entschieden.
Stadt und Künstler
Gegen die Stimmen von SPD und Grünen und nach längerer zum Teil leidenschaftlicher Diskussion beschloss der Kulturausschuss folgendes: „Die Herbstausstellung Kaarster Künstler wird zukünftig nach Teilnahmegrundsätzen durchgeführt, die in jährlichem Wechsel zwischen der Stadt und der Künstlerversammlung festgelegt werden. Organisation und Finanzierung liegen jeweils in der Zuständigkeit der Stadt Kaarst als Veranstalter.“
Die beiden Jurymitglieder gaben am Mittwoch eine gemeinsame Stellungnahme ab: „Uns erscheint die neue Satzung problematisch. Die bisherige Qualität der Herbstausstellung, die positiv auf die Kaarster Künstler und die Stadt zurückfiel, beruhte auf einer gewissenhaften fachlichen Auswahl. Durch die Einschränkung, nicht mehr zugelassene Künstler mit ihren Werken vollständig ausjurieren zu dürfen, kann das bisherige Niveau aber nicht mehr garantiert werden.“
Auch der jüngste Kulturausschuss befasste sich mit der Herbstausstellung. Dorothea Zillmer (CDU) nannte den oben zitierten Beschlussvorschlag „einen abstimmbaren Kompromiss“ und setzte mehrheitlich durch, dass diskutiert und später auch abgestimmt wurde. Ergebnis: Stadt und Künstler wechseln sich jedes Jahr darin ab, die Ausstellungsrichtlinien festzulegen.
Wolfgang Reuter stellte klar: „Die Politik entscheidet nicht, sondern eine unabhängige Jury.“ Fest steht aber, dass der Kulturausschuss beschlossen hatte, dass jeder der Künstler, der bestimmte Voraussetzungen erfüllt, mit mindestens einer Arbeit angenommen werden muss - diese Regelung ist es, die auf Ablehnung bei einem Teil der Kaarster Künstler stieß und immer noch stößt. Reuter verteidigte die Entscheidung des Ausschusses - sie ermögliche eine Dokumentation, die zeige, wie sich die Kunst in Kaarst entwickelt. Und er betonte, dass es sich um eine Ausstellung der Stadt handele, die auch die Kosten von rund 1700 Euro übernehme - da müsse es auch möglich sein, gewisse Grundsätze zu bestimmen - Grundsätze übrigens, die keinesfalls aus der Luft gegriffen seien.
Die Ausstellung „Kaarster Künstler“ wird am Freitag, 23. November, um 19.30 Uhr in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen eröffnet. Zwei Tage später, am Sonntag, 25. November, eröffnen die elf Kaarster Künstler ihre eigene Ausstellung, An der Gümpgesbrücke 17 in Holzbüttgen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.