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Kaarst: Lernen mit der digitalen Tafel

zuletzt aktualisiert: 20.04.2011

Kaarst (NGZ). An der Katholischen Grundschule Kaarst werden sie bereits konsequent eingesetzt: sogenannte Whiteboards. Schulleiterin Ingrid Grochla spricht über die Vorteile für Schüler und Lehrer im Unterricht.

In der Katholischen Grundschule Kaarst hängen die elektronischen Tafeln schon in zehn Klassenräumen. Weitere sollen folgen.   Foto:  Stefan Büntig
In der Katholischen Grundschule Kaarst hängen die elektronischen Tafeln schon in zehn Klassenräumen. Weitere sollen folgen. Foto: Stefan Büntig

Die Schüler der Klasse 3c der Katholischen Grundschule Kaarst (KGS) schauen gebannt zur Tafel. Schnell bewältigen sie die gestellte Aufgabe, indem sie einen Satz durch Umstellung der Satzteile verändern. Nichts Besonderes? Doch, denn die Kinder agieren an einer elektronischen Tafel. Dort können sie mit ihren Fingern die Satzteile anfassen und manuell verschieben. Die sogenannten Whiteboards gehören an der KGS bereits seit mehr als einem Jahr zum Schulalltag. Das ist bisher aber nur an wenigen Schulen im Rhein-Kreis Neuss so. Die NGZ sprach mit Schulleiterin Ingrid Grochla (54) über die Vorteile der "Tafel von morgen".

Frau Grochla, was genau ist ein Whiteboard?

Grochla Ein digitales Whiteboard ist eine elektronische Tafel, die an einen Computer angeschlossen wird. Das Bild wird von einem Beamer projiziert. Das Steuern des Computers erfolgt je nach Modell per Fingerdruck und/oder mit einem batterie- und kabellosen Stift. Auf dem digitalen Whiteboard werden die Menüs wie mit der Maus bedient. Und es wird mit dem Stift oder mit dem bloßen Finger geschrieben.

Info

Fachtagung

Rund 100 Lehrer haben in der KGS noch einmal selbst die Schulbank gedrückt.

Im Rahmen einer Fachtagung informierten sie sich über die "Tafeln von morgen".

Veranstaltet wurde die gut besuchte Tagung vom Kompetenzteam für den Rhein-Kreis Neuss.

Das Kompetenzteam mit Geschäftsstelle im Kreismedienzentrum setzt sich u.a. aus Lehrkräften aller Schulformen zusammen und versteht sich als Ideengeber, Berater und Koordinator für die Schulen und ihre pädagogische Weiterentwicklung.

Seit wann sind die digitalen Tafeln an Ihrer Schule im Einsatz?

Grochla In den Schulen in England und Finnland wird schon sehr lange mit Whiteboards gearbeitet. Seit Februar und im August vergangenen Jahres sind die elektronischen Tafeln in insgesamt zehn unserer Klassenräume angebracht worden. Dort ersetzen sie den Umgang mit den bisherigen Kreidetafeln. Wir haben sie aus eigener Initiative angeschafft und über den schuleigenen Förderverein vollständig finanziert. Langfristig soll jeder Klassenraum mit einer elektronischen Tafel ausgerüstet werden.

Wie genau arbeiten die Lehrer mit den neuen Tafeln?

Grochla Ein Vorteil der Whiteboards ist, dass sie neben der Tafelfunktion sowohl den Overhead-Projektor, den Fernseher sowie den CD-Player ersetzen können. Obwohl wir die Tafeln seit einigen Monaten benutzen, sind bisher noch nicht alle Möglichkeiten, die das Medium bietet, ausgeschöpft. Hervorzuheben ist die vorteilhafte Bedienung: Ein Fingerdruck öffnet Programme oder wählt Eingabeflächen aus. Mit speziellen Stiften, aber auch mit den Fingern kann auf der Tafel geschrieben oder gezeichnet werden. Der Lehrer kann Bereiche hervorheben oder hinein zoomen. Anschließend hat man die Möglichkeit, alles zu speichern und in der nächsten Unterrichtsstunde neu aufzurufen, ins Internet zu stellen oder zu verschicken.

Schulleiterin Ingrid Grochla ist von den Whiteboards überzeugt. Foto: Stefan Büntig

Gibt es weitere Vorteile?

Grochla Durch die Verbindung mit einem danebenstehenden Computer kann an der Tafel und parallel an einem PC gearbeitet werden. Ebenfalls ist eine Dokumentenkamera, ein sogenannter Visualizer, mit dem Board verbunden. Arbeitsblätter, Buchseiten oder Gegenstände können so direkt auf die Tafel projiziert werden.

Was heißt das für den Unterricht?

Grochla Insgesamt ist die Gestaltung des Unterrichts vielfältiger und der Einsatz verschiedener Medien unkomplizierter geworden. Tafelbilder können zu Hause aus vor und nach dem Unterricht aufbereitet werden. Auf unerwartete Schülerfragen hin kann der Lehrer sofort recherchiert werden.

Wie finanzieren Sie die Neuanschaffungen?

Grochla Leider erhalten wir keine finanzielle Unterstützung von der Stadt Kaarst. Deshalb haben die Eltern der KGS beschlossen, auch die restlichen Tafeln durch verschiedene Aktionen zu finanzieren.

Vera Straub führte das Gespräch.

Quelle: NGZ


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