Kaarst (NGZO). In Kaarst stehen demnächst zwei große Feste mit jeweils mehreren tausend Besuchern an. Die NGZ sprach mit Bürgermeister Franz-Josef Moormann über Sicherheitsvorkehrungen und Schönheitsreparaturen.
In den Sommermonaten steht das öffentliche Leben weitestgehend still. Kaarst macht Urlaub, jedenfalls scheint es auf den ersten Blick so. Tatsächlich aber wird an vielen Ecken und Enden der Stadt kräftig gearbeitet. Die NGZ sprach mit Bürgermeister Franz-Josef Moormann über anstehende Großereignisse.
Herr Moormann, die furchtbaren Nachrichten aus Duisburg vom vergangenen Wochenende – 19 Tote undhunderte Verletzte nach einer Massenpanik bei der Loveparade – überschatten diesen Sommer. In Kaarst sind im August und im September ebenfalls zwei Großereignisse geplant, zu denen immerhin jeweils mehrere tausend Besucher erwartet werden: das Nordkanalfest "History 2010" und "Kaarst Total". Gibt es Erkenntnisse, die die Stadt Kaarst aus der Duisburger Katastrophe zieht?
Baustellen
Die Sommerferien werden bei der Stadt in der Regel für größere Bauarbeiten genutzt.
Anfang vergangener Woche wurde zum Beispiel mit dem Abriss der alten Dreifachturnhalle begonnen.
Die neue Ortsmitte Vorst soll bis zum Schützenfest im September größtenteils stehen.
(Aus-)Gebaut wird auch an der Grundschule in Büttgen, an der Hauptschule und in mehreren Kindertagesstätten.
Moormann Wenn man solche Nachrichten hört, dann macht man sich selbstverständlich über vieles Gedanken. Die Erfahrungen bei "Kaarst Total" haben gezeigt, dass es auch auf unseren Straßen zuweilen durchaus eng werden kann. Allerdings gibt es rund um das Festgelände in der Stadt – anders, als das offenbar in Duisburg der Fall war – jede Menge Ausweichmöglichkeiten. Bei der Planung halten wir uns streng an die vorgegebenen Auflagen. Was getan werden muss, um die Sicherheit der Besucher zu garantieren, wird auch getan. Das gilt für "Kaarst Total" genauso wie für das Nordkanalfest.
Der Nordkanal an sich bietet ja in Kaarst irgendwie immer Gesprächsstoff . . .
Moormann Das stimmt. Erst wurde über den Nordkanal als Trennlinie zwischen den Stadtteilen diskutiert, dann über seine Eigenschaft als vermeintlich dreckiges Fließgewässer, das entschlammt werden soll. Ich bin wirklich dankbar, dass durch das geplante Fest zum 200-jährigen Bestehen jetzt ein positives Licht auf den Nordkanal und seine Geschichte fällt.
Wer Gäste zu sich nach Hause einlädt, bringt die eigenen vier Wände für gewöhnlich vorher auf Vordermann – des guten Eindrucks wegen. Was hat die Stadt Kaarst unternommen, um den Nordkanal für das große Fest "schön" zu machen?
Moormann Ich weiß, dass der Nordkanal den Kaarstern am Herzen liegt und, dass wir uns um ihn kümmern müssen. Im Hinblick auf das Fest wurde der Bereich in der Nähe der Schrebergärten in Ordnung gebracht. Die Böschungen und Übergänge wurden oder werden frei geschnitten. Alles soll einen gepflegten Eindruck machen.
Das klingt nach Erste-Hilfe-Maßnahmen. Gibt es auch langfristige Pläne?
Moormann Langfristig sehe ich den Nordkanal als Grünzug, der die Stadtteile nicht trennt, sondern verbindet. So ein Plan lässt sich allerdings nicht von heute auf morgen realisieren. Die landschaftspflegerische Seite muss Schritt für Schritt aufgewertet werden.
Julia Hagenacker führte das Gespräch.
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