Kaarst (NGZ). Aus ungeklärten Gründen geriet eine Seniorin Mittwochvormittag an der Broicherdorfstraße unter einen Lastwagen der Firma Schönmackers Umweltdienste. Die Frau starb um Unfallort. Fahrer und Beifahrer erlitten einen Schock.
Ein furchtbarer Verkehrsunfall hat gestern Vormittag in Kaarst für Entsetzen und Bestürzung gesorgt. Eine 77 Jahre alte Frau starb, zwei Männer stehen unter schweren Schock und müssen stationär psychologisch behandelt werden. Die beiden Mitarbeiter der Firma Schönmackers Umweltdienste waren als Besatzung eines Müllwagens eingeteilt, der die Senioren überrollte und tötete. Der Unfallhergang ist unklar. Die Polizei ermittelt.
Höhe Hausnummer 55
Sicher ist, dass sich das Unglück gegen 11.50 Uhr an der Broicherdorfstraße, in Höhe der Hausnummer 55, ganz in der Nähe der Gaststätte "Haus Broicherdorf", ereignete. Wie die Polizei mitteilt, bog das Müllfahrzeug vorwärts nach recht in eine Hauseinfahrt ein. Dabei geriet die Frau aus bislang unbekannten Gründen unter den Lastwagen.
Statistik
In der kreisweiten Unfallstatistik 2009 rangiert die Stadt Kaarst mit 341 meldepflichtigen Verkehrsunfällen im unteren Bereich.
In 62 Fällen war ein älterer Mensch in einen Verkehrsunfall verwickelt. Tote gab es 2009 nicht.
Der 49 Jahre alte Müllwagenfahrer und sein Begleiter, der am hinteren Ende des Fahrzeugs auf einem Trittbrett stand, handelten sofort, befreiten die 77-Jährige und alarmierten die Rettungsdienste. Danach setzte der Schock ein. Die verunglückte Seniorin konnte nicht mehr reanimiert werden. Sie erlag ihren schweren Verletzungen noch am Unfallort.
Udo Hoffmann, Geschäftsführer der Firma Schönmackers, die in Kaarst als Privatunternehmen für die Müllabfuhr zuständig ist, geht nicht von einem technischen Defekt am Fahrzeug aus. "Wir haben insgesamt circa 500 unterschiedliche Wagen im Einsatz", sagt er. "Zu kleineren Unfällen mit Blechschäden kommt es immer mal wieder. Vor zehn Jahren wurde in Kleve ein Mofafahrer überfahren. Das war ein ähnlich tragischer Fall."
Seine Mitarbeiter nimmt Hoffmann vorerst in Schutz. "Wir wissen nicht, was passiert ist. Die beiden sind im Krankenhaus und waren bislang nicht ansprechbar. Allerdings kenne ich den Fahrer. Er ist seit gut 20 Jahren bei uns – ein erfahrener Mann." Ob, und wenn ja, wessen menschliches Versagen die Ursache für den Unfall war, müssen jetzt die Ermittlungen klären. Die Polizei hat einen Sachverständigen eingeschaltet.
Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben, werden gebeten, sich mit dem Verkehrskommissariat unter Tel. 02131 3000 in Verbindung zu setzen.
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