Kaarst (NGZ). Kaarst Aufgeregt waren die jungen Musical-Stars am Anfang fast alle. Aber Mark Kolls Befürchtungen, dass das große Publikum sie einschüchtern könnte, waren nicht berechtigt. Mark Koll will bereits die jüngsten Chormitglieder an Bühnenauftritte heranführen. „Es ist ein großer Anreiz, vor Publikum zu singen und zu spielen“, weiß der Leiter der Musikschule Kaarst. Und so hat er für die aktuelle Aufführung in Kooperation mit dem Kulturamt eine Musical-Version rund um Walt Disney gewählt, in der 40 Aktive des Kinderchores und weitere Musikschüler ihre Rollen gefunden haben.
Zwei Jahre lang wurde geprobt, und bereits in dieser Zeit stellte der Musiklehrer fest, dass „die Kinder mehr investieren“. „Sie trauen sich mehr“, ergänzt er zufrieden. Davon konnten sich die Zuschauer im voll besetzten Forum des Albert-Einstein-Gymnasiums am Sonntag überzeugen. Denn außer kleiner technischer Unstimmigkeiten klappte alles wie am Schnürchen.
Das aus Geschwistern, Freunden, Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel zusammengesetzte Publikum bekam optisch ein farbenfrohes Bild vorgesetzt. Kulissen- und Kostümgestaltung waren auf die bunte Disney-Welt abgestimmt und ließ so die Erinnerung an „Mary Poppins“, „Pocahontas“, „König der Löwen“ oder „Arielle“ aufleben.
Weitere Pläne
Die Musikschule Kaarst plant weitere Stücke. Am 24. Mai kommt „Die Fledermaus“ auf die Bühne des Forums im Albert-Einstein-Gymnasium, eine Jugend-Operette im neuen Design, gespielt und gesungen von jungen Erwachsenen für die ganze Familie. Zuvor aber, am 22. Februar, 18 Uhr, wird im Bebop Kaarst ein Band-Festival ausgerichtet. Wer mitmachen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0 21 31 / 76 67 33 anmelden.
Den größten Anteil aber hatten selbstverständlich die Songs. „Kann es wirklich Liebe sein“ oder „Sei ein Mann“ trugen die Musikschulkinder zwischen sechs und elf Jahren vor - unterstützt von den ebenfalls aus der „Kultmusikschule“ hervorgegangenen Off-Sängern im Chor oder in Soli vor. „Ich finde es toll, dass jeder mal singen darf, auch wenn er es nicht so gut kann“, sagt die zehnjährige Paula. Und die sechsjährige Paula erzählt, dass sie beim Anschlag am Klavier hört, welcher Song nun dran kommt. Die Aufregung, wenn der Vorhang hoch geht, „hatte ich mir viel schlimmer vorgestellt“, meinte Fabian (7) in der Pause recht selbstbewusst. Celina (8) hatte es eilig: „Ich muss mich schnell umziehen.“
Diese Begeisterung und Spiellaune übertrug sich auf die Bühne. Dort wurde deutlich, wie geschickt und lehrreich Mark Koll als musikalischer Leiter und die Regie führenden Carola Thiele, Mercede Christov und Andrea Servos die Geschichte verpackt hatten. Zwei täglich vor dem TV- und PC-Bildschirm sitzende Kinder (Leon Bluhm und Luca Servos) werden von einem älteren Ehepaar (Maren Zimmermann und Leonie Zimmermann) aufgefordert, sie in die Welt der Fantasie zu begleiten. Auf dieser Reise begegnen sie musikalisch weltbekannten Disneyfiguren und nehmen jeweils eine geheime Botschaft mit, die das Leben der beiden verändert. Klar, dass sich das Publikum gern auf diese abenteuerliche Reise mitnehmen lässt. Denn das Musical entführt in ferne Länder und Welten.
Dass die einzelnen Songs mit Live-Musik begleitet werden, ist ein großes Plus. Mark Koll mit Dominic Baumann (Percussion), Luca Servos (Drums) sowie Sascha Thiele (Gitarre) und Steffen Thiele (Bass) geben den Sängern den nötigen Rückhalt. Der rauschende Applaus am Ende des Musicals galt ihm, seinem Team und den jungen Interpreten, die über sich hinauswuchsen und damit die Bühnen-Premiere bestens hinter sich brachten.Wird Musikschulleiter Marc Koll nach dem Aufwand befragt, antwortet er: „Das alles sind meine Freunde, meine Familie und damit meine Freizeit.“
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