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Kaarst: Neue Technik gegen Legionellen

VON STEFAN REINELT - zuletzt aktualisiert: 16.02.2012

Kaarst (NGZ). Nachdem Anfang Januar gefährliche Bakterien in einer Dusche gefunden wurden, muss jetzt die Heizungs- und Wasserversorgungsanlage in der Kindertagesstätte Thüringenstraße ausgetauscht werden. Kosten: 80 000 Euro.

Im Kindergarten in Vorst muss die Heizungsanlage erneuert werden.  Foto:  lber
Im Kindergarten in Vorst muss die Heizungsanlage erneuert werden. Foto: lber

Wegen des Legionellen-Vorfalls zu Jahresbeginn steht die städtische Kindertagesstätte an der Thüringenstraße nach wie vor unter Beobachtung. Nach der chemischen Reinigung der Trinkwasseranlage und einer erneuten Probe wurden keine gefährlichen Bakterien mehr gefunden, doch die Leitungen müssen weiterhin alle vier Wochen gereinigt werden. Die Stadt folgt damit einer Auflage des Gesundheitsamts. Dafür wird die Einrichtung freitags geschlossen.

Bei einer Routineuntersuchung der sanitären Anlagen wurden Anfang Januar in einer Dusche Legionellen entdeckt. Die Kita wurde sofort für zwei Tage geschlossen. Bis zur Auswertung der Testergebnisse herrschte für die Kinder Duschverbot. Ein hohes Infektionsrisiko besteht, wenn über den Wasserdampf kleinste kontaminierte Tröpfchen eingeatmet werden. Hände waschen und Zähne putzen ist wegen der geringeren Wassertemperatur dagegen ungefährlich.

Info

Legionellen

Legionellen sind eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien.

Optimale Lebensbedingungen finden sie in Süß- und Salzwasser, im Temperaturbereich von 25 bis 50 Grad Celsius.

Eine Übertragung ist durch Kontakt mit Leitungswasser möglich.

Als Ursachen für den Legionellenbefall wird länger stehendes warmes Wasser in einer Entnahmestelle oder der bestehende Verbrühschutz, der eine Wassertemperatur über 60 Grad Celsius verhindert, vermutet. Legionellen sterben erst ab 60 Grad ab. Eine konkrete Ursachenforschung zu betreiben sei allerdings müßig, sagt der Technische Beigeordnete Manfred Meuter. Auch eine Baumaßnahme an der Kindertagesstätte könnte schuld gewesen sein. Die Folge des Schadenfalls ist jedenfalls, dass der Kindergarten jetzt eine neue haustechnische Anlage bekommt.

Die Wasseraufbereitung wird erneuert, die Leitungen werden gedämmt und ein neuer Verbrühschutz wird eingebaut. "Gegebenenfalls müssen wir die Leitungen auch auseinandernehmen und etwas am Wasserkreislauf erledigen", sagt Meuter. Nach einer ersten Schätzung könnten sich die Kosten auf 80 000 Euro belaufen. In den Osterferien sollen die notwendigen Arbeiten erledigt werden. Bis zum 25. April muss das geschehen sein. Andere städtische Kindertagesstätten mit einer älteren Haustechnik sollen nach den Legionellen in Vorst jetzt nicht explizit unter die Lupe genommen werden. Neue gesetzliche Vorschriften schreiben der Stadtverwaltung allerdings vor, alle Anlagen in einer Dokumentation zu erfassen.

Quelle: NGZ/rl


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