Kaarst (NGZ). Kaarst Böse Flüche, verzweifelte Bisse ins Lenkrad - oder auch entspannte Zufriedenheit. Wer die Autobahn 57 zwischen Kaarst und Bovert regelmäßig fährt, dürfte so ziemlich jede Variante menschlicher Gefühlsregung erlebt haben. Nämlich abhängig davon, ob man sich wieder einmal durch den nicht enden wollenden Stau quälen muss. Oder, ob wider Erwarten einmal freie Fahrt unverhoffte Glücksmomente beschert.
Mit dem Stau soll es bald vorbei sein. Das prophezeit zumindest Josef de Mülder, der für Straßen.NRW die Bauarbeiten entlang der A 57 zwischen Krefeld und Köln koordiniert: „Wir werden den Abschnitt zwischen Kaarst und Bovert bis Ende des Jahres fertiggestellt haben“, ist er optimistisch.
Die Autobahn hat dann auf jeder Seite drei Spuren. Am Autobahnkreuz Kaarst, wo sich die A 57 und die A 52 kreuzen, ist der bisherige Herd des Stau-Übels: Wenn auf der A 52 Stau Richtung Düsseldorf ist, dann wird durch den Rückstau auch der Verkehr auf der A 57 lahm gelegt. Durch die dreispurige Führung in Zukunft nicht mehr. Angeblich.
Der Ausbau der A 57
Die A 57 wird zwischen Krefeld und Köln auf sechs Spuren ausgebaut. Die Gesamtkosten betragen 480 Millionen Euro. Von den zwölf Bauabschnitten sind drei fertig. Infos: www.strassen.nrw.de/projekte/a57/index.html
Denn de Mülder sagt es selbst: „Nicht nur die Autobahnführung ist ein Stauverursacher. Oft sind es auch LKWs - vor allem aus dem Ostblock.“ Verlorene Ladungen, katastrophale technische Zustände der Fahrzeuge - das führt immer wieder zu liegen gebliebenen Lastwagen, die den Verkehr blockieren.
Zehn Millionen Euro hat das Land für diesen Bauabschnitt zur Verfügung gestellt. Im August vergangenen Jahres war mit der Arbeit begonnen worden. „Wir kommen so zügig voran, weil auf dieser Strecke keine Brücken sind“, erläutert de Mülder. Denn die müssten entsprechend der Autobahnverbreiterung ebenfalls breiter gebaut werden - was sehr arbeitsaufwendig ist.
Im Laufe der vergangenen Jahre wurden beim Autobahn-Bau immer ausgefeiltere Techniken und Materialien eingesetzt. So ist zum Beispiel oft „Opa“ im Einsatz: „,Opa’ steht für ,offenporigen Asphalt’“ erläutert Experte de Mülder. Durch die Porengröße wird der Schall geschluckt, die Lärmbelästigung sinkt merklich. Wer künftig die A 57 zwischen Kaarst und Bovert fährt, kann sich über mehr Grün entlang der Strecke freuen. Denn das Land musste als Ausgleich Flächen kaufen und wird dort Bäume pflanzen.
Die aktuellen Arbeiten auf der Autobahn wirken sich auch an diesem Wochenende aus: „Die Verkehrsführung an der Baustelle wird am Samstag und am Sonntag verändert“, kündigt Norbert Cleve, Pressesprecher von Straßen.NRW. „Zuerst werden die Fahrstreifen Richtung Köln auf die neue Fahrbahn geleitet. Anschließend wird die Mitteltrennung - eine Stahlschutzwand - neu aufgebaut. Der Verkehr Richtung Krefeld wird dann über den Mittelstreifen auf die neu eFahrbahn geleitet.“
Größere Staus erwartet der studierte Brückenbauer de Mülder allerdings nicht: „Fast die ganze Zeit über stehen auf jeder Seite zwei Fahrstreifen zur Verfügung“ - die allerdings enger sind, als die regulären Fahrspuren auf der Autobahn.
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