Kaarst (NGZ). Kaarst Nein, das Reisefieber hat ihn nicht gepackt, aber Reiner Strauss ist voller Vorfreude: Am kommenden Sonntag werden er, seine Frau Brunhilde, Tochter Christine sowie sechs Pateneltern beziehungsweise Sponsoren nach Nepal reisen. Dort gibt es genug zu tun: Die Begegnung mit Patenkindern steht ebenso auf dem Programm wie die Überwachung des Studentenheim-Projektes.
Familie Strauss kennt zurzeit keine Langeweile, gilt es doch, hochwertige, auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Vitaminpräparate im Wert von 20 000 Euro platzsparend umzupacken. Reiner Strauss weiß, wie wertvoll dieses Präparat für die jungen Nepalesen ist: „Die Kinder laufen dort ständig mit einer Rotznase rum, weil ihr Immunsystem zu schwach ist - das liegt an der einseitigen Ernährung.“
Fußbälle ohne Luft und Schulutensilien werden ebenfalls im Reisegepäck sein.Und die neun Deutschen werden sicher wieder mit problematischen Lebensläufen konfrontiert werden: Da ist zum Beispiel Ramila, ein ebenso hübsches wie intelligentes und strebsames Mädchen. Ihre Familie brach entzwei, als der Vater sich eine neue Frau suchte, nachdem die alte ihm keinen Sohn hatte schenken können. Reiner Strauss gelang es, sowohl für Ramila als auch für ihre zwei Schwestern Paten zu finden und den Mädchen eine ihren intellektuellen Voraussetzungen entsprechende Ausbildung zu ermöglichen.
Patenschaft
Eine Patenschaft kostet 45 Euro im Monat für Schüler und 85 Euro, wenn ein Student unterstützt wird. Projekte der Nepal Initiative Kaarst werden unter anderem durch Spenden, die Herausgabe des Shyauli Bazaar Kurier, Konzerte sowie den Verkauf von Produkten wie Pashmina-Schals finanziert.
Das kleine Studentenwohnheim mit fünf Zimmern für insgesamt zehn Studenten in Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals, befindet sich derzeit im Rohbau. Die Kaarster Nepal Initiative wird das 35 000-Euro-Projekt allein finanzieren. Für das Boarding-House-Projekt wird ein ehemaliges Hotel oder ein ähnliches Gebäude gesucht.
Dort sollen ab Herbst 2008 bis zu 100 Kinder leben, deren Eltern so abseits wohnen, dass die Kinder von dort aus keine Schule erreichen können. Wichtig ist Reiner Strauss, dass dieses Haus später einmal von Nepalesen geleitet wird - umso erleichterter ist er, mit Depuk Gurung einen geeigneten Leiter gefunden zu haben. Depuk ist der jüngere Bruder von Santosch, der hatte durch die Vermittlung der Nepal Initiative im Kaarster Park Inn Hotel ein Praktikum absolvieren können.
Das Boarding House soll gemeinsam mit der Von-Philipp-Foundation betrieben werden, die für die laufenden Kosten aufkommen wird. Ein weiteres Projekt, dass zurzeit umgesetzt wird: Der bestehende Kindergarten in 1900 Metern Höhe auf dem Berg bei Pokhara wird um eine Etage aufgestockt, um noch mehr Platz für noch mehr Kinder zu bieten, wo aber künftig auch Mütter ausgebildet werden können - eine Art Familienzentrum also.
Die Kaarster bekommen von der Nepal Initiative spätestens am 8. Dezember etwas zu hören: Dann werden die Kaarster Linda Jesse und Ralf Schüller in der Holzbüttgener Lukaskirche unter der musikalischen Leitung von Kantor Wolfgang Weber Gospels und Musicals präsentieren. Karten für sechs beziehungsweise zwölf Euro gibt’s im Vorverkauf bei Reiner Strauss, Gladiolenwg 9, im Gemeindebüro der Lukaskirche sowie bei der Arche-Buchhandlung in Büttgen.
Der Erlös kommt dem Kindergartenprojekt zugute. Reiner Strauss wird dann auch die hochwertigen Pashmina-Schals zu günstigen Preisen anbieten, die er aus Nepal mitbringen wird.
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