Kaarst (NGZ). Kaarst Nach CDU und Grünen hat nun auch die SPD die Frage nach ihrem Bürgermeisterkandidaten beantwortet. Für die Sozialdemokraten tritt Anneli Palmen an. Der Ortsvereinsvorstand hat am Montagabend einstimmig die fünfzigjährige Wirtschaftsjournalistin als Bürgermeisterkandidatin vorgeschlagen. Zehn Vorstandsmitglieder hatten an der Wahl teilgenommen. Die offizielle Wahl durch die Mitgliederversammlung soll Mitte September erfolgen.
Palmen, seit 14 Jahren im Rat der Stadt und seit vier Jahren Fraktionsvorsitzende, erklärt: „Angesichts der absoluten Mehrheit der CDU in Kaarst ist diese Kandidatur eine besondere Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Dabei verstehe ich mich als Teamspielerin, weil die dringend anstehenden Aufgaben nur gemeinsam zu bewältigen sind.“ Sie appelliert damit an die anderen Parteien, gemeinsam der „schwarzen Wand“ der Christdemokraten etwas entgegen zu setzen.
Auf Anfrage der NGZ erläuterte sie am Montag: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass eine der Parteien alleine die absolute Mehrheit der CDU brechen kann.“ Palmen wirbt dafür, gemeinsam dieses Ziel zu erreichen. Dass die Grünen mit Robert Begerau bereits einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt haben, sei noch nicht das endgültige Aus für eine Kooperation.
„Ich hätte mir gewünscht, dass die Grünen an uns herangetreten wären, bevor sie einen Kandidaten aufgestellt haben“, sagte Palmen. Sie kann sich allerdings vorstellen, dass die Nicht-CDU-Parteien doch noch auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.
Eine Kooperation mit der Linken schließt die Bürgermeisterkandidatin der SPD nicht prinzipiell aus: „Wir wissen zurzeit noch nicht einmal, ob die Linke überhaupt in Kaarst mit einem Bürgermeisterkandidaten antritt. Mit den Linken sprechen würde ich prinzipiell schon.“ Anneli Palmen betont, ob dann zusammengearbeitet werden könne, hinge ausschließlich damit zusammen, ob SPD und Linke in der Sache Gemeinsamkeiten fänden.
Weiteres Ziel der SPD-Bürgermeisterkandidatin: „Wir wollen zweitstärkste Kraft im Kaarster Stadtrat bleiben.“ Die SPD ist nicht die einzige Fraktion, die auf dieses Ziel hinarbeitet. Auch die Grünen und die UWG hatten die selbe Absicht geäußert.
Dringenden Handlungsbedarf sieht die dreifache Mutter und gelernte Krankenschwester vor allem in den Bereichen Familien- und Generationengerechtigkeit: „Hier sind noch viele Potenziale auszuschöpfen und verpasste Chancen zu ergreifen.“ Das setze allerdings voraus, dass in Kaarst mehr über notwendige Schritte zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels als über Einzelinteressen gesprochen werde.
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