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Kaarst: Peter Hesse hilft Bebenopfern in Haiti

VON PETER BÖTTNER - zuletzt aktualisiert: 15.01.2010

Kaarst (NGZO). Kaarst Wenige Stunden nach dem großen Beben in Haiti wurde Peter Hesse in seinem Zweitwohnsitz in der Nähe von Genf informiert. Der 72-Jährige, der zwischen 1998 und 2005 im alten Mühlturm an der Römerstraße in Büttgen gelebt hat, treibt mit der von ihm gegründeten Peter-Hesse-Stiftung seit 1983 den Aufbau eines Schulsystems im Karibikstaat voran. "Ich bin erschüttert", fasst Hesse im Telefongespräch mit der NGZ seine erste Reaktion zusammen.

Peter Hesse wohnte bis 2005 im alten Mühlturm in Büttgen.  Foto:  L. Berns
Peter Hesse wohnte bis 2005 im alten Mühlturm in Büttgen. Foto: L. Berns

Fieberhaft versucht Hesse nun, sich einen Überblick über die Lage vor Ort zu machen: "Es ist frustrierend. Wir wissen nicht, was aus unseren Mitarbeitern und Partnern in und um Port-au-Prince geworden ist. Momentan können wir nur das Beste hoffen." Doch Peter Hesse blickt bereits wieder nach vorne: Bereits im Februar will er sich mit einem Filmteam des WDR auf den Weg nach Haiti machen. "Die Dreharbeiten waren lange geplant. Eigentlich wollten wir die Erfolge unserer Stiftung zeigen und so demonstrieren, wie auch bescheidene Mittel zum Ziel führen können. Jetzt wird dieser Film wohl zu einer traurigen Bestandsaufnahme."

Die humanitäre Katastrophe wie sie in Haiti zu befürchten ist, führt Hesse auf die Abhängigkeit des Inselstaates von der Weltwirtschaft zurück. "Das wenige, was dort funktioniert hat, hat man den Haitianern genommen. Bei all meinen Reisen nach Haiti habe ich immer wieder die mangelnde Infrastruktur und Versorgung mit Grundnahrungsmitteln festgestellt." Deshalb rät Hesse auch von selbstständigern Hilfssendungen in die Krisenregionen ab. "Selbst die Hilfsorganisationen wissen ja nicht, ob ihre Medikamente überhaupt zum Einsatz kommen können. Wer etwas tun möchte, sollte Geld spenden. Denn zunächst müssen Strukturen geschaffen werden, damit die Hilfe auch bei den Menschen ankommt."

Und so sieht Hesse in der Katastrophe auch eine Chance für das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: "Jetzt herrscht die nötige Aufmerksamkeit, jetzt muss wirklich Entwicklungshilfe geleistet werden. Für die Erdbebenopfer kommt diese Hilfe zu spät, aber künftige Generationen können so profitieren."

Info Die Peter-Hesse-Stiftung (www.solidarity.org) hat über 800 Lehrerinnen ausgebildet. Spenden können auf das Konto der Stiftung 3156080 bei der Commerzbank Düsseldorf (BLZ 30040000) eingezahlt werden.

Quelle: RP

 
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