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Kaarst: Peter Laumen verlässt das JC

VON STEFAN REINELT - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012

Kaarst (NGZ). Nach mehr als 20 Jahren als Leiter des evangelischen Jugendcentrums in Holzbüttgen sucht der 48-Jährige nun nach einer neuen Aufgabe. Zuletzt fehlte ihm immer häufiger der Spaß an der Arbeit.

Die Spieleausleihe im evangelischen Jugendcentrum Holzbüttgen hat Peter Laumen aufgebaut.  Foto:  lber
Die Spieleausleihe im evangelischen Jugendcentrum Holzbüttgen hat Peter Laumen aufgebaut. Foto: lber

Mit dieser Entscheidung hat kaum jemand gerechnet: Peter "Pit" Laumen hat seine Anstellung als Leiter des evangelischen Jugendcentrums in Holzbüttgen gekündigt. Ende März verlässt er die Einrichtung, in der er als Ehrenamtlicher, Zivildienstleistender und ab 1993 als deren Leiter gearbeitet hat. Zuletzt fehlte ihm immer häufiger der Spaß an der Arbeit.

"Einen Tag habe ich bei Ikea in der Ausgabe gewartet und mir gedacht, ich möchte lieber dort arbeiten als ins JC zurückzufahren", erzählt Laumen. Es gebe keinen speziellen Grund dafür, aber tausend Kleinigkeiten, sagt er. "Manche nennen es vielleicht Midlife-Crisis", so der 48-Jährige. Ein einschneidendes Erlebnis war die Schweden-Ferienfreizeit im vergangenen Sommer. Als Laumen diese vor 25 Jahren das erste Mal leitete, waren die Betreuer von heute noch nicht geboren – und die Eltern der Kinder zum Teil die Teilnehmer von damals. "Mir wurde klar, dass ich älter werde", sagt er.

Info

Persönliches

Peter Laumen (48) ist verheiratet und hat eine 21-jährige Tochter. Nach einigen Jahren als ehrenamtlicher Betreuer übernahm er 1986 die Organisation der Schweden-Ferienfreizeit.

Die Leitung des JC übernahm er 1993. Sein Steckenpferd war unter anderem die Spieleausleihe. Privat engagiert er sich in der Kaarster Nepalinitiative und ist Fan des Citroen 2CV ("Ente").

Laumen hat als JC-Leiter viel auf den Weg gebracht: Spieleausleihe, Kinderstadtplan, Computerkurse oder das Internetcafé für Senioren. Zuletzt wollte er wieder verstärkt Konzerte stattfinden lassen, um die älteren Jugendlichen anzusprechen. Die Umsetzung seiner Initiativen wurde aber zunehmend schwieriger. Dies hänge auch mit dem Umbruch in der evangelischen Kirchengemeinde Kaarst seit ihrer Fusion vor gut einem Jahr zusammen. "In der Gemeindearbeit gibt es noch unterschiedliche Ansätze. Das ist auch in Ordnung. Ich habe eben immer global gedacht und wollte eine gemeinsame Jugendarbeit vorantreiben", so Laumen.

Er möchte sich treu bleiben und zog nun die Konsequenz, ohne allerdings eine neue Anstellung gefunden zu haben. Das sei für ihn auch nicht entscheidend gewesen. "Ich werde schon eine Arbeit finden, und wenn es bei Ikea ist", sagt er. Seine Vorstellungen sind allerdings andere: Die Jugendarbeit wird es definitiv nicht sein. Vor zehn Jahren bildete er sich im Bereich Sozialmanagement fort. Er könnte damit in der Geschäftsführung eines sozialen Unternehmens oder eines Seniorenheims arbeiten. Vielleicht geht er auch für drei Jahre als Entwicklungshelfer nach Nepal.

Eine Bewerbung hat er eingereicht, aber Nepal vergibt zurzeit keine Arbeitsvisa. Die evangelische Kirchengemeinde hätte Peter Laumen gerne behalten. "Er hat Akzente gesetzt und war äußerst beliebt. Sein Entscheidung bedauern wir sehr. Spannungen gab es aber keine", sagt Pfarrer Carsten Schraml. Die Leitung des Jugendcentums übernimmt Anfang April Sandra Orlowski. Die Vorsitzende des Stadtjugendrings Kaarst kennt das JC seit vielen Jahren. Zur Verabschiedung von Peter Laumen wird am kommenden Sonntag ab 11 Uhr zum Gottesdienst mit anschließendem Empfang in die Kirche am Lindenplatz eingeladen.

Quelle: NGZ/rl


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