kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Kaarst: Sanierungs-Notstand

VON RUDOLF BARNHOLT - zuletzt aktualisiert: 16.08.2007 - 21:30

Kaarst (NGZ). Rund 2,1 Millionen Euro soll die Sanierung der Dreifachhalle kosten. Die CDU will nun prüfen lassen, ob angesichts dieser immensen Kosten ein Neubau der Halle effektiver wäre. Die SPD spricht sich gegen diese Variante aus: Allein der Hallenabriss würde rund 500 000 Euro kosten.

Rollen und Rackets der Crash Eagles sind wesentlicher Grund dafür, d ass Boden 
und Banden der Dreifachhalle an der Pestalozzistraße stark in Mitleidenschaft 
gezogen werden.  Foto: berns
Rollen und Rackets der Crash Eagles sind wesentlicher Grund dafür, d ass Boden und Banden der Dreifachhalle an der Pestalozzistraße stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Foto: berns

Kaarst Die Dreifachsporthalle an der Pestalozzistraße ist neben der Kleinschwimmhalle und dem Sportforum ein finanzielles Sorgenkind der Stadt Kaarst. Bislang wird der Sanierungsbedarf mit gut 2,1 Millionen Euro angesetzt.

 Die CDU-Fraktion kommt am Montag zusammen, um über dieses Thema zu sprechen. Die Ausschuss-Vorsitzende Dorothea Zillmer geht davon aus, dass ihre Fraktion der Verwaltung auch den Auftrag erteilen wird, die Kosten für den Neubau einer Sporthalle zu ermitteln.

Wolfgang Reuter (SPD) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verwaltung: „Wenn es um Sanierungen geht, reagiert die Stadtverwaltung oft viel zu spät. Es ist eine alte Forderung von uns, dass rechtzeitig und richtig saniert werden muss.“ Reuter geht davon aus, dass schnelleres Handeln sehr viel Geld gespart hätte.

 Die Sanierung der Dreifachturnhalle Kaarst wird das beherrschende Thema im Sport-, Freizeit- und Sozialausschuss sein, der am kommenden Dienstag tagt. Die Verwaltung soll beauftragt werden, für die Haushaltsberatungen Informationen zur Verfügung zu stellen, damit die Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr zügig angegangen werden können. In der Beratungsvorlage der Verwaltung ist ebenfalls von einem Sanierungsstau die Rede.

Info
Die Dreifachhalle
Die Dreifach-Turnhalle Kaarst wurde 1975 errichtet als Teil des Schul- und Sportzentrums in der Kaarster Stadtmitte. Das Gebäude verfügt über eine Dreifach-Turn- und Sporthalle mit einer Spielfläche von 1215 Quadratmetern, eine ein- und ausfahrbare Tribüne für 600 Zuschauer sowie ein Spielanzeigesystem. Weiterhin gehören zu dem Gebäudekomplex eine 253 Quadratmeter große Cafeteria mit Außenterrasse für 50 Personen sowie ein Jugendschulungsraum. Durch Ausübung des Skaterhockey-Sports werden am Boden sowie am umlaufenden Wandbereich permanent Schäden verursacht. Die Dreifach-Turnhalle ist durch den Schulsport und durch die Nutzung diverser Sportvereine zu nahezu 100 Prozent ausgelastet.

In diesem Jahr wurde beziehungsweise wird in der Halle kaum etwas ausgebessert, im vergangenen Jahr waren 111 000 Euro in die Hand genommen worden - allein die Dacherneuerung über der Cafeteria schlug mit 40 230 Euro zu Buche. Im Gespräch mit der NGZ gab Dorothea Zillmer zu verstehen, dass sie von der Verwaltung genaue Daten als Grundlage für die Haushaltsberatungen erwartet.

Gravierende Versäumnisse der Stadt sieht sie nicht: „Da ist ja peu à peu immer was gemacht worden.“ Trotzdem möchte die CDU auch von der Verwaltung vorgerechnet bekommen, was denn eine neue Halle kosten würde. Das hält Wolfgang Reuter (SPD) für überflüssige Beschäftigungstherapie: „Auch ohne die genauen Kosten zu kennen: Eine neue Halle wäre nicht zu finanzieren.“ Hinzu käme der Abriss der bestehenden Halle, den Reuter auf rund 500 000 Euro schätzt.

In der Verwaltungsvorlage werden alle möglichen Nutzungen angesprochen. Fakt ist, dass die Crash Eagles als Hauptnutzer die Halle in besonderer Weise strapazieren. Dorothea Zillmer ist zuversichtlich, dass die Crash Eagles diese Halle auch künftig werden nutzen können.

Wolfgang Reuter kann sich noch erinnern, wie er vor Jahren dazu beigetragen hatte, dass die noch jungen und unbekannten Sportler ihren damals noch exotischen Sport in dieser Halle ausüben konnten - auch er tendiert dazu, den Crash Eagles weiterhin die Nutzung der Dreifachturnhalle zu ermöglichen. „Die einzige Ausweichmöglichkeit wäre das Sportforum Kaarst-Büttgen“, weiß Reuter.

Hiervon sind die Crash Eagles jedoch nicht gerade begeistert. Nach eigenem Bekunden ist der Verein auch nicht in der Lage, eine eigene Skaterhalle zu betreiben - theoretisch könnte eine gebrauchte Tennishalle zur Skaterhalle umgebaut werden. Und: Eine Verlagerung des Skater Hockeys ins Sportforum würde mit der Nutzung als Radsporthalle kollidieren.

Quelle: NGZ


Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR

Kaarst

Den Mafia-Mördern auf der Spur

Am Freitagmorgen, 5.30 Uhr: Ein Einsatztrupp der Mordkommission stürmt eine Pizzeria in Holzbüttgen. Scheiben klirren, die maskierten Männer mit schwarzen Helmen dringen in das Gebäude ein, durchsuchen innerhalb von 15 Minuten die Räume. VON Christoph Pütz  mehr

 
Die Dreifachhalle an der Pestalozzistraße wird auch von den Crash Eagles benutzt. Eine Variante sieht vor, dass an die bestehende Halle eine weitere Halle angebaut wird, die ausschließlich von den Skatern benutzt wird.

Kaarst

Fünf Varianten für die Dreifachhalle

In die Dreifachturnhalle in Kaarst sind in den vergangenen drei Jahren rund 600 000 Euro investiert worden, um sie funktionstüchtig zu halten. Schätzungsweise weitere 2,1 Millionen Euro werden erforderlich sein, um alle Mängel zu beseitigen. VON Rudolf Barnholt  mehr

 
 
 
 
 
BILDER AUS KAARST
 
Familienanzeigen