Kaarst (NGZ). Rund 2,1 Millionen Euro soll die Sanierung der Dreifachhalle kosten. Die CDU will nun prüfen lassen, ob angesichts dieser immensen Kosten ein Neubau der Halle effektiver wäre. Die SPD spricht sich gegen diese Variante aus: Allein der Hallenabriss würde rund 500 000 Euro kosten.
Kaarst Die Dreifachsporthalle an der Pestalozzistraße ist neben der Kleinschwimmhalle und dem Sportforum ein finanzielles Sorgenkind der Stadt Kaarst. Bislang wird der Sanierungsbedarf mit gut 2,1 Millionen Euro angesetzt.
Die CDU-Fraktion kommt am Montag zusammen, um über dieses Thema zu sprechen. Die Ausschuss-Vorsitzende Dorothea Zillmer geht davon aus, dass ihre Fraktion der Verwaltung auch den Auftrag erteilen wird, die Kosten für den Neubau einer Sporthalle zu ermitteln.
Wolfgang Reuter (SPD) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verwaltung: „Wenn es um Sanierungen geht, reagiert die Stadtverwaltung oft viel zu spät. Es ist eine alte Forderung von uns, dass rechtzeitig und richtig saniert werden muss.“ Reuter geht davon aus, dass schnelleres Handeln sehr viel Geld gespart hätte.
Die Sanierung der Dreifachturnhalle Kaarst wird das beherrschende Thema im Sport-, Freizeit- und Sozialausschuss sein, der am kommenden Dienstag tagt. Die Verwaltung soll beauftragt werden, für die Haushaltsberatungen Informationen zur Verfügung zu stellen, damit die Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr zügig angegangen werden können. In der Beratungsvorlage der Verwaltung ist ebenfalls von einem Sanierungsstau die Rede.
In diesem Jahr wurde beziehungsweise wird in der Halle kaum etwas ausgebessert, im vergangenen Jahr waren 111 000 Euro in die Hand genommen worden - allein die Dacherneuerung über der Cafeteria schlug mit 40 230 Euro zu Buche. Im Gespräch mit der NGZ gab Dorothea Zillmer zu verstehen, dass sie von der Verwaltung genaue Daten als Grundlage für die Haushaltsberatungen erwartet.
Gravierende Versäumnisse der Stadt sieht sie nicht: „Da ist ja peu à peu immer was gemacht worden.“ Trotzdem möchte die CDU auch von der Verwaltung vorgerechnet bekommen, was denn eine neue Halle kosten würde. Das hält Wolfgang Reuter (SPD) für überflüssige Beschäftigungstherapie: „Auch ohne die genauen Kosten zu kennen: Eine neue Halle wäre nicht zu finanzieren.“ Hinzu käme der Abriss der bestehenden Halle, den Reuter auf rund 500 000 Euro schätzt.
In der Verwaltungsvorlage werden alle möglichen Nutzungen angesprochen. Fakt ist, dass die Crash Eagles als Hauptnutzer die Halle in besonderer Weise strapazieren. Dorothea Zillmer ist zuversichtlich, dass die Crash Eagles diese Halle auch künftig werden nutzen können.
Wolfgang Reuter kann sich noch erinnern, wie er vor Jahren dazu beigetragen hatte, dass die noch jungen und unbekannten Sportler ihren damals noch exotischen Sport in dieser Halle ausüben konnten - auch er tendiert dazu, den Crash Eagles weiterhin die Nutzung der Dreifachturnhalle zu ermöglichen. „Die einzige Ausweichmöglichkeit wäre das Sportforum Kaarst-Büttgen“, weiß Reuter.
Hiervon sind die Crash Eagles jedoch nicht gerade begeistert. Nach eigenem Bekunden ist der Verein auch nicht in der Lage, eine eigene Skaterhalle zu betreiben - theoretisch könnte eine gebrauchte Tennishalle zur Skaterhalle umgebaut werden. Und: Eine Verlagerung des Skater Hockeys ins Sportforum würde mit der Nutzung als Radsporthalle kollidieren.
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