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Kaarst: Schnelles Internet für alle

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 13.01.2010 - 21:30

Kaarst (NGZO). Unternehmen, aber auch Privat-Surfer in Holzbüttgen und Vorst sind unzufrieden – die Breitbandversorgung ist schlecht. Doch Abhilfe ist in Sicht. Bis Ende des Jahres sollen alle Haushalte über fixe Internetverbindungen verfügen.

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Stadt Kaarst fragt nach

Was Um festzustellen, wie groß in Holzbüttgen und Vorst der Bedarf an schnellem Internet ist, hat die Stadt ein "nichtförmliches Interessenbekundungsverfahren" eingeleitet.

Wer Das Angebot soll privaten Haushalten, Gewerbetrieben, Freiberuflich Tätigen und sonstigen Institutionen zur Verfügung stehen. Anbieter können sich bis zum 31. Januar im Rathaus beim Bereich Wirtschaftsförderung und Liegenschaften melden.

Wenn Internetsurfer daheim über zu langsame Verbindungen fluchen, ist das ärgerlich, für Unternehmen indes kann dieses Problem unter Umständen sogar existenzbedrohend sein. Denn hochleistungsfähige Telekommunikationsinfrastruktur ist längst zum Standortfaktor geworden und genauso wichtig wie Autobahnanbindung oder Flughafennähe.

Gerade abseits der großen Ballungsgebiete fehlt es in Deutschland indes noch oft an notwendigen Breitbandanschlüssen – viele DSL-Kunden sind eher an einen Daten-Trampelpfad als eine Hochgeschwindigkeitsstrecke angeschlossen. Das gilt auch noch für die Kaarster Ortsteile Holzbüttgen und Vorst, eine für Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen nicht akzeptable Situation, "gerade für die dort angesiedelten Unternehmen mit größerem Datentransfer".

Ein Defizit, davon ist Güsgen überzeugt, das womöglich schon bald ausgeräumt sein könnte. "Seit uns im Sommer 2008 erste Beschwerden über eine unzureichende Breitbandversorgung erreicht haben, stehen wir in intensiven Gesprächen mit der Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen." Das Problem: Vorst und Holzbüttgen sind derzeitig noch zu weit von den in Kaarst und Büttgen vorhandenen Knotenpunkten entfernt, so dass nur eine langsame und unkomfortable Einwahlverbindung besteht.

Das Verlegen von Glasfaserkabeln und der Bau von Netzknotenpunkten ist teuer. Die Kosten pro Kilometer betragen zwischen 20 000 und 50 000 Euro. Investitionen, die die Telekom scheut. Dies führt dazu, dass beispielsweise in Vorst rund 62 Prozent der Anschlüsse mit unter einem Megabit versorgt sind und im Ortsteil Holzbüttgen derzeit nur Bandbreiten zwischen einem und drei Megabit möglich sind (heutiger Standard: 6 bis 16 Mbit). Die Lösung: Weil die Telekom nach intensiver Suche Leerrohre zwischen den beiden Ortsteilen entdeckte, sanken die Deckungslücken inklusive der Tiefbauarbeiten für Holzbüttgen auf 63 000 und für Vorst auf 35 000 Euro.

Diese Lücke könnte noch weiter reduziert werden, wenn den Informationstechnologie- und Telekommunikations-Unternehmen (ITK) die Daten der Online-Umfrage der Breitbandinitiative Kaarst (www. breitband-kaarst.de) zur Verfügung gestellt würden, erklärt Güsgen: "Bei dieser Umfrage haben bislang rund 400 Teilnehmer Interesse an einem schnelleren DSL-Anschluss bekundet." Bei rund 5200 Haushalten und mehr als 1000 Unternehmen in Vorst und Holzbüttgen sieht der Wirtschaftsförderer das Potenzial aber bei weitem nicht ausgeschöpft.

Darüber hinaus hatte der Haupt- Wirtschafts- und Finanzausschuss der Stadt Kaarst beschlossen, für dieses Projekt rund 30 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung zu stellen. Güsgen optimistisch: "Spätestens bis Ende des Jahres sollen alle Kaarster Haushalte über ein schnelles Internet verfügen können."

Quelle: RP

 
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