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Kaarst: Schulessen auf dem Prüfstand

VON STEFAN REINELT - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012

Kaarst (NGZ). Über fünf Jahre hat die Hochschule Niederrhein das Essen in 200 Schulen und Kindertagesstätten überprüft. Seit dem verstärkten Ausbau des Offenen Ganztags wird vermehrt auch in Kaarster Schulen über Mittag eine warme Mahlzeit angeboten. Die NGZ hat sich drei Mensen angeschaut.

Ina (12, l.) und Ayleen (11) holen ihr Essen in der Mena des Georg-Büchner-Gymnasiums.  Foto:  Lothar Berns
Ina (12, l.) und Ayleen (11) holen ihr Essen in der Mena des Georg-Büchner-Gymnasiums. Foto: Lothar Berns

Eine Studie der Hochschule Niederrhein gibt 90 Prozent der Schulessen die Note "mangelhaft". Über fünf Jahre wurden 200 Mensen überprüft. Das Hauptproblem, heißt es, seien die langen Warmhaltezeiten nach Anlieferung des Essens von bis zu sechs Stunden; Vitamine und Geschmack seien aber nach drei Stunden fort.

Seit dem verstärkten Ausbau des Offenen Ganztags wird vermehrt auch in Kaarster Schulen über Mittag eine warme Mahlzeit angeboten. Das Georg-Büchner-Gymnasium in Vorst hat zu Jahresbeginn den Zulieferer gewechselt. Der Anbieter aus Düsseldorf bringt die Speisen um 12 Uhr in die Schule, eine halbe Stunde später beginnt die Ausgabe. Das Gesundheitsamt gibt vor, dass ein Essen mindestens die Temperatur von 65 Grad haben muss. "Es wird in speziellen Kisten geliefert, die die Temperatur bedenkenlos halten. In der Ausgabe wird das Essen dann durch heißes Wasser unter den Behältern warm gehalten", sagt Brigitte Reuß-Tannigel aus der Cafeteria.

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Bezahlen

Am GBG gibt es drei Möglichkeiten, um das Essen zu bezahlen: bar, mit einer aufladbaren Geldkarte oder die Eltern überweisen den Betrag im Voraus.

Zu jeder Mahlzeit gibt es einen Salat und Nachtisch. Wahlweise gibt es auch Salat mit Pute oder Käse und Schinken.

Am GBG findet in der fünften und sechsten Klasse der gebundene Ganztag statt, das heißt 170 Schüler haben auch an drei Nachmittagen Unterricht. Rund 50 Schüler essen in der Mittagspause das Tagesmenu oder einen großen Salat. Das Prinzip der Gerichte ist klar: Sie sollen schmackhaft sein, ausgewogen und gesund. In der Vergangenheit hatte die Schule das Problem, dass sich die Kinder lieber den Pizzaservice bestellten und die Kartons für zu viel Müll sorgten. "Wir haben eindringlich darauf hingewiesen, dass der Lieferdienst das Schulgelände nicht betreten darf und die Kinder das Gelände auch nicht verlassen dürfen", sagt Schulleiterin Gisela Saßmannshausen. Inzwischen halten sich die Schüler daran, und stattdessen ist die Zahl der bestellten Mittagessen leicht gestiegen. An einem eigens eingerichteten Runden Tisch für die Cafeteria bespricht sich die Schulleiterin regelmäßig mit einigen Lehrern, Schülern und Eltern.

Zufrieden scheinen die Schüler am Albert-Einstein-Gymnasium mit dem Mittagessen zu sein. Zumindest hat Direktorin Brigitte Brinkmann bisher keine Beschwerden gehört. "Das Mittagessen wird kurz vor der Pause von einem Caterer aus Kaarst geliefert", sagt Brinkmann. Am "gesunden Dienstag" bestimmen vor allem Gemüse und Obst die Speisekarte. An der Elisabeth-Selbert-Realschule gibt es ein Mittagessen für die Kinder der Hausaufgabenbetreuung. "Die Gruppe bekommt einen Menüplan mit Vorschlägen, über die sie dann gemeinsam entscheidet. Dadurch möchten wir sicher gehen, dass das Essen auch gegessen wird", erklärt Konrektorin Ursula Vitz. Die Betreuung beginnt um 13.20 Uhr, die Speisen werden bereits gegen 12 Uhr geliefert und müssen aufgewärmt werden. Das Zeitfenster liegt damit in der "Drei-Stunden-Regel". "Das ersetzt aber natürlich kein frisch zubereitetes Essen", sagt Vitz.

Quelle: NGZ/jre


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