Kaarst (NGZ). Kaarst Eltern müssen ihren Kindern tagtäglich deutlich machen, dass nicht alle ihre Wünsche erfüllt werden können. Dieselbe Aufgabe hatten jetzt Schulausschuss und Verwaltung gegenüber Lehrern und Eltern zu lösen.
Wie geht es weiter mit den Grundschulen im Ortsteil Kaarst? Im Schulausschuss kam es jetzt noch einmal zu heftigen Diskussionen. Doch für die Beschlussvorschläge der Verwaltung gab es nach zweistündiger Debatte breite Mehrheiten.
So ist zum Beispiel vorgesehen, dass die Gemeinschaftsgrundschule Stakerseite zum Schuljahr 2009/2010 einen Teilstandort im Gebäude der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule an der Bussardstraße bildet. Es wurde beschlossen, dass die drei noch bestehenden Klassen der Albert-Schweitzer-Schule weiter am Standort Bussardstraße beschult werden. Die Bildung des Teilstandortes der Gemeinschaftsgrundschule Stakerseite ist zunächst auf drei Jahre befristet.
Vier Grundschulen
Alle vier Kaarster Grundschulen sollen bis zum Jahr 2013 erhalten bleiben. Dabei gibt es jedoch Unterschiede, was die Schülerzahlen anbelangt. So soll die Schule an der Stakerseite dreizügig geführt werden, die Katholische Grundschule dreizügig. An der Grünstraße würden zwei Züge zur Verfügung stehen. Und an der Albert-Schweitzer-Schule an der Bussardstraße steht nur noch ein Zug bereit.
Des einen Freud, des andern Leid: Tanja Batos, deren Sohn die Grundschule an der Bussardstraße besucht, ist froh, dass dieser Schulstandort nicht aufgegeben wird. Sie durfte sich im Ausschuss zu Wort melden und gab folgendes zu verstehen: „Ich möchte die Politik loben, die eine schwere Entscheidung zu treffen gehabt hat. Und ich fand es ganz toll, dass sie einer Mediation zugestimmt hat.“
Der Diskussion im Schulausschuss konnte sie jedoch nichts Positives abgewinnen. Christa Roehlike, Leiterin der Grundschule Stakerseite und kommissarische Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule, hatte zuvor beklagt: „Die Dependance-Lösung bringt Probleme mit sich. Ich lehne diese Lösung strikt ab.“ Sie nannte als Gründe unter anderem Probleme bei der Aufsicht auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule und erklärte: „Ich lehne die Verantwortung für diese Lösung ab.“
Die Verwaltung geht davon aus, dass es eine Ausnahme war, dass an der Bussardstraße in diesem Jahr keine Eingangsklasse gebildet werden konnte, was das Ende der Albert-Schweitzer-Schule bedeutet hatte. Und sie bittet alle Verantwortlichen darauf hinzuwirken, möglichst kleine, vergleichbar große Schulklassen entstehen zu lassen.
Gaby Rogner von der Arbeitsgemeinschaft der Kaarster Schulpflegschaften stellte in diesem Zusammenhang folgende Fragen: „Was ist, wenn sich nicht genügend Eltern für den Standort Bussardstraße entscheiden? Will man dann die Eltern dazu zwingen, oder werden sie die freie Wahl haben?“ Schuldezernent Heinz Dieter Vogt antwortete: „Im Einzugsgebiet Bussardstraße gibt es so viele Kinder entsprechenden Alters, dass dort eine Klasse gebildet werden kann.“ Die freie Wahl der Grundschule nach Wegfall der Schulbezirke gelte in dem von der Politik festgesetzten Rahmen.
Karl-Heinz Konzelmann (Die Grünen) kritisierte das Ergebnis des Mediationsverfahrens: „Man wollte keinem weh tun, keinen Schulstandort schließen.“ Die Eltern hätten durch ihr Anmeldeverfahren jedoch die Albert-Schweitzer-Schule zum Auslaufmodell gemacht. Konzelmann beantragte deshalb einen Schulneubau auf dem Gelände der Grundschule Stakerseite. „Das kann ja wohl nicht ernstgemeint sein“, regte sich Dagmar Treger (CDU) auf: „Wir haben genügend Schulraum in der Stadt. Der Neubau ist die abwegigste Lösung.“
„Wir werden den Verwaltungsvorschlägen zustimmen“, erklärte Hermann-Josef Sülzenfuß (CDU). Wolfgang Reuter (SPD) hatte zuvor bereits Zustimmung seitens seiner Partei signalisiert.
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