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Kaarst: Spenden für Kreuz im Ratssaal

VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 09.06.2010 - 21:29

Kaarst (NGZ). Am Dienstag hat sich der Initiativkreis "Kunst im Bürgerratssaal" gegründet. Die Mitglieder sind bereit, den Entwurf eines Kreuz-Kunstwerkes für den Ratssaal zu bezahlen. Burkhard Siemsen soll nun beauftragt werden.

Künstler Burkhard Siemsen an seinem Arbeitsplatz.  Foto:  Reuter
Künstler Burkhard Siemsen an seinem Arbeitsplatz. Foto: Reuter

Bislang existiert lediglich eine Idee. Ohne Auftrag, hat Burkhard Siemsen, gelernter Glasmaler und Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie, stets betont, mache er keinen Strich. So, wie es jetzt aussieht, kann er nun Anfang kommender Woche zu Papier und Bleistift greifen. Ein am Dienstag gegründeter Bürgerinitiativkreis "Kunst im Bürgerratssaal", bestehend aus derzeit sieben Privatleuten, hat sich bereit erklärt, die Kosten für einen Entwurf Siemsens für ein Kreuz-Kunstwerk im Kaarster Ratssaal zu bezahlen.

Kunst als Wegbereiter

1500 Euro kostet es, dass der über die Grenzen Kaarsts hinaus bekannte Künstler seine abstraktenGedanken zum Thema Kreuz und dessen christliche wie allgemein gesellschaftliche Symbolik in einen konkreten Plan umsetzt. Die Kosten für das Gesamtkunstwerk werden auf circa 10 000 Euro geschätzt. Um angesichts der problematischen Haushaltslage der Stadt neben der rechtlichen und ethischen Kreuz-Frage keine zusätzlichen Diskussion "Kunst contra Kindergärten" anzuzetteln, hatte CDU-Politiker Franjo Rademacher bereits nach der letzten Ratssitzung vor gut zwei Wochen eine Sponsoring-Lösung wie beim Stelenkonzept vorgeschlagen.

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Die Idee

Form Siemsen geht von einem zweiteiligen Glas-Kunstwerk in den Fenstern des Ratssaales aus.

Darstellung Ein Teil soll das Kreuz, der andere die Stadt zum Thema haben. Vorstellen kann Siemsen sich eine sechsfarbige Darstellung. Die sechs Farben sollen für sechs Kaarster Stadtteile (inklusive der "Höfe") stehen.

Heißt: Das Kunstwerk für den Kaarster Ratssaal würde am Ende aus privaten Geldbörsen und nicht aus der Stadtkasse finanziert. Um Sponsoren für ein Projekt zu gewinnen, bedarf es allerdings eines realen Entwurfes. Und der wird nun in Auftrag gegeben.

"Wir halten die Idee einer anspruchsvollen, modernen künstlerischen Ausgestaltung eines so wichtigen öffentlichen Raumes für notwendig und lange überfällig", sagt Rademacher, der auch Koordinator des Bürgerinitiativkreises ist. "Dieser heute eher beliebige, seelenlose Ratssaal braucht dringend sinn- und identitätsstiftende Kunst, um ihm die notwendige Würde zu verleihen."

Bürgermeister Franz-Josef Moormann reagierte erfreut auf die Initiativkreis-Nachricht. "Ich finde es gut, wenn Entscheidungen des Rates von den Bürgern auf diese Weise mitgetragen wird", sagte er. In der Tatsache, dass sich Burkhard Siemsen auf kreative Weise mit dem vielschichtigen Thema Kreuz auseinander setze, sehe er eine Chance der Entkrampfung der bislang hoch emotional geführten Diskussion.

Der künstlerische Gedanke als Wegbereiter für eine Konsens zwischen den Parteien – in diese Richtung geht auch die Hoffnung der CDU, die Ende April im Rat den Antrag auf ein Kreuz im Ratssaal stellte. "Ich persönlich habe die Erwartung, dass die Umsetzung der Ideen von Burkhard Siemsen zu einer Entspannung der Debatte beitragen und damit auch unserer Zielsetzung nach einem Zeichen von Toleranz gerecht werden wird", so Fraktionschefin Dorothea Zillmer.

Quelle: NGZ


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