Kaarst (NGZ). In Holzbüttgen werden mehrere verwahrloste Spielplätze seit Jahren nicht mehr in Stand gesetzt. Die Stadt hat auf die Sanierungsbremse getreten, weil sie weiteren Vandalismus befürchtet und weil die Plätze nur noch wenig von Kindern genutzt werden.
Holzbüttgen „Es gibt in Holzbüttgen einige Spielplätze, die man nicht mehr als solche bezeichnen kann“ - wenn sogar Stadtjugendpfleger Ralf Schilling als Vertreter der Stadt Kaarst diese Behauptung aufstellt, dann muss schon etwas daran sein. Mit seiner Einschätzung steht er nicht allein da. Bestätigt wird sein Eindruck nämlich von Anwohnern, die auf die verwahrlosten Plätze aufmerksam gemacht haben.
Zum Beispiel von Heidrun Mohr. Die 44-Jährige nannte als Beispiel den Spielplatz Im Blütenfeld: „Vor zwei Jahren war dort ein Holzhäuschen für die Kinder aufgebaut worden. Doch kurze Zeit später war es von Unbekannten abgefackelt worden. Seitdem liegt der Spielplatz brach, da tut sich nichts mehr.“
Kosten reduzieren
Im Kaarster Stadtgebiet gibt es zurzeit 90 Spielanlagen, die die Verwaltung nicht alle auf den Stand eines modernen Spielplatzes bringen kann und will. Auch im Einvernehmen mit der Politik soll daher eher die Anzahl der Spielanlagen reduziert werden. Damit könnten Kosten unter anderem für die Reinigung gespart werden. Die Stadt Kaarst will dann an bestimmten Stellen gezielt eine Neu-/ Umgestaltung vornehmen.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Mittwoch ein Zur Sache.
Auch der Platz an der Ahornstraße habe schon bessere Zeiten gesehen: „Der Sand wird als Katzen- und Hundeklo genutzt; mittlerweile spielen da kaum noch Kinder. Die Eltern haben schon längst selbst für Abhilfe gesorgt und auf eigene Kosten Spielgerät im Garten ihrer Grundstücke aufgebaut. Denn auf dem Spielplatz der Stadt sind nur noch Spielgerät-Fragmente.“
Wie kommt es, dass in Holzbüttgen Spielplätze dermaßen verwahrlosen können? Schilling erläutert: „Der Spielplatz im Blütenfeld wurde nach dem Abbrennen des Häuschens nicht mehr instand gesetzt, weil keine Besserung zu erwarten war.“ Nicht Kinder, sondern Jugendliche hätten damals den Kinderspielplatz genutzt, hätten sogar das Häuschen lila angestrichen.
Ein neues Häuschen und neues Gerät für rund 20 000 Euro sei nicht sinnvoll gewesen. Denn erstens, waren die Täter nicht ermittelt worden - und ein weiteres Flammenszenario war zu befürchten. Und zweitens, leben in dem genannten Wohngebiet kaum noch Familien mit jungen Kindern. Der Kinderspielplatz wird also so oder so kaum genutzt.
„Dabei ist nicht bewiesen, dass auch Jugendliche das Häuschen angezündet haben“, betont der Stadtjugendpfleger. Als potenzielle Täter kommen nämlich auch einige Hausbesitzer aus der Nachbarschaft in Frage, die sich durch ständigen Lärm der Jugendlichen gestört fühlten.
Dass auf dem Spielplatz schon lange nicht mehr saniert wurde, bestätigt auch Bereichsleiter Heinz Kiefer: „Für diesen Spielplatz gibt es momentan bewusst keine Planung für eine Neugestaltung oder Sanierung, da im Einzugbereich des Spielplatzes keine beziehungsweise nur ganz wenige Kinder im spielfähigen Alter wohnen.
Außerdem liegt dieser Spielplatz in einem Durchgangsbereich und wird mehr als Querungszone und nicht als Spielstätte genutzt. Des weiteren befindet sich in nur 500 Meter Entfernung an der Platanenstraße ein erst in diesem Jahr eröffneter und gemeinsam mit Kindern überplanter, sehr schöner Spielplatz.“
Ist nun damit zu rechnen, dass die rund 90 Spielplätze in Kaarst nach und nach verwahrlosen? Schilling dementiert das: „Gerade in Holzbüttgen werden wir noch in diesem Jahr tätig werden. So wird der Spielplatz an der Edelweißstraße erneuert. Dort wird eine Riesenmaus aus Draht gebaut, außerdem entsteht ein Sandbauwerkgerüst. Die Stadt investiert dafür ungefähr 16 000 Euro.“
Und auch im kommenden Jahr soll weiter saniert werden. Die Verwaltung möchte dann nämlich den Spielplatz am Schlehenweg reaktivieren.
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