Kaarst (NGZ). Kaarst Alle Beteiligten hatten ganze Arbeit geleistet: Die Sperrung der A 57 und der Aufbau eines Gerüstes über die Autobahn zwischen Kaarst und Büderich waren generalstabsmäßig geplant und klappten wie am Schnürchen. Die Autobahn konnte am Sonntag rund drei Stunden früher als vorgesehen wieder für den Verkehr geöffnet werden. Größere Staus gab es keine.
„Die Jungs sind geistig und körperlich fit und sie wissen schon, was sie zu tun haben“: Wilhelm Brandt von der Bottroper Firma BSG war für die Sperrung der Autobahn zuständig. Er war bereits am Samstagnachmittag mit zehn Mitarbeitern an den Ort des Geschehens gekommen - die Crew ging systematisch vor: In Abstimmung mit „Straßen.NRW“ als zuständigem Autobahnamt war ein Umleitungsplan ausgearbeitet worden. Wer beispielsweise von Krefeld aus nach Köln wollte, wurde über die A44 bis zum Neersener Kreuz und von dort über die A 52 bis zum Kaarster Kreuz umgeleitet - ein nicht unerheblicher Umweg also.
Weitere Sperrung
Der Abriss der Autobahnbrücke im März und der Neubau wurden als Konsequenz des dreispurigen Ausbaus der Autobahn zwischen Kaarst und Meerbusch erforderlich. Am Wochenende wurde das Traggerüstsystem montiert - eine Voraussetzung zum Bau einer neuen Brücke. Im Oktober wird es wieder eine - deutlich kürzere - Autobahnsperrung geben.
Die Männer von der Baustellenservicegesellschaft (BSG) hatten im Vorfeld die erforderlichen Schilder und Leitbarken am Autobahnrand abgestellt und mit schwarz-rotem Band zunächst ungültig gemacht. Am Samstag, kurz vor 20 Uhr, wurden diese Bänder dann blitzschnell entfernt, die Schilder in Position gebracht, ein Geschwindigkeitstrichter gebildet, gelbe Blinklampen installiert. Auf Tafeln über der Fahrbahn wurden die Autofahrer zusätzlich auf die Umleitung hingewiesen.
Ein fast unwirkliches Bild: Kein einziges Fahrzeug auf der Fahrbahn zwischen Kaarst und Meerbusch, so weit das Auge reichte. Die unheimliche Stille wurde immer wieder durch Flugzeuge unterbrochen. Plötzlich ein Fahrzeug, ein silberner Citroen Berlingo: Joachim Dargel, Ingenieur bei „Straßen.NRW“, stieg aus und konnte feststellen: „Die Sperrung hat wunderbar geklappt, die Autofahrer folgen brav den Umleitungsempfehlungen.“
Eine im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Erscheinung hatte sich auf zwei Fahrspuren breitgemacht: Der 120-Tonnen-Kran Marke „Liebherr“ von Schmitz & Partner aus Bergisch Gladbach. Uwe Raabe balancierte die tonnenschwere Fracht - Stahlräger von knapp 20 Metern Länge - zentimetergenau dorthin, wo sie hin sollten, seine Lebensgefährtin Christiane Lippert war mitgekommen, machte Fotos, war von der präzisen Arbeit aller Beteiligten begeistert.
Die Leute der Traggerüstfirma RoRö, einer Tochter von Thyssen-Krupp und fünf Kräfte der Baufirma Kirchner leisteten ganze Arbeit. Bauingenieur Joachim Puls legte selbst mit Hand an: „Nur ’rumzustehen, wäre mir zu langweilig“, so Puls gegenüber der NGZ. Worauf er aufmerksam machte: „Mit dem blauen Traggerüstsytem aus Stahl wurde jetzt weltweit die dritte Brücke gebaut.“ Ein Kran in Normalgröße hievte Holzbretter nach oben, die über die Stahlträger gelegt wurden. Darüber wurde noch eine Folie gelegt - Puls hält es für ausgeschlossen, dass während der weiteren Bauarbeiten irgend etwas auf die Fahrbahn fallen könnte.
Dank hochkonzentrierter Arbeit konnte die Autobahn am Sonntag wieder schneller als erwartet geöffnet werden: Statt um 12 Uhr hatten Autofahrer in Richtung Köln bereits ab 8.45 Uhr wieder freie Fahrt, wer nach 9.15 Uhr Richtung Krefeld wollte, merkte nichts mehr davon, dass über der Autobahn noch bis vor wenigen Minuten hart gearbeitet worden war.
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