Kaarst (NGZO). Der weltbekannte Künstler Tony Cragg will einen Entwurf für ein Kunstwerk am Nordkanal anfertigen. Einzelne Stelen könnten beide Seiten des Kanales verbinden. Wie das Kunstwerk finanziert werden soll, ist unklar.
Kaarst Der weltbekannte Künstler Tony Cragg soll ein Kunstwerk in Kaarst zu bauen. Zumindest, wenn es nach den Wünschen von Markus Albiez geht. Denn der Kontakt kam über den Verein Bodendenkmal Nordkanal zustande. Dessen Vorsitzender Albiez hat Cragg bereits in seinem Atelier in Wuppertal besucht. Cragg bestätigte gestern gegenüber der NGZ: "Ich werde mir das überlegen und einen Entwurf anfertigen. Es ist aber noch viel zu früh, darüber zu sprechen. Dass ich dort ein Kunstwerk baue, ist eine vage Möglichkeit. Da ist noch nichts entschieden."
Die Planungen von Markus Albiez sind dagegen schon konkreter: "Das Kunstwerk soll am Nordkanal entstehen – auf Höhe der Erftstraße." Wie genau das Objekt aussehen wird, ist allerdings nur in groben Zügen klar: "Craig wird im März eine Zeichnung und auch ein Modell anfertigen." Am liebsten wäre es dem Vereinsvorsitzenden, wenn der Künstler sich für zwei Säulen aus Bronze entscheidet. "Dann würde auf jeder Seite des Nordkanales eine gebaut." Denn genau wie bei Wilhelm Schiefers "Brücken über den Nordkanal" soll auch das neue Kunstwerk von Tony Cragg beide Seiten des Nordkanales verbinden. Der Nordkanal ist nämlich in vergangenen Jahrzehnten eine Trennlinie gewesen, die auch in den Köpfen der Bürger auf der einen wie auf der anderen Seite bestand – und teilweise noch besteht.
Heißer Draht
Vermutlich eine Summe im sechsstelligen Bereich wird das Kunstwerk von Tony Cragg kosten. Sollte das Geld lieber für andere Zwecke eingesetzt werden? Die NGZ will Ihre Meinung wissen. Rufen Sie heute von 14 bis 15 Uhr an unter 0 21 31 / 404-207. Oder schreiben Sie eine E-Mail an cp@ngz-online.de.
Albiez stellt klar: "Man sollte uns nicht verwechseln mit einem Wilhelm-Schiefer-Verein. Wir wollen den Blick weiter fassen – und daher passt eine Skulptur von Tony Cragg bestens in unser Konzept." Beim Besuch in Wuppertal hat der bekannte Künstler den Kaarster Gästen gezeigt, wie solche Objekte entstehen: "Es war ein aufschlussreicher Besuch. In der Werkstatt sind rund zehn Mitarbeiter beschäftigt. Da wurde deutlich, wie aufwändig die Bearbeitung der Bronze ist", berichtet Markus Albiez.
Das Modell soll im März fertig sein, das Kunstwerk selbst könnte Anfang 2011 in Kaarst stehen. Voraussetzung ist aber, dass die Finanzierung geklärt ist. Und dahinter steht noch ein großes Fragezeichen: "Ich schätze, dass so ein Kunstwerk ungefähr so teuer wird, wie die Brücken von Wilhelm Schiefer. Das waren rund 150 000 Euro", meint Albiez. Wie viel Honorar der Künstler, der auch Leiter der Kunstakademie in Düsseldorf ist, haben will, wird frühestens feststehen, wenn der Entwurf fertig ist. Der Vereinsvorsitzende hofft, dass ein großer Teil des Geldes durch Sponsoren aufgebracht wird. "Wir werden tingeln, um möglichst viel Geld zusammenzubekommen." Ein Finanzplan soll erstellt werden – vielleicht fließt ja auch Geld aus der Kommune oder vom Land.
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