Auf der Suche nach Weihnachten (NGZO). Nicht nur der karge Weihnachtsmarkt im Maubiscenter lässt vorweihnachtliche Stimmung vermissen. Jetzt haben Unbekannte bereits zum sechsten Mal die Beleuchtung des riesigen Weihnachtsbaumes mitten auf dem Neumarkt zerstört. Die City wirkt kalt und trostlos.
Kaarst Auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung – diese Suche führt in Kaarst in diesem Jahr nicht zum Erfolg. Nicht nur, dass der Mini-Weihnachtsmarkt ein trauriges Bild bietet und so gar keine Vorfreude aufkommen lassen will. Der große Weihnachtsbaum mitten auf dem Platz vor dem Kaarster Rathaus stand bisher als einziger Stimmungsmacher dem sonst kargen Weihnachtsambiente entgegen.
Doch seit ein paar Tagen sorgt auch er eher für betrübte Gemüter als für Festtags-Vorfreuden. Der Baum bleibt nämlich zappenduster. Den Grund erläutert Stadtpressesprecherin Sigrid Hecker: "Bereits sechs Mal wurde inzwischen dafür gesorgt, dass dem stolzen Baum das Licht ausgeht." Unbekannte haben immer wieder Lichterketten heruntergerissen und die Lampen herausgedreht oder zerstört. Ständig müssen städtische Mitarbeiter oder auch eine beauftragte Elektrofirma anrücken, um die Schäden zu beheben und den Baum wieder zum Leuchten zu bringen. "Und mit gleicher Beharrlichkeit sorgt irgendjemand dafür, dass es wieder dunkel wird", ärgert sich nicht nur Sigrid Hecker.
Der Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsbaum auf dem Neumarkt ist der augenfälligste Hinweis auf die Adventszeit in der Kaarster City. Im benachbarten Maubiscenter hatte es in früheren Jahren ebenfalls einen Baum gegeben. Doch in diesem Jahr wurde es damit nichts. Darüber hatten sich bereits Besucher des Weihnachtsmarktes im Maubiscenter gewundert.
Dabei erstrahlt der rund zehn Meter hohe Baum auf dem Neumarkt sowieso schon nicht mehr im früheren Glanz. Denn die Dekoration des Baumes ist bereits auf ein Minimum heruntergefahren worden – nämlich auf die Lichterketten. Bunte Geschenkepäckchen oder strahlende Christbaumkugeln – die waren so häufig vom Baum gerissen worden, dass die Verwaltung es mittlerweile aufgegeben hat, nachzubestücken.
Die finanziellen Schäden halten sich in Grenzen: "Wir werden ungefähr 500 Euro für die Elektroarbeiten der von der Stadt beauftragten Firmen zahlen müssen", berichtet Gerd Schmitz, der als Elektromeister im Bereich Tiefbau für alles rund um die Beleuchtung in der Stadt zuständig ist. Viel schlimmer: Die vorweihnachtliche Atmosphäre in der Stadt ist gestört.
Heinz Wirnsberger, Sprecher der Rathaus-Arkaden, ist ebenfalls wenig begeistert: "Ich bin vergangenen Sonntag mit meiner Kamera 'rausgegangen, um eine schöne Aufnahme für eine Werbeanzeige zu machen. Doch der Platz vor dem Rathaus war erschreckend leer." Das größte Defizit aus seiner Sicht: "Es fehlt einfach ein Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt." Doch das Einzige auf dem Platz ist der Baum – und der leuchtete in den vergangenen Tagen nur sporadig.
Sigrid Hecker hofft, dass sich das nun ändert: "Wir versuchen nun, eine weitere Zerstörung zu verhindern, indem die Lichterkette in zweieinhalb bis drei Metern über dem Boden endet." Auch sie weiß: Ein bis unten beleuchteter Weihnachtsbaum auf dem Neumarkt wäre weitaus schöner. Doch dieses Risiko will die Stadtverwaltung nicht eingehen. Denn die Sorge ist zu groß, dass die mutwilligen Zerstörer erneut in Erscheinung treten und die vorweihnachtliche Freude der Kaarster Innenstadtbesucher abwürgen.
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