Kaarst (NGZ). Das expandierende Heiligenviertel soll durch einen Kreisverkehr an die L 154 angebunden werden. Dass ist der Wunsch von 200 Anwohnern , die dafür ihre Unterschrift gaben. Das Problem. Der Kreisel würde rund 200 000 Euro kosten.
Büttgen Die Bewohner des „Heiligenviertels“ in Büttgen sind sich einig. Wenn im Neubaugebiet Hubertusstraße rund 300 Neubürger zuziehen, dann soll ein Kreisverkehr gebaut werden, damit kein Verkehrschaos entsteht.
Die Anwohner Petra und Wolfgang Thielen haben 200 Unterschriften gesammelt und der Verwaltung übergeben. „Ein großes Anliegen der Anwohner ist die Anbindung des neuen Quartiers über einen Kreisverkehr an die L 154“, heißt es an einem begleitenden Schreiben der Thieles an Bürgermeister Franz-Josef Moormann. Die dem Brief beigefügten Unterschriften sollen „den Bürgerwillen deutlich machen“.
Das Verfahren
Das Bürgerbeteiligungsverfahren soll sicherstellen, dass die Pläne der Stadt nicht an den Wünschen der Bürger vorbeigehen. Daher haben alle Interessierten mehrfach Gelegenheit, eigene Vorstellungen einzubringen. Nächster Termin ist der 13. Oktober, dann lädt die Stadt zur Bürgerversammlung.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Mittwoch ein Zur Sache mit dem Titel: "Kreisel-Pläne".
Der Kreisverkehr soll nach dem Willen der Anwohner im Bereich der Ortsumgehung, der L 154, ungefähr auf Höhe der Verlängerung des Hubertusweges gebaut werden. Eigentlich wäre das kein Problem - denn das Land hat bereits die Genehmigung für einen solchen Kreisverkehr erteilt.
Aber das Land hat gleichzeitig auch deutlich gemacht: Die Kosten muss Kaarst selbst übernehmen. Mit rund 200 000 Euro wäre zu rechnen. Die Kosten sind auch deshalb etwas höher, weil der Kreisverkehr auf einer Anhöhe entstünde und dem entsprechend erst einmal Material aufgeschüttet werden müsste, um in die Höhe zu bauen.
200 000 Euro mehr oder weniger im Stadtsäckel - eine nicht unerhebliche Summe. Doch die Stadt reagierte am Dienstag äußerst verhalten auf die Unterschriften-Aktion: „Seitens der Stadt Kaarst ist man in der Entscheidungsfindung noch nicht soweit, die eine oder andere Anschlussvariante grundsätzlich auszuschließen“, ließ Planungsamts-Bereichsleiter Bruno Nelles über Stadtpressesprecherin Sigrid Hecker ausrichten.
Die Büttgener CDU ist in der Meinungsfindung zu diesem Thema schon deutlich weiter. Dass es bei der Erschließung des Heiligenviertels auf eine zusätzliche Anbindung hinauslaufen muss, ist für Sebastian Johnen als örtlichem Ratsvertreter schon lange klar: „Gerade wegen des ohnehin vorhandenen Schülerverkehrs muss zur sicheren und anwohnerfreundlichen Verkehrsregelung ein Kreisverkehr oder ähnliches an der Landstraße her“, formuliert er seine Erwartungen an das Planungsverfahren.
Und Lars Christoph, der auch Mitglied des Preisgerichts ist, ergänzt: „Natürlich kann ich dem Ergebnis der Beratungen nicht vor-greifen, aber wenn wir ausdrücklich ein offenes Verfahren zur Bürgerbeteiligung machen, dann muss man die Wünsche der Bürger auch ernst nehmen. Und die Verkehrsanbindung ist ganz offensichtlich das Hauptanliegen der Menschen im Heiligenviertel. Da können wir nicht dran vorbei.“
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