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Kaarst: „Wahres Kraftwerk im Heim“

VON THILO ZIMMERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.02.2007 - 21:30

Kaarst (NGZ). Kaarst Wenn’s ums Energiesparen geht, dann wird Stefan Pruss regelrecht philosophisch. Der Vertriebsleiter der Stadtwerke Kaarst lehnt sich zurück und spricht dann von „einem wahren Kraftwerk, das jeder im eigenen Heim stehen hat“. Mit anderen Worten: Wer Energie effizient nutzt, wird belohnt durch geringere Kosten, und da kommt einiges zusammen. Die Stadtwerke wollen die 5600 Kaarster Gas-Kunden dabei unterstützen. Gestern präsentierten sie ein neues Tarifsystem.

Wer in Kaarst mit Gas kocht, wird künftiger weniger bezahlen. Die Stadtwerke kündigten am Mittwoch Preissenkung und neues Tarifsystem an.  Foto: NGZ
Wer in Kaarst mit Gas kocht, wird künftiger weniger bezahlen. Die Stadtwerke kündigten am Mittwoch Preissenkung und neues Tarifsystem an. Foto: NGZ

Ab dem 1. April gibt es Standardpreise mit Namen wie „Mini“ oder „Midi“, Sondertarife für die effiziente Energienutzung wie „Best“ oder „Best plus“ und bei einer Nennwärmebelastung von 45 Kilowatt auch Arbeitspreise namens „Big“ und „Big Plus“. Eines ist den Neuen gemein: Während beim bisherigen System die Größe der Heizanlage egal und die Bezahlung gestaffelt war, geht es künftig darum, möglichst kleine Leistungsträger einzubauen, die möglichst effizient betrieben werden.

In diesen Tagen werden alle betroffenen Haushalte angeschrieben, später wird den Kunden der jeweils optimale Tarif ausgerechnet, und in naher Zukunft sollen auch die Installateure als „Marktpartner“ (Pruss) mit ins Boot geholt werden. Heinz Dieter Vogt und Markus Barczik, die Geschäftsführer der Stadtwerke, nehmen dafür einen Gewinnrückgang in Kauf. „Das ist kein Kleckerbetrag, aber die sinkenden Margen schulden wir dem Wettbewerb“, so Vogt, auch Erster Beigeordneter im Rathaus der Stadt.

Info
Stadtwerke Kaarst

2001 war es so weit: Mit Unterzeichnung der Gründungsverträge für die Stadtwerke Kaarst zwischen der Stadt und der Niederrheinische Gas- und Wasserwerke (NGW) GmbH wurde eine neue Ära in der Erdgasversorgung eingeleitet. NGW ist eine 100-prozentige Tochter der Gelsenwasser AG.

Nicht sonderlich gewinntreibend für den Versorger ist auch die erneute Senkung das Gaspreises, den Vogt als „gute Nachricht für die Verbraucher“ bezeichnet. Senkten ihn die Stadtwerke bereits 1. Februar um drei Prozent, so sind am 1. April weitere sieben Prozent fällig. „Das macht zehn Prozent oder für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden eine Ersparnis von rund 120 Euro im Jahr“, rechnet Pruss vor.

„Das zeigt, dass der an den Ölpreis gekoppelt Gaspreis keine Einbahnstraße nach oben ist“, betont der Vertriebschef. „Als kleine Stadtwerke haben wir nicht die Macht, Druck auf die Bezugspreise ausüben zu können. Doch dafür können wir den Kunden beim Sparen helfen“, heißt es. Mit anderen Worten: Die Kaarster Stadtwerke setzen ihr Erdgas-Förderprogramm „fair + mehr“ fort, in dessen Rahmen im Vorjahr bereits der Kauf von über 50 Brennwertgeräten unterstützt worden ist.

Durch diese Apparate lässt sich die Restwärme, die durch den Schornstein geht, erheblich reduzieren, da die in den Abgasen enthaltene Verdampfungswärme genutzt wird. An den Anschaffungskosten beteiligen sich die Stadtwerke deshalb mit 100 Euro.

Bei der Warmwasserbereitung lohnt sich eine Kombination von Erdgasheizung und der Nutzung von Sonnenenergie. Zusätzlich zu den staatlichen Zuschüssen unterstützt der Versorger den Einbau einer zugelassenen Kollektor-Anlage mit 250 Euro. Bei Energiespar-Investitionen gibt es ein Darlehensangebot. Es bietet einen Effektivzins von 4,9 Prozent für maximal 6000 Euro bei einer Laufzeit von bis zu acht Jahren.

Quelle: NGZ


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