Kaarst (NGZO). Weihnachtsstimmung pur auf dem Lindenplatz: Der erste Weihnachtsmarkt, von Bernd Wiescholleck organisiert, war ein voller Erfolg – und praktizierte Nächstenliebe. Der Reinerlös kommt nämlich dem Lukaskindergarten in Holzbüttgen zugute.
Holzbüttgen Am Samstag hatte Drehorgelspieler Hans-Peter Jörgens noch Angst um sein wertvolles Instrument – es regnete mitunter ein wenig. Huete dann strahlend schönes Winterwetter. Der Weihnachtsmarkt tat sein Übrigens, um die Besucher in Feststimmung zu versetzen. Allein der Stand von Marlies Mainka aus Kaarst hätte den Besuch des ersten Holzbüttgener Weihnachtsmarktes gerechtfertigt: Sie bot unter anderem Miniatur-Kaufmannsläden aus den 50er Jahren an. Es war echtes Glühwein-Wetter und Brudermeister Hans Töller sollte bei knackig-kaltem Winterwetter ganz schön ans Schwitzen kommen: An seinem Glühweinstand herrschte Hochkonjunktur.
Der Weihnachtsmarkt war direkt nach der Eröffnung gut besucht. Bernd Wiescholleck kam in der selbstgebauten Bude hinter der Popcorn-Maschine langsam zur Ruhe. "Ich bin schon um 3.30 Uhr aufgewacht – so aufgeregt war ich zum letzten Mal vor meiner Hochzeit", verriet er der NGZ.
Und am Anfang sollte nicht alles rund laufen: Vom Nikolauskloster kamen die Würstchen, aber es war niemand da, der sie auf den Grill legte und verkaufte. Zum Glück erklärte sich David Wiescholleck mit Freundin Valentina kurzfristig bereit, einzuspringen. Einige Meter weiter hatte Kurt Leetz, die "rechte Hand" von Bernd Wiescholleck, seine liebe Mühe, die Maronen auf Temperatur zu bringen. Von den kleinen Startschwierigkeiten merkten die Besucher allerdings nichts. "Hier ist Leben – das hat der Platz verdient", freute sich Pfarrer Ulrich Caspers. Er hatte die kirchlichen Räume zur Verfügung gestellt, bei Kaffee und Kuchen konnten sich die Besucher dort aufwärmen.
Chorsprecherin Dorothea Hoffmann und weitere sieben Frauen vom Kirchenchor verkauften gemeinsam mit Tenor Burkhard Pfeiffer Kuchen, den die Frauen gebacken hatten. Rund eine Stunde nach Eröffnung des Marktes dann ein erster Höhepunkt für die Kinder: Dieter Hellendahl schlüpfte in ein Nikolauskostüm und verteilte Wecken, die eine Privatperson und eine Bäckerei gratis zur Verfügung gestellt hatten. Notburga Pasch aus Korschenbroich und Stan Kopec aus den Niederlanden spielten auf ihren Dudelsäcken Weihnachtslieder, zu vorgerückter Stunde trat der Gospelchor auf der kleinen Bühne auf. Rund um den stattlichen Weihnachtsbaum waren 23 Stände aufgebaut worden – dort wurden ausschließlich Dinge verkauft, die man mit der Weihnachtszeit in Verbindung bringt wie warme Mützen, Krippenfiguren oder Christstollen. Manfred Mies hatte ein imposantes Lebkuchenhaus gebaut – es war unverkäuflich, erworben werden konnten jedoch seine täuschend echt imitierten Mandarinen und Äpfel aus Marzipan. Wolfgang Gärtner hatte seinen Baumverkauf extra vorverlegt und binnen kurzer Zeit waren Samstag 30 Bäume verkauft.
Porträt Kurt Leetz
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