Dr. Mathias Breise untersucht die Teilnehmer der NGZ-Aktion „City-Runner“
Der offizielle Startschuss zur Aktion „City-Runner 2009“, die die NGZ in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Neuss und anderen Partnern ins Leben gerufen hat, fällt zwar erst Freitag in einer Woche bei der Auftaktveranstaltung, doch die zwanzig Teilnehmer befinden sich schon in der heißen Vorbereitungsphase. In der Kardiologie des Neusser Lukaskrankenhauses unterzieht sich einer nach dem anderen einem sportmedizinischen Funktionstest, um beim Trainingsprogramm für den Korschenbroicher City-Lauf kein Risiko einzugehen. Darüber sprach NGZ-Sportredakteur David Beineke mit dem betreuenden Oberarzt Dr. Mathias Breise.
Herr Dr. Breise, wie haben Sie reagiert, als Sie von der Idee hörten, eine Gruppe von Hobbyläufern mit gezieltem Training auf einen Stadtlauf vorzubereiten?
Dr. Mathias Breise Die Idee fand ich ganz hervorragend. Denn schließlich bemühen wir uns hier im Lukaskrankenhaus Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu behandeln, also Menschen zu helfen, die bereits erkrankt sind. Dabei ist es doch viel sinnvoller, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Also im Sinne der Prophylaxe Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel zu begegnen. Und da lässt sich mit einer solchen Aktion sicher viel erreichen.
Wieso ist es so wichtig, sich vor einem solchen Trainingsprogramm genau untersuchen zu lassen?
Dr. Breise Generell lässt sich sagen, dass körperliche Bewegung niemandem schadet. Aber wenn man sich zu intensiv belastet und ohne jede Vorerfahrung mit einem Training beginnt, kann das zu Problemen führen. In der Regel sind das Dinge, die sich behandeln lassen oder denen man vorbeugen kann, wenn sie erkannt sind. Ganz gefährlich sind versteckte Erkrankungen, die lange Zeit im Verborgenen schlummern und sich dann unter einer Belastung negativ auswirken könnten.
Was könnten das für Erkrankungen sein?
Dr. Breise Zum Beispiel angeborene Defekte wie Herzklappenfehler oder aber erworbene Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, die nicht immer unmittelbar mit dem Herzen zu tun haben müssen. Das kann auch mit einer Fehlfunktion der Schilddrüse zusammenhängen. Auch akute Erkrankungen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Bei Infektionen besteht die Gefahr einer Herzmuskelentzündung und wenn es dann zu einer zusätzlichen Belastung kommt, kann das fatale Folgen haben. Das hat jüngst das Beispiel des Mittelstreckenläufers René Herms mal wieder deutlich gezeigt. Besonders tückisch können verschleppte Infektionen sein. Auch wenn man sich wieder gut fühlt, kann das Herz noch in Mitleidenschaft gezogen werden.
Wie wirkt so eine Infektion eigentlich aufs Herz?
Dr. Breise Im Prinzip ist es wie zum Beispiel bei der Lunge ein entzündlicher Prozess, der nur eben wesentlich schlimmere Folgen haben kann. Schließlich hält uns das Herz-Kreislauf-System am Leben und ist sehr sensibel.
Was genau machen Sie mit den Teilnehmern bei so einem Funktionstest?
Dr. Breise Wenn kein konkreter Verdacht vorliegt, hören wir uns zunächst die Krankengschichte an, dann werden Herz und Lunge abgehört. Nach einem Ruhe-EKG wird auch ein Belastungs-EKG gemacht, bei dem sich auch feststellen lässt, wie sich der Blutdruck unter Leistung verhält. Beim abschließenden Herz-Ultraschall werden dann Pumpleistung und Herzklappenfunktion überprüft. Werden Auffälligkeiten festgestellt, empfehlen wir natürlich weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen. Dann ist es auch nicht sinnvoll, sich überhaupt weiteren Belastungen auszusetzen, bis es zu einer endgültigen Klärung kommt.
Ist denn solch ein sportmedizinischer Funktionstest für jeden Menschen sinnvoll?
Dr. Breise Generell gilt, dass man seine Herz-Kreislauf-Funktionen regelmäßig bei seinem Hausarzt kontrollieren lassen sollte. Erst recht, wenn jemand dann auch noch plant, nach längerer Zeit der Passivität ein regelmäßiges Sportprogramm zu beginnen.
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