Korschenbroich (NGZ). Kleinenbroich Irmgard Düppe hat es sich zum Glück anders überlegt: Der 7. Kunst- und Handwerkermarkt im vergangenen Jahr sollte der letzte gewesen sein, den sie organisiert. Doch sie überdachte ihren Entschluss und macht weiter: Das wussten am Sonntag 32 Aussteller und einige hundert Besucher zu schätzen.
In der Kleinenbroicher Mehrzweckhalle ging es wieder vorweihnachtlich zu. Heinz Schichel ist von Anfang an mit dabei. Seine sehr stimmungsvollen Krippen waren wieder sehr gefragt, bereits nach einer halben Stunde waren zwei der bis zu 190 Euro teuren Exemplare mit so stimmungsvollen Details wie einem lodernden Feuer verkauft.
„Alle Jahre wieder“ ist nicht nur ein bekanntes Weihnachtslied: Der Kleinenbroicher Imker Traugott Krüger ist mit dem Kunst- und Handwerkermarkt so eng verbunden wie der Weihnachtsmann mit dem Weihnachtsfest. Neben Honig hatte er unter anderem Mispellikör und „Kleinenbroicher Holunderwein“ mitgebracht. So etwas Hochprozentiges soll ja im Winter ganz schön aufwärmen.
Neue Aussteller
Der 8. Kunst- und Handwerkermarkt, den Irmgard Düppe jetzt organisierte, bot neben Bekanntem auch sehr viel Neues: Etliche der 32 Aussteller waren zum ersten Mal nach Kleinenbroich gekommen. Lokalkolorit verströmten Institutionen wie der Heimatverein und die Aktion Freizeit Behinderter, die jetzt erstmals in Eigenregie die Cafeteria übernahm.
Denselben Zweck erfüllen die Socken, die Iris Flemming aus Kleinenbroich strickte und jetzt zum Kauf anbot. Sonja Viehoever, ebenfalls aus Kleinenbroich, hatte unter anderem liebevoll gestaltete Stillkissen im Angebot, außerdem Lätzchen und Kuschelkissen. Warum die Borussia-Socken ausgerechnet bei Birgit Heck aus Mönchengladbach und nicht in irgendeinem Fanshop kaufen?
„Die Borussia-Strümpfe, die es zu kaufen gibt, bestehen in der Regel aus Polyacryl und verursachen Schweißfüße, während ich die Socken aus Strumpfgarn stricke“, erklärte Birgit Heck interessierten Besuchern. Sechs bis sieben Stunden arbeitet die an einem Paar, da fällt der Stundenlohn sehr dürftig aus.
Wer mehr in ein Weihnachtsgeschenk investieren mochte, der wurde am Stand der Familie Steder aus Köln fündig, wo es eine große Auswahl an Schmuck gab. Lydia Eikenbusch, Täschnerin und Feinsattlerin aus Mönchengladbach, bot unter dem Label „EikenArt“ unter anderem Handtaschen an, die deutlich erschwinglicher sind als die Modelle von Prada - und dazu auch noch individueller.
Heinz Pauen vom Heimatverein zeigte per Beamer Fotos aus alten Zeiten und aus dem Vereinsleben. „Ich bin sehr zufrieden - zum Glück hat Frau Düppe weitergemacht“: Erna Siegers aus Raderbroich verkaufte weihnachtliche Gestecke und Gewürzkränze. Viele zufriedene Händler empfahlen anderen die Teilnahme am Kleinnbroicher Kunst- und Handwerkermarkt: So hatte die Familie Steder Burghard Meißner im Schlepptau, der sich auf Krimis aus dem Kölner Milieu spezialisiert hat.
Anne Linne von Berg aus Korschenbroich bot liebevoll gestaltete Tonkartenarbeiten an, die sich sehr gut als Verpackung für kleine Mitbringsel und Geldgeschenke eignen. Paul Küppers aus Tönisvorst hat in Kleinenbroich immer wieder großen Erfolg mit seinen Steinfiguren - er überredete jetzt Barbara Sukatsch von der „Aldekerker Fundgrube“, ebenfalls mitzumachen. Ihre Adventskränze und -gestecke wurden aus Kunsttanne gefertigt und kennen deshalb kein Verfallsdatum. Simone Behrendt aus Kleinenbroich zeigte Glas in Nickeldraht - das Kunsthandwerk war ursprünglich für den Eigenbedarf entstanden.
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