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Korschenbroich: Aktive: Handeln statt prüfen

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 13.02.2008 - 22:12

Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich „Seit 1999 beschäftige ich mich mit dem Thema Grundwasser, doch ich habe den Eindruck, dass wir seitdem keinen Zentimeter weitergekommen sind“, sagt Gabriele Dietrich, die Kreistagsabgeordnete von der Wählergemeinschaft „Die Aktive“ lebt in Kleinenbroich. „Das einzige, was sichtbar erreicht wurde, sind die Pumpmaßnahmen in Herrenshoff und Raderbroich, und die werden von den Bürgern zu 80 Prozent selbst finanziert.“

Info

UWG und Aktive

Im Kreistag bilden die UWG und „Die Aktive“ eine Fraktion mit drei Abgeordneten. Laut Gabriele Dietrich arbeitet die Korschenbroicher UWG auf Kreisebene nicht
mit. Im Stadtrat ist „Die Aktive“ mit acht Ratsmitgliedern drittstärkste Fraktion,
die UWG stellt drei Mitglieder.

In ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Kreis-Etats sieht die Kreistagsfraktion von Unabhängiger Wählergemeinschaft (UWG) und „Die Aktive“ massive Umweltprobleme Da reicht es nicht, immer wieder auf die Bauherrenhaftung zu verweisen. durch den Grundwasseranstieg, fordert Maßnahmen zur Begrenzung des Wiederanstiegs (NGZ berichtete). Dietrich sieht dabei auch die Stadt in der Pflicht, fordert ein Umdenken bei der Ratsmehrheit - CDU und UWG - und spricht von „schwierigen Verhältnissen“.

„Grundwasserhilfe einsetzen“

Während im Stadtrat die CDU das Thema vernachlässige, „setzt sich im Kreistag die CDU-Fraktion, wenn auch mit ,gebremstem Schaum’, für die Lösung des Grundwasserproblems ein. Da wird sich wohl wenig abgestimmt. Bei der SPD ist es umgekehrt, da engagiert sich die Ratsfraktion, während die Kreistagsfraktion die Auflösung der Rückstellungen für die Grundwasserhilfe fordert“, so die Erfahrung von Dietrich. Ein weiterer Unterschied: „Im Korschenbroicher Rat arbeiten UWG und ,Aktive’ nicht zusammen.“

Stadt, Kreis und Land müssten handeln. „Die Bürger sind unverschuldet durch falsche Landes- und Ortspolitik in diese Situation geraten.“ Da reiche es nicht, auf die Bauherrenhaftung zu verweisen. „Den Betroffenen muss geholfen werden“, betont Dietrich Etwa in dem die beim Kreis gebildete Rückstellung für Grundwasserhilfe - eine Million Euro - endlich für Hilfemaßnahmen eingesetzt werde. „Gutachten und Rechenmodelle bringen den Bürgern keinen Zentimeter weniger Wasser im Keller“, so die Kreistagsfraktion in ihrer Stellungnahme. „In Korschenbroich haben SPD, Grüne und Aktive für den Haushalt 2008 ebenfalls die Bildung einer Rückstellung in Höhe von 100 000 Euro beantragt“, erklärt Dietrich.

Einsatzmöglichkeiten für die Gelder sieht die Kreispolitikerin reichlich - beispielsweise für Pumpmaßnahmen in Kleinenbroich und Pesch. „Das Gutachten von Professor Horst Düllmann zeigt Lösungsmodelle auf. In Kleinenbroich sind die nötigen Brunnenanlagen längst vorhanden. Seit Jahren wird dort aber nicht abgepumpt, weil die Auflagen der Bezirksregierung Düsseldorf so hoch sind und teuer würden - dem Wasser muss Eisen entzogen werden, zudem muss es versickern.“

„Bach fließt rückwärts“

Allerdings bezweifelt die Kreistagsabgeordnete, dass die im Gutachten errechneten Kosten - „vier Millionen Euro für Investitionen“ - wirklich so hoch sein müssen. Wir haben den Eindruck, dass da mit goldenen Wasserhähnen gerechnet wurde. Es dürfte auch preiswerter gehen, indem etwa Leitungen und Geräte von RWE Power geliehen werden. Das Unternehmen steht auch in der Verantwortung.“

Ein Sorgenkind sind laut Dietrich nach wie vor die fließenden Gewässer, die eben kaum noch fließen würden, mehr Pflege bräuchten. Wasser versickere im Boden, führe zu weiterem Grundwasseranstieg. „Bei starkem Regen fließt der Jüchener Bach rückwärts, weil das Wasser nicht in den Nordkanal abfließen kann.“ Eine Hebeanlage könnte dem abhelfen, die beste Lösung wäre aber nach wie vor die Entschlammung des Nordkanals, „wie sie die Stadt Neuss regelmäßig vornimmt“.

Und im Trietbach müsse die künstliche Wasser-Einleitung gestoppt werden. „Das Wasser versickert auf halber Strecke.“ Das Fazit von Gabriele Dietrich: „Wir müssen endlich voran kommen.“

Quelle: NGZ


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