Korschenbroich (NGZ). Gestern war sein großer Tag: Alois Müller (78) ließ sich anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums im Festhochamt und später im Pfarrzentrum feiern. Bei der Liturgie wurde der Jubilar von fünf geistlichen Würdenträgern unterstützt. Als Festprediger waren zur Freude Müllers Domkapitular Karl-Heinz Teut und Pfarrer Johannes van der Vorst dabei.
Bis Alois Müller vor 50 Jahren im Hohen Dom zu Aachen zum Priester geweiht werden konnte, musste der Junge aus dem Eifelort Dahlem einen beschwerlichen Weg zurücklegen. Während andere Jungen vom Beruf des Lokomotivführers oder des Feuerwehrmannes träumten, wollte Müller zunächst Bildhauer oder Architekt werden. Mit 14 Jahren wusste der damalige Volksschüler aber bereits: "Ich will Theologie studieren. Dazu brauchte ich aber Abitur", erinnert sich Müller an die erschwerten Bedingungen der Nachkriegsjahre. Allerdings hatte er schon damals einen ausgeprägten Willen: Er besuchte in Bad Münstereifel für ein Jahr einen Studiengang, der ihm ermöglichte, gleich drei Schuljahre erfolgreich zu überspringen, um dann im Gymnasium richtig durchzustarten.
Die ersten Kontakte zur Stadt Korschenbroich knüpfte Alois Müller 1972, als er um eine Aushilfstätigkeit gebeten wurde. Das änderte sich dann wenig später, als er als Priester in St. Andreas Verantwortung übernahm – für 31 Jahre hat er dort segensreich gewirkt. Vor fünf Jahren wurde Müller dann in den (Un-)Ruhestand verabschiedet und wechselte damit auch seinen Wohnsitz: Er zog vom Pfarrhaus in die ehemalige Kaplanei an der Regentenstraße.
Doch an Abschied denkt der engagierte Pfarrer nicht: Heute leistet er in den Pfarren der Gemeinschaft der Gemeinden als Subsidiar immer noch wertvolle Dienste. "Ganz ohne Kirche kann ich nicht", gibt er dann auch offen zu. Montags und donnerstags geht er ins Kreisaltenheim, zudem wird er von Pfarrer Frank Josef van de Rieth für die Gottesdienste eingeteilt. Dabei macht er aus seiner Vorliebe für St. Andreas kein Geheimnis, schließlich wurde von ihm die Neugestaltung des Gotteshauses vorangetrieben. Die neugotische Prägung im Innenraum hatte durch die Zerstörung im Krieg und beim Wiederaufbau arg gelitten. 1982 wurde dann unter anderem eine stilgerechte Sanierung möglich. Einmal im Jahr verabschiedet sich Alois Müller in einen mehrwöchigen Urlaub – seit 27 Jahren reist er dann als Kurseelsorger nach Heiligenhafen an die Ostsee.
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