Korschenbroich (NGZO). Endspurt ist angesagt. Der Ausbau der Arndtstraße geht in die entscheidende Phase. Die Vollsperrung soll schon am Freitag aufgehoben werden. Dann wird der Minikreisel angelegt. Die angeblichen Anwohnerklagen stellten sich gestern als Bagatell-Äußerungen heraus.
Korschenbroich Seit Monaten beherrschen die Bauarbeiten im Bereich Katharinenplatz, Hindenburgstraße/Arndtstraße das Geschehen im Korschenbroicher Stadtkern. Mittlerweile ist Endspurt angesagt: Die Arndtstraße mit ihrer desolaten Straßendecke ist schon jetzt nicht mehr wiederzuerkennen. Sie wurde verschmälert und leicht verschwenkt.
Während beidseitig die Gehwege bereits fertiggestellt werden konnten, wird zurzeit der Unterbau der neuen Fahrbahn vorbereitet. "Aktuell wird die Schotterschicht aufgetragen", skizzierte Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner gestern den Stand der Straßenbauarbeiten. "Danach wird die Tragschicht gezogen." Der Asphalt muss allerdings noch einen Tag auskühlen, so dass die Vollsperrung der Arndtstraße – laut Christoph Herchner – erst am Freitagmittag aufgehoben wird.
Umstufung
Ein Teilstück der Arndtstraße – nämlich vom Kreisjugendamt bis hin zur Kreuzung Hannengasse/Hindenburgstraße – ist als Landesstraße 382 ausgewiesen. Dies erklärt auch die aktuelle Zuständigkeit des Landesbetriebes Straßenbau. Nach der Sanierung will der die Arndtstraße der Stadt als Baulastträger überlassen. Der Status "L 382" wird dann – laut Landesbetrieb – auf die Fahrbahnbereiche An der Sandkuhle, Borren- und Bleichstraße übertragen.
Lediglich vier Zentimeter trennen dann die neue Fahrbahn von der angrenzenden Spur. Die Abschluss-Asphaltierung erfolgt erst in etwa drei Wochen. "Dafür ist erneut eine Vollsperrung erforderlich", spricht Herchner offen die sich dann über zwei Tage erstreckende Straßensperrung an. Der Tiefbauamtsleiter wirbt im Gespräch mit der NGZ um Verständnis: "Ein derartiger Ausbau dauert seine Zeit und ich finde, die Firma hat das bisher sehr, sehr gut geregelt."
Und auch der zuständige Baudezernent Bernd Dieter Schultze zeigte sich bei der gestrigen Baustellenbegehung mehr als zufrieden. Er lobte nicht nur die Ausführungen, sondern auch die Informationsbereitschaft der Facharbeiter. Klagen von Anliegern und Mietern, sie könnten ihre Garagen nicht erreichen, oder ihre Autos nicht vom Garagenhof fahren, wies Schultze in dem Zusammenhang energisch zurück.
"Im November gab es eine große Bürgerversammlung, wo nicht nur Details zum Ausbau sondern auch zum Zeitplan und damit zu den Sperrungen vorgestellt wurden", erinnerte Herchner an den gut besuchten Info-Abend. "Zudem finden immer dienstags Baubesprechungen statt – offen für die Anlieger."
Dass die Stadt nun ausgerechnet über die Vollsperrung nicht informiert haben sollte, quittierte Schultze mit einem Lächeln. "Die bauausführende Firma hat Info-Zettel in alle Briefkästen verteilt." Mehr noch: "Die Baufirma zeigte sich während der kompletten Bauphase sehr kooperativ", versicherte Schultze. Und so wurden in den Abendstunden Rampen verlegt, damit Hauszufahrten auch während der Bauphase zu nutzen waren. "Bei einer Vollsperrung geht das natürlich nicht", so Manfred Scheurenberg. Allerdings wird der Polier einem Anlieger helfen, der am Freitagmorgen in den Urlaub durchstarten möchte.
Heinz Hüsges, der sieben Garagen vermietet, erklärte gestern auf Anfrage: "Der Ärger ist verraucht. Ich habe alle informiert. Meine Mieter sind zufrieden." Zufrieden ist auch Regina Block. Die engagierte Geschäftsfrau und Inhaberin der Boutique Filou fühlte sich während der gesamten Bauphase immer "gut informiert". Natürlich fiebere sie dem Ende der Bauarbeiten entgegen, sie betonte auch: "Wir bekommen eine tolle Straße, die den gesamten Stadtkern aufwertet."
Für Jens Geerligs hätte der Ausbau der Arndtstraße nicht wirklich sein müssen, dennoch stellte der Textiltechniker gegenüber der NGZ fest: "Alle hier vor Ort sind freundlich und kooperativ." Und auch Zahntechniker Jan Caumanns nimmt die Einschränkungen gelassen hin. "Wir wussten von unserem Vermieter, dass die Arbeiten eine bestimmte Zeit dauern würden. Ich finde es nicht dramatisch, es lässt sich alles regeln", spricht Caumanns auch die Vollsperrung an.
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