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Korschenbroich: Bauchschmerzen wegen Video

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 28.11.2007 - 21:30

Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich So einhellig der Konsens über das „Gemeinsame Handlungskonzept über die Zusammenarbeit bei der Verhütung und Bekämpfung des Jugendvandalismus“ auch war - im Detail bestehen bei den Korschenbroicher Parteien doch recht beachtliche Meinungsunterschiede. Dafür sorgt insbesondere die mehrheitlich gebilligte Videoüberwachung am Gymnasium und der Andreasschule in Korschenbroich sowie der Realschule in Kleinenbroich - wofür es im Oktober vom Hauptausschuss lediglich einen Prüfauftrag gegeben hatte.

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Sicherheit kostet Geld

Neben der 20 000 Euro teuren Videoüberwachung greift die Stadt auch für den
Kommunalen Ordnungsdienst in die Tasche: 15 000 Euro soll das Dienstfahrzeug
kosten, für die Sachausstattung werden 2008 genau 8000 Euro bereit gestellt.
Die neu zu schaffende Stelle soll intern besetzt und zwischen zwei entsprechend zu schulenden Mitarbeitern gesplittet werden. Die SPD wäre auch bereit, „drei
bis vier Halbtagskräfte“ mitzutragen, wie Albert Richter im Hauptausschuss sagte.

Seinerzeit konnte CDU-Fraktionsvorsitzender Ansgar Heveling damit im Interesse einer einstimmigen Beschlussfassung die „Bauchschmerzen“ der Kritiker lindern, die sich nun naturgemäß verstärkt haben: Dies gilt insbesondere für Hans-Jürgen Brieger (FDP) und Wolfgang Houben (Bündnis 90/Die Grünen), aber auch Paul Jahny und Albert Richter für die SPD können sich mit den Videokameras nicht recht anfreunden. „Wesentlich über das hinaus, was zuletzt besprochen wurde“, geht das Ganze für Wolfgang Houben. Mit Kosten von 20 000 Euro stelle die Videoüberwachung „jetzt den größten Einzelposten“ dar, „das wird der Sache nicht gerecht“, meint Wolfgang Houben, der sich ebenso wie Hans-Jürgen Brieger dafür aussprach, erst abzuwarten, wie die anderen Maßnahmen greifen, ehe die Videoüberwachung als „Ultima Ratio“ zum Einsatz komme.

Überzeugen ließen sich die Kritiker auch nicht durch Heinz Josef Dick und Rolf Offermanns: Der Bürgermeister verwies darauf, dass mit den Kameras „nicht Personen überwacht“ würden, sondern Objekte. Was dem Leiter der Korschenbroicher Polizeiwache zufolge im Prinzip auch „jeder Privatmann machen könnte, um sein Eigentum zu schützen.“ Ausdrücklich als „sinnvoll“ begrüßte Wolfgang Lieser (CDU) die Videoüberwachung - was er explizit in seiner Eigenschaft als stellvertretender Direktor des Gymnasiums tat.

Unklar bleibt einstweilen, wie das erst in jüngerer Vergangenheit verstärkt aufgetretene Phänomen eingeordnet werden soll. Reinhard Brieske (CDU) erinnerte daran, dass die Lage in der Stadt „vor einem Jahr noch sehr ruhig“ war, während es nun „umso erschreckender“ sei, „dass uns 70, 80 Jugendliche zu solchen Maßnahmen zwingen.“ Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis betonte, dass „Korschenbroich nicht die Bronx“ und die absolut überwiegende Mehrzahl der Jugendlichen in punkto Randale und Kriminalität völlig unauffällig sei.

Rolf Offermanns machte keinen Hehl aus seiner Skepsis: „Das, was sich in Korschenbroich abzeichnet, wird Zukunft haben“, befürchtet der Polizeihauptkommissar. Ebenso wie bei der Stadt seien auch bei der Polizei „Geld und Personal endlich“, stellte Offermanns fest, der darauf verwies, dass die Verstärkung aus Meerbusch „nur vorübergehend“ sein werde - so kommen zusätzliche Polizisten in Korschenbroich wohl erst nach Weihnachten zum Einsatz.

Quelle: NGZ


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