Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich Etwas für die Bürger und das Gemeinwohl der Stadt Korschenbroich zu tun, trieb sieben ehemalige Kommunalpolitiker schon lange um. Nach rund zwei Jahren der Vorbereitungen, präsentierten sich die Gründungsstifter um Initiator Alfons Kranz vor zehn Wochen erstmals der Öffentlichkeit. Ihr Konzept wurde an vier Abenden in vier Stadtteilen präsentiert. Die engagierte Herren-Riege hatte nicht nur gute Vorarbeit geleistet, sie war auch mit ihrer Präsentation überzeugend.
Denn die erforderlichen 50 000 Euro als Gründungskapital sind deutlich überschritten und gutgeschrieben. Und darüber hinaus konnten schon weitere 30 000 Euro angesammelt werden. „Wir werden auf gute 80 000 Euro kommen“, lautete dann auch die positive Vorabbilanz von Hermann Buchkremer. Er spricht - neben den sieben Gründungsstiftern - von 30 Zustiftern. Zustifter kann jeder werden, der sich mit 500 Euro an der Bürgerstiftung beteiligt. „Weniger geht nicht, mehr natürlich“, so Buchkremer weiter. „Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt.“
Nicht nur Privatpersonen sind bei der „Bürgerstiftung für Korschenbroich“ gefragt. „Unternehmen und Vereine können sich ebenfalls beteiligen“, ging Alfons Kranz im Gespräch mit der NGZ ins Detail. Allerdings merkte er auch ganz deutlich an: „Wir werden als Stiftung nicht die Wünsche der Mitgliedsvereine erfüllen.“
Projekte fördern
Die neue Bürgerstiftung möchte Projekte unter anderem aus der Jugend- und Altenhilfe, der Kunst, der Kultur, des Denkmalschutzes, der Wissenschaft und Forschung, des Brauchtums, des Umweltschutzes, der Stadtentwicklung und des Sports fördern.
Das Stiftungskapital gehört zum Vermögen und darf - laut Kranz - nicht verbraucht werden: „Nur die Erträge dieser Summe dürfen dauerhaft zum Einsatz kommen.“ Da sich in den ersten Jahren aber nicht so eine horrende Summe ansparen lässt, die wiederum entsprechende Erträge abwirft, haben die Gründer auch nach anderen Möglichkeiten gesucht, „um als kleine Stiftung erfolgreich zu werden und zu bleiben“: Neben Spenden sollen Projekt-Patenschaften die Arbeit in Gang bringen. „Ich verspreche mir besonders viel davon und sehe dies für uns alle als eine besondere Chance“, gab sich Kranz dann auch zufrieden, seine Mitstreiter von seiner Idee überzeugt zu haben.
Und die erste Projekt-Patenschaft ist auch schon unter Dach und Fach. Sie erstreckt sich über fünf Jahre und wird von einem örtlichen Unternehmen finanziert. Das Stichwort Bildung ließen sich Alfons Kranz und Hermann Buchkremer noch entlocken - aber mehr nicht. „Das Projekt wird am Montag bei der Gründungsversammlung vorgestellt“, warben sie um Verständnis.
Wenn um 18 Uhr im Liedberger Landgasthaus mit Hermann Buchkremer, Alfons Kranz, Hermann-Josef Kronen, Kurt Maassen, Wilderich Graf von Spee-Mirbach, Willi Schellen und Günter Wappenschmidt die Gründungsstifter zusammenkommen, werden zunächst der Stiftungsrat und der Stiftungsvorstand gewählt, bevor einzelne Vorhaben angesprochen werden. „Wir möchten mit der Stiftung den Gemeinschaftsgeist in unserer Stadt festigen und verbessern“, fasste Kranz die Zielsetzung zusammen.
„Ich glaube, es wird uns gelingen, die Bürger für die Mitgestaltung ihres Umfeldes zu begeistern. Sie müssen erkennen und verstehen, dass es sich lohnt, hier zu leben. Wenn wir mit der Stiftung ein Klima schaffen, das über die Stadtgrenzen hinaus eine positive Ausstrahlung entwickelt, haben wir unsere Arbeit gut gemacht.“
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