Korschenbroich (NGZ). Gelassen reagierte CDU-Fraktionschef Ansgar Heveling jetzt auf die Aktion von Albert Richter. Der Sozialdemokrat hatte - außer der CDU - alle Ratsfraktionen zusammengetrommelt, um den städtischen Haushalt zu beraten.
Korschenbroich Mit diesem ersten „runden Tisch“ - ein Novum in der Korschenbroicher Kommunalpolitik - hatte Albert Richter zunächst auch mehr vor.
Seine Idee, aus dieser Runde einen „festen Kreis“ - vergleichbar mit einer Kooperation wachsen zu lassen - ging aber ebenso wenig auf wie seine Mehrheiten-Beschaffungsaktion.
Da bei den verabredeten Beschluss-Vorschlägen zu den Themen Stadtratsgröße, Grundwasser und Baugebiet Neersbroicher Feld nicht immer alle der fünf versammelten Fraktionschefs mitstimmten, braucht sich die CDU für die beiden anstehenden Hauptausschuss-Sitzungen und die sich anschließende Ratssitzung keine großen Sorgen machen.
CDU-Fraktionschef Ansgar Heveling erklärte dann auch am Freitag auf Anfrage der NGZ: „Gemeinsam zu tagen, das ist deren eigene Entscheidung, die habe ich überhaupt nicht zu werten.“
Allerdings räumte Heveling sehr wohl ein: „Natürlich nehme ich diesen Vorgang ernst, aber für uns als CDU wird sich durch diese Vorgehensweise an unserer politischen Linie nichts ändern.“ Zudem merkte er an: „Es ist nichts Ungewöhnliches, dass sich Fraktionen zusammentun und miteinander reden.“
Mit Begriffen wie Angst oder Beunruhigung konnte Heveling in diesem Zusammenhang nichts anfangen. Jeder dürfe doch mit jedem reden, gab er wiederholt für die Politik zu bedenken.
Außerdem hätten die drei verabredeten Beschluss-Vorschläge zu der Zahl der Ratsmitglieder, zum Grundwasser und zum Neersbroicher Feld keine neuen Positionen hervorgebracht. Für Heveling also nichts Neues.
Und zum Kooperationspartner UWG versicherte er: „Da brauche ich mir keine Sorgen machen, die Kooperation mit der UWG besteht nach wie vor.“ Die Wählergemeinschaft wolle - ebenso wie die Union - die Umsetzung dieses Baugebietes.
Selbst wenn bei der Abstimmung nur eine Stimme die Entscheidung herbeiführe, ist für den 35-Jährigen klar: „Mehrheit ist Mehrheit, ist sie auch noch so knapp.“ Dass die UWG in der Frage der Ratsgröße auf Reduzierung setzt, während sich die CDU für 44 Ratsmandate und 22 Wahlkreise stark mache, sei bekannt.
Wird die CDU-Ratsfraktion ab sofort ihre eigene Arbeit mehr hinterfragen? Für Heveling gibt’s da kein Mehr und auch kein Weniger: „Man muss seine Arbeit immer hinterfragen, aber das wird nicht von außen diktiert.“ Als indirekten Auftakt in den Vorwahlkampf wollte er dann auch die „große (Fraktions-)Runde“ nicht verstanden wissen.
Für die Korschenbroicher CDU erklärte Heveling, der als Referent beim NRW-Finanzminister Linssen als „Beamter auf Lebenszeit“ arbeitet: „Die inhaltlichen Vorbereitungen für die Kommunalwahl werden langsam anlaufen.“
Die Fragen, ob Bürgermeister Heinz Josef Dick eine dritte Kandidatur anstrebe oder er selber seinen Hut als Bürgermeister-Kandidat in den Ring werfe, wurden unbeantwortet auf die zweite Jahreshälfte verschoben: „Unser Bürgermeister heißt Heinz Josef Dick. Die Frage der Kandidaten stellt sich innerhalb der CDU zurzeit nicht.“
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