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Korschenbroich: Denn doppelt betet, wer gut singt

VON SASCHA WICHMANN - zuletzt aktualisiert: 13.04.2008 - 22:24

Korschenbroich (NGZ). Die Gründung des allgemeinen deutschen Cäcilienvereins im Jahre 1867 gilt vielen Kirchenmusikern noch heute als entscheidende Weichenstellung in der Organisation der geistlichen Lithurgie.

Gratulierten zum Jubiläum des traditionsreichen Kirchenchores (v.l.): Dieter 
Schulz, Irmgard Asmussen, Manuela Püllen, Doris Bovelet und Franz Münch vom 
Vorstand „Cäcilia“ Glehn sowie Chorleiter Paul van de Weyer und Pfarrer Michael 
Tewes.  Foto: NGZ
Gratulierten zum Jubiläum des traditionsreichen Kirchenchores (v.l.): Dieter Schulz, Irmgard Asmussen, Manuela Püllen, Doris Bovelet und Franz Münch vom Vorstand „Cäcilia“ Glehn sowie Chorleiter Paul van de Weyer und Pfarrer Michael Tewes. Foto: NGZ

1908 gegründet, feierte der Kirchenchor „Cäcilia“ Glehn jetzt stimmgewaltig seinen 100. Geburtstag .

Glehn „Die Messe war wirklich wunderbar, und auch das stimmliche Volumen war vorhanden“. So lautete das Fazit von Pfarrer Michael Tewes in seinen Grußworten im Anschluss an die gehaltene Messe aus Anlass des 100. Geburtstages des Kirchenchores „Cäcilia“ Glehn.

In der Tat waren die Bänke in St. Pankratius am Sonntagmorgen trotz des eher trüben Wetters gut gefüllt. „Es müssen etwa 300 Leute da gewesen sein“, vermutete denn auch Franz Münch, der zusammen mit seinen Mitstreitern schon seit Monaten auf diesen Tag hin gefiebert hatte.

„Es gab gleich mehrere Proben für den heutigen Tag. Wir haben im Sommer letzten Jahres mit den Vorbereitungen begonnen“, erinnerte sich das Chormitglied Hubert Rothausen. Zusammen mit Franz Münch und Josef Buchkremer brachte er schon im Vorfeld des „Hundertsten“ eine umfassende Festschrift heraus, die nicht nur über den Chor selbst, sondern auch über viel Wissenswertes in dessen Umfeld zu berichten weiß.

Info

Tongewaltiger Jubilar

Nicht nur der Kirchenchor feiert in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen. Auch die Orgel von St. Pankratius blickt in diesen Tagen auf ein ganzes Jahrhundert abgehaltener und vertonter Messen zurück. Im ländlichen Bereich fand die „Königin der Instrumente“ im 17.Jahrhundert ihren Durchbruch. Nach dem Verlust der ersten Orgel konnte durch eine Spende des damaligen Glehner Pfarrers Hermkes 1907/08 die noch heute in Dienst befindliche Klais-Orgel angeschafft werden.

Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Montag ein Porträt über Magdalena Birkmann.

Die Gründungsurkunde des bis heute sehr agilen und auch reisefreudigen Chores ist in Form einer Abschrift ebenfalls in dem 55 Seiten starken Heft zu finden. „Das Original ist in meinem Besitz“, so Franz Münch im Gespräch mit der NGZ.

Überhaupt steht das Bewahren von Traditionen und Brauchtum bei den Mitgliedern von „Cäcilia“ Glehn an oberster Stelle. Dies hob auch Bürgermeister Heinz Josef Dick in seinem Grußwort hervor: „Der Kirchenchor „Cäcilia“ in Glehn ist nicht nur als Traditionsträger sondern auch als Teil des sozialen Netzes auf dem unsere Arbeit basiert, unentbehrlich“.

Zu den Gratulanten zählten neben der Chor-Vorsitzenden, Doris Bovelet auch Vertreter des Kirchenvorstandes und des Pfarrgemeinderates. Musikalische Unterstützung im Anschluss an die gemeinsam von den Chören „Cäcilia“ Glehn sowie „Cäcilia“ Holzheim, sowie vier Solisten gestaltete Messe lieferte eine vierköpfige Delegation des Kammerorchesters Neuss.

Das musikalische Motto, ganz vom Werk Wolfgang Amadeus Mozarts geprägt, ging auf die Initiative der agierenden Kirchenchöre als auch ihres Leiters, Paul T.J. van de Weyer, zurück.

Neben den offiziellen Rednern äußerte sich auch Heinz-Hubert Brenner, Vorsitzender des Kirchenchores „Cäcilia“ Holzheim sehr positiv über die Gestaltung des Festtages und versicherte, dass die enge Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den beiden Chören auch in Zukunft Bestand haben wird. „Wir leisten gerne Unterstützung und haben dies schon an Ostern getan“, so Brenner im Gespräch mit der NGZ.

Tatsächlich ist diese Unterstützung für „Cäcilia“ Glehn in den vergangenen Jahren überaus wichtig geworden. Der Chor leidet unter erheblichem Nachwuchsmangel. Viele Mitglieder befürchten das Ende des traditionsreichen Kirchenchores, der seit seiner Gründung durch Wilhelm Wessig im Jahre 1908 schon so manche Krisenzeit überstehen musste.

Nun ist es an der Zeit, sich Gedanken um die Zukunft des Kirchenchores zu machen, wollen die Beteiligten die gesellige und von zahlreichen Aktivitäten geprägte Institution nicht unwiederbringlich verlieren.

In seinen Grußworten bekräftigte auch Pfarrer Michael Tewes noch einmal die große Rolle von „Cäcilia“ Glehn im Gefüge der Gemeinde: „Das Singen ist doppeltes Beten und lithurgischer Dienst. Für mich gehört der Gesang unserer Chöre ganz elementar zu jeder Messe dazu“.

Quelle: NGZ


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