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Korschenbroich: Die Kultur ganz neu aufstellen

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 07.12.2007 - 21:55

Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich Wenngleich auch im Bereich der Kultur ohne Moos nichts los ist, lässt sich auch mit bescheidenen Mitteln eine Menge auf die Beine stellen, wie das Kulturamt der Stadt seit Jahr und Tag schlagend unter Beweis stellt. Die Tatsache, dass angesichts der Finanzsituation Korschenbroichs auch in den kommenden Jahren nicht mit einer Erhöhung des Budgets zu rechnen ist, hindert Kulturamtsleiterin Michaele Messmann keineswegs daran, den Blick über das unmittelbare Tagesgeschehen hinaus zu richten und sich Gedanken über „Visionen und Ziele für die Kultur in Korschenbroich“ zu machen, die sie jetzt dem Ausschuss für Kultur, Familie und Soziales vorstellte.

Kabarettist Jürgen Becker in Korschenbroich: Er tritt am 13. Juni in der Aula auf. Foto: NGZ
Kabarettist Jürgen Becker in Korschenbroich: Er tritt am 13. Juni in der Aula auf. Foto: NGZ

Für das Jahr 2015 schwebt ihr eine heimische Kulturszene vor, die mit ihren Veranstaltungen sowohl eine breite Bevölkerungsschicht anspricht, zugleich jedoch „innovative Angebote bereithält, die es in der näheren Umgebung nicht gibt“, um Korschenbroich auch „für Kulturinteressierte in der Region attraktiv“ zu machen.

Intensiviert werden soll daher die Kommunikation über Kultur ebenso wie die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Organisatoren und Programmgestalter. Langfristig müsse auch der Vermarktung des Produktes „Kultur“ mehr Bedeutung beigemessen werden, spricht sich die Leiterin des Kulturamts für ein forciertes Marketing aus.

Nicht nur Kinder und Jugendliche sollen verstärkt an die Kultur herangeführt werden, eine zunehmend bedeutsamere Zielgruppe sind auch die Senioren. Zum Kulturangebot Korschenbroichs kann es für Michaele Messmann künftig jedenfalls auch gehören, allen Interessierten „einen Theater- oder Museumsbesuch in einer der umliegenden Großstädte zu ermöglichen“.

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Kultur-Highlights

Auch im kommenden Jahr gibt es wieder ein umfassendes und interessantes Kulturangebot: Vom 24. Mai bis 8. Juni etwa erblüht der Korschenbroicher Kunstfrühling bereits in seiner fünfter Auflage. Großen Zuspruchs erfreut sich die Kabarettreihe nicht nur dann, wenn Jürgen Becker (13. Juni) in Korschenbroich auftritt. Die mittlerweile 31. Internationale Orgelwoche in Korschenbroich steht für die Zeitspanne vom 7. bis 14. September wieder auf dem Veranstaltungskalender der Stadt Korschenbroich.

Um die neu zu setzenden Akzente mit gebührendem Nachdruck zu versehen, soll 2009 zum „Kulturjahr“ werden, kündigte Michaele Messmann jetzt im Fachausschuss an: Monatliche Events für Jung und Alt werden zusätzlich zum bisherigen Angebot der Vereine ins Auge gefasst. Denkbar ist nach Messmanns Worten neben einem gemeinsamen Konzert der Chöre und einem kleinen Literatur-Festival ein sommerlicher Jahrmarkt für Kinder ebenso wie eine „Night of the Proms“, eine Open-Air-Veranstaltung oder eine Comedy-Nacht.

In jedem Fall wollen die Verantwortlichen mit dem „Kulturjahr 2009“ Pflöcke mit Langzeitwirkung einschlagen: „Kultur soll danach in Korschenbroich eine andere Rolle spielen, neu aufgestellt werden, um die Visionen für 2015 zu erreichen“, beschreibt Michaele Messmann die mit dem Kulturjahr 2009 verfolgte Absicht.

Kunstfrühling: Ägyptische Visionen von Manfred Mangold. NGZ-Archiv: L. Berns Foto: NGZ

Die Kulturpolitiker der Stadt Korschenbroich rief Michaele Messmann dazu auf, ihren Bericht über die Strategien und Ziele für die Korschenbroicher Kulturpolitik „sehr kritisch zu lesen“, wobei sie die Hoffnung hegt, dass mit vereinten Anstrengungen „zumindest ein Teil davon zu erreichen ist“. Vorbereiten sollte das Kulturjahr 2009 nach Messmanns Vorstellungen eine Projektgruppe unter Federführung des städtischen Kulturamtes. Neben Schulen und Kindergärten sollen daran die Volkshochschule und das Katholische Bildungswerk ebenso beteiligt werden wie die Kreisjugendmusikschule, Büchereien, Verbände und die Wirtschaft. Auch die Politik ist natürlich mit im Boot und last but not least sind auch die Künstler selbst gefragt.

Ausschussvorsitzender Ansgar Heveling sieht in dem Bericht der Amtsleiterin „wichtige Impulse“ für die Kulturpolitiker, die im kommenden Jahr im Detail in die Beratung einsteigen wollen.

Fotos
Ist traditionell auch ein Ort für Ausstellungen: die Niederrhein-Klinik. M. Reuter Foto: NGZ
War auch schon im Korschenbroicher „Kul-tursalon“ zu Gast: Boris Mattern. Foto: NGZ
Quelle: NGZ


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