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Korschenbroich: Die Nacht der Kampfkünste

VON RUDOLF BARNHOLT - zuletzt aktualisiert: 19.08.2007 - 21:30

Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich Ob japanisches Kampftrommeln oder Kampftechniken der Bauern Okinawas - die Sandokan-Gala in der Aula des Korschenbroicher Gymnasiums war eine „Nacht der Kampfkünste“ und ganz nebenbei auch eine sehr kurzweilige Unterhaltung.

Auch die „Minis“ konnten in der Nacht der Kampfkünste den einen oder anderen Schwarzgurtträger auf die Matte legen. Denn neben der authentischen Präsentation von Kampftechniken kam auch der Spaß nicht zu kurz.  Foto: Lothar Berns
Auch die „Minis“ konnten in der Nacht der Kampfkünste den einen oder anderen Schwarzgurtträger auf die Matte legen. Denn neben der authentischen Präsentation von Kampftechniken kam auch der Spaß nicht zu kurz. Foto: Lothar Berns

Vor mehr als 300 Zuschauern präsentierten vor allem Schülerinnen und Schüler des Karatevereins Sandokan von Didi Haas, was sie so alles gelernt haben. Der Meister höchstpersönlich hatte ebenfalls seine Auftritte.

Artur Krieger aus Düsseldorf war der älteste Teilnehmer: Mit seinen 78 Jahren zeigte er die so genannte Katta, den Kampf gegen mehrere Gegner.

Der frühere Boxer, der einst als Chauffeur Düsseldorfs Oberbürgermeister fuhr, hat seine Kampfkünste bereits im wahren Leben, sehr zur Überraschung der Angreifer, anwenden können.

„Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, gestand der rüstige Senior. Damit befand er sich in bester Gesellschaft: Didi Haas senior war vor dem Auftritt nicht ansprechbar, auf der Bühne schien die Anspannung dann aber gewichen zu sein.

Info
Karateverein Sandokan

Der Karateverein Sandokan von Didi Haas hat einige 100 Schülerinnen und Schüler, vom Kind im Vorschulalter bis zum Rentner, vom Arbeiter bis zum Akademiker. Zum Angebot des Vereins gehören die unterschiedlichsten Kampftechniken ebenso wie HipHop und chinesische Gesundheitsbewegung Tai-Chi.

Vielleicht lag’s daran, dass er eine tolle Moderatorin hatte: Lea Hühren, Trägerin des Grünen Gürtels, führte gekonnt durch das Programm.

Die Zuschauer bekamen viel zu lachen, vor allem, als Didi Haas und seine Mitstreiter mit konzentrierten Hieben für Kleinholz sorgten. „Wer einen offenen Kamin hat, kann sich anschließend melden“, so Lea Hühren ungerührt.

Aber es gab auch sehr ernste Momente: Beispielsweise, als Thomas Enderlein die Arbeit der Elterninitiative der Düsseldorfer Kinderkrebsklinik vorstellte, die von den Einnahmen des Kampfkunst-Events profitieren wird.

Marcel, Thomas Enderleins Sohn, war Karateschüler von Didi Haas, bis er an Krebs erkrankte und mit Alter von neun Jahren verstarb. Die Performance von Lahcen von der Dragon School in Düsseldorf hatte es in sich.

Was recht meditativ und beschaulich begann, gipfelte in einen Trommelwirbel auf der Riesen-Trommel. Zu den Gästen von auswärts, die jetzt auf die Bühne durften, gehörten die Samba-Gruppe Unidas aus Düsseldorf und „Kaarstmore Breakdance“, die mit ihren artistischen Einlagen begeisterte.

Neben diesen Gästen dominierten die „Eigengewächse“, die den Zuschauern so ziemlich alle Facetten der fernöstlichen Kampfkünste präsentierten. Das gefiel neben dem Breakdance vor allem den jüngeren Zuschauern.

Der coole Showfight und die Hip-Hop-Tanzgruppen - sie rissen die Besucher förmlich mit, da wurde kräftig im Takt geklatscht. Athletische und sehnige Körper tauchten da auf der Bühne auf, was für den einen oder anderen Besucher Anreiz genug gewesen sein mag, mal zu überlegen, ob Karate nicht auch für ihn das Richtige sei.

„Der Schwertkampf“, so Didi Haas, „steigert Aufmerksamkeit und Wachsamkeit“: Und schon flogen die Schwerter durch die Luft, begleitet von für Laien undefinierbaren Kampfschreien.

Immer wieder bearbeitete auch Didi Haas die Trommeln, gern ließ er sich mal von einer Karatekämpferin im Grundschulalter besiegen. Und er zeigte mit seinen Söhnen Benny und Didi jr. auch einen Kampf in Zeitlupe.

 Die drei Stunden gingen dagegen rasend schnell zu Ende - sicheres Indiz dafür, dass der Abend interessant und unterhaltsam war.

Quelle: NGZ


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