Korschenbroich (NGZ). Während viele Kommunen noch orientierungslos auf den Demographischen Wandel zusteuern, sind in Korschenbroich längst die Weichen für die "neue Zeit" gestellt. Die Ergebnisse werden im April präsentiert.
Neue Aufgaben
Der Demographische Wandel stellt die Städte vor neue Aufgaben, da sich die Folgen auf alle Handlungsfelder auswirken. Das betrifft Politikfelder wie Schule, Verkehr, Gesundheit, Altenhilfe, Kindergärten, technische Infrastruktur wie die Vereine. Durch die zurückgehenden Bevölkerungszahlen sind besonders die kommunalen Finanzen betroffen.
Korschenbroich Die Bevölkerungsstruktur verändert sich gravierend. Die Zahl der jungen Wilden nimmt ab, die der energiegelandenen Senioren nimmt rapide zu. Der Anteil der Bürger über 60 Jahren steigt allein in Korschenbroich bis zum Jahre 2020 um 23 Prozent. Für die Stadt nichts Neues. Sie befasst sich seit fast zwei Jahren mit dem Themen "Demographischer Wandel". Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, wurden bereits vor einem Jahr drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich seither mit der umfassenden Themenstellung beschäftigen.
Bürgermeister Heinz Josef Dick spricht von einer großen Herausforderung. Der Zug in die Zukunft hat bereits Fahrt aufgenommen. Einiges wurde aus Sicht des Bürgermeister bereits eingestielt. Hier denkt Dick unter anderem an die Absenkung der Bordsteinkanten in Kreuzungsbereichen, die durch das von der Bundesregierung aufgelegte Konjunkturpaket II aktuell umgesetzt werden. Die Stadt hat im Vorjahr zeitnah reagiert, so dass die Maßnahme bereits Ende August in Angriff genommen wurde. In Steinhausen wurden erste Bordsteine abgesenkt und so genannte Blindenplatten als Orientiertungshilfen verlegt. Barrierefreiheit ist an 128 Stellen im Stadtgebiet geplant. Dafür gibt's für die Stadt 517 000 Euro.
Aber das ist aus Dicks Sicht auch nur ein Aspekt. Er ist auf die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen – Generationsverbindende Projekte, Wirtschaft und Arbeit sowie Infrastruktur und Wohnen – gespannt.
Mit der Frage "Wie stellen Sie sich die Stadt 2020 vor?" befassen sich seit einem Jahr interessierte Ehrenamtler. "Wir als Stadt sorgen lediglich für die Organisation, die Tagungsräume und die Protokolle", so Heinz Josef Dick (60).
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen – die Wünsche, Ideen und Anregungen – sollen Anfang März untereinander präsentiert werden. Die offizielle Vorstellung ist laut Dick für den 13. April in der Alten Schule geplant. Um keine Zeit zu verlieren, wird der Hauptausschuss die Vorstellungen der drei Arbeitskreise bereits am 22. April beratend aufgreifen.
Für Wolfgang Powroslo (67) gehören zu dem neuen Konzept aber auch konkrete Maßnahmen. Mit dem Tauschring will seine Gruppe "Generationsverbindende Projekte" dann auch direkt ein Signal aussenden. "Wir wollen mit konkreten Leistungen Alt und Jung zusammenbringen", so der frühere Schulleiter. Hier reicht die Bandbreite vom Babysitten und Rasen mähen über Nachhilfe bis hin zum Einkauf. "Dafür muss jeder bereits sein, Zeit zu investieren." Weiter wollte Powroslo der offiziellen Präsentation nicht vorgreifen.
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