Korschenbroich (NGZO). Trotz des neuerlichen Wintereinbruchs versammelten sich gestern Abend gut 500 Gäste in der Aula des Gymnasiums. Sie waren der Einladung zum 18. Neujahrsempfang der Korschenbroicher Bruderschaften gefolgt.
Für die beiden Korschenbroicher Bruderschaften – St. Sebastianus und St.-Katharina-Junggesellen – hat der Neujahrsempfang eine lange Tradition. Gestern nun lenkte Junggesellen-Präsident Marc Venten seinen Blick nicht nur auf ein neues Jahr, sondern auf ein neues Jahrzehnt. In seiner Festansprache ließ er die Entwicklung der neuen Medien Revue passieren, skizzierte die Abhängigkeiten von der elektronischen Datenverarbeitung, sprach die schnellen Handy-Grüße zum Weihnachtsfest ebenso an wie das Problem zum Jahreswechsel mit den Kreditkarten am Geldautomaten.
Venten beschrieb mit unterschiedlichen Bildern eine Zeit im Wandel, der man sich kaum noch verschließen könne. Für Venten ist klar: Wer teilhaben will am Fortschritt, am Wandel der Zeit, "der muss sich auch der Möglichkeit der modernen Kommunikationsmittel bedienen". Dies bedeute aber längst nicht, alles Bewährte aufzugeben: "Es ist unsere eigene Kultur, um deren Erhalt wir uns – trotz allen Fortschritts – bemühen müssen." Die Bruderschaften seien da auf einem guten Weg, erinnerte er an ihren Leitsatz "Für Glaube, Sitte und Heimat". Um die Bodenständigkeit der Korschenbroicher einmal mehr zu unterstreichen, rief er allen auf Platt zu: "E jlöcksellisch nöi Johr."
Neujahrskonzert
Das hochkarätige Rahmenprogramm wurde vom Männerchor Cäcilia Korschenbroich unter der Leitung von Karin Kreuels-Hülser und von der Musikkapelle Kleinenbroich unter der Leitung von Wilhelm Junker gestaltet.
Für Sebastianer-Präsident Peter Schlösser, der alle Ehrengäste – angefangen von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bis hin zu den beiden amtierenden Königen Bodo von Tongeln mit Königin Silvia (Sebastianer) und Bernd Scheufeld mit Königin Kristina (Junggesellen) – begrüßte, gab sich optimistisch. Sein Appell: "Gemeinsam sind wir stark. Zeigen wir, dass uns unsere Mitmenschen nicht gleichgültig sind." Dies war auch für Bürgermeister Heinz Josef Dick ein Anknüpfungspunkt. Auch wenn er zunächst die Auswirkung der Finanzkrise für die Stadt skizzierte, versprach er – trotz aller Widrigkeiten: "Wir werden auch mit diesen Rahmenbedingungen fertig werden und unsere Stadt für die Zukunft fit halten." Und als Glehner schloss er sich den Wünschen von Marc Venten an: "E jlöcksellisch nöi Johr."
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