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Korschenbroich: Ein Scherfhausener geblieben

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 05.08.2007 - 21:30

Korschenbroich (NGZ). Scherfhausen Geradezu weihnachtliche Dimensionen erreichte am Sonntag die Besucherzahl bei der Sonntagsmesse in der Glehner Pfarrkirche St. Pankratius.

Strahlendes Jubiläum: Pater Anton Buchkremer (Mitte) wurde vor 50 Jahren zum Priester geweiht. Die Sonntagsmesse erreichte am Sonntag weihnachtliche Dimensionen.  Foto: Lothar Berns
Strahlendes Jubiläum: Pater Anton Buchkremer (Mitte) wurde vor 50 Jahren zum Priester geweiht. Die Sonntagsmesse erreichte am Sonntag weihnachtliche Dimensionen. Foto: Lothar Berns

Ein gutes Dutzend Priester, die die Eucharistiefeier zelebrierten, sind auch nicht eben die Regel: Möglich machte es das Goldene Priesterjubiläum von Pater Anton „Toni“ Buchkremer.

Gefeiert hat er den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe bereits vor kurzem im Kloster Knechsteden, wo der Spiritaner am 21. Juli 1957 geweiht wurde.

Am Sonntag machte dem gebürtigen Scherfhausener nun seine Heimatgemeinde ihre Aufwartung - und konnte gleich zwei weiteren Geistlichen gratulieren.

Pfarrer Michael Tewes feierte am Sonntag nämlich ebenso Geburtstag wie sein Vorgänger Johannes Issels, der gut zwei Jahrzehnte an St. Pankratius gewirkt hat.

Info

Zwei Ordenspriester

Eigentlich hätte die Gemeinde St. Pankratius gestern zwei Scherfhausener Priestern gratulieren wollen: Pater Heinz Püllen, der sich nach dem Abitur den Oblaten angeschlossen hatte, erlebte zwar den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe am 7. April. Lange Zeit in Österreich tätig, ist Pater Püllen jedoch am 16. Juni im Alter von 77 Jahren verstorben.

Auch wenn er seit Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland lebt, ist der Kontakt zu Scherfhausen für Anton Buchkremer nie abgerissen - was angesichts von acht Geschwistern, die zum Teil auch noch hier ansässig sind, nicht verwunderlich ist.

Mit gut 80 Mitgliedern war die Großfamilie Buchkremer gestern denn auch besonders stattlich unter den Gratulanten vertreten, die sich nach dem Gottesdienst im Pfarrheim versammelten.

Für Anton Buchkremer stand sein Berufsziel schon relativ früh fest: Am Neusser Quirinus-Gymnasium gehörte er zu einer größeren Gruppe, die Theologie studieren wollte.

Bei verschiedenen Orden in der Umgebung haben sie sich umgesehen, und Anton Buchkremer entschied sich für die Spiritaner in Knechtsteden, an deren Ordenshochschule er seine an der Gregoriana in Rom abgeschlossenen Studien begann.

Von 1960 bis 1962 wirkte er als Dozent für die Heilige Schrift an der Knechtstedener Ordenshochschule und seither ist er nach Deutschland nur noch im Urlaub zurückgekehrt.

Heimweh war ihm gleichwohl stets fremd: „Ich wollte Missionar werden, ich wollte raus“, beschreibt er den mit der Wahl des Priesterberufs verbundenen Wunsch, der sich ihm erfüllen sollte.

Einem vertieften Studium in Rom folgte ab 1967 ein siebenjähriger Aufenthalt im Senegal, wo der Bibel-Experte als Dozent am dortigen Seminar der Spiritaner tätig war.

Seit 1975 wirkt Anton Buchkremer mittlerweile in Brasilien, wo er neben seiner Lehrtätigkeit in Sao Paulo elf Jahre lang Pfarrer von Santa Domitilla gewesen ist.

Nach der Gründung der brasilianischen Spiritanerprovinz 1990 wurde er Direktor der lokalen Wallfahrtsstätte „Unser liebe Frau von Salete“ und ist dort seit 1991 auch Kaplan.

Die Möglichkeit zur Rückkehr stünde ihm zwar offen, doch Buchkremer will in Brasilien bleiben: „Es macht mir nach wie vor viel Spaß.

Ich kann zwar nicht mehr alles machen, aber ich kann noch vieles machen“, sagt der 76-Jährige, der alle zwei Jahre für 60 Tage in Scherfhausen Urlaub macht, wo sein Bruder Werner und dessen Frau im elterlichen Haus der Buchkremers leben.

Drei Monate Urlaub wären dem agilen Geistlichen eher zuviel: „90 Tage ohne die feste Arbeit ist ein bisschen zu lang“, meint Anton Buchkremer.

So unterschiedlich die Kulturen sein mögen, eines steht für den weitgereisten Priester 50 Jahre nach seiner Weihe fest: „Die Leute sind gut, wenn man die paar Schweinehunde wegnimmt, die es überall gibt.“ Am 13. August reist er zurück nach Brasilien.

Quelle: NGZ


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