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Korschenbroich: Erste Erfolge gegen Vandalismus

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 13.02.2008 - 17:15

Korschenbroich (NGZ). Der enge Schulterschluss zeigt Wirkung. „Die Zahl der Übergriffe hat abgenommen. Das gemeinsame Handlungskonzept hat erste Erfolge“, erklärt Rolf Offermanns, Leiter der Polizeiwache Korschenbroich, auf Anfrage der NGZ. Vor knapp drei Monaten hatten die Stadt mit Ordnungs- und Schulamt, die Polizei und das Kreisjugendamt eine enge Kooperation mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen vereinbart, Ziel ist es, dem Vandalismus von Jugendlichen in Korschenbroich Einhalt zu gebieten. Auch Schulleiter sind ins Konzept einbezogen.

Die Polizei wurde verstärkt, zeigt im Ortskern deutlich mehr Präsenz - dieses Gespräch mit den Polizisten Jürgen Verjans (l.) und Jürgen Steinberg ist allerdings gestellt. Künftig soll auch ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs sein.  Foto: NGZ
Die Polizei wurde verstärkt, zeigt im Ortskern deutlich mehr Präsenz - dieses Gespräch mit den Polizisten Jürgen Verjans (l.) und Jürgen Steinberg ist allerdings gestellt. Künftig soll auch ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs sein. Foto: NGZ

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt als zuständige Ordnungsbehörde bis November allein 89 Vandalismusschäden registriert. „Schon vor zwei Jahren fielen Jugendliche auf, die beispielsweise Flaschen zerbrachen, Spielplätze ,vermüllten’. Wir drückten ihnen eine Mülltüte in die Hand, und sie folgten noch unserer Aufforderung, aufzuräumen. Im vergangenen Jahr waren sie dagegen beratungsresistent“, schildert Offermanns. Die Schäden und Pöbeleien im Ortskern von Korschenbroich mehrten sich, auch zu Schlägereien kam es. Bei einem größeren Einsatz im Sommer musste die Polizei gegen eine randalierende Gruppe einen Polizeihund einsetzen. Behörden, Ordnungskräfte und Politik setzten sich zusammen, entwickelten ein Konzept.

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Videokameras

Auch im Zuge der Etatberatungen wird sich die Politik mit dem Thema befassen.
Im Haushalt sollen nämlich circa 20 000 Euro für Videokameras zum Schutz mehrerer Schulgebäude vor Vandalismus bereitgestellt werden. Der Hauptausschuss hatte das Projekt mit Mehrheit gebilligt - nach Kritik von SPD, FDP und Grünen.

Nun gibt es erste Ergebnisse. „Die Polizei hat die Präsenz deutlich verstärkt - mit Fußstreifen sowie mit Zivilbeamten in Autos“, sagt Rolf Offermanns; Leiter der Korschenbroicher Polizeiwache. „Damit wollen wir das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken, die sich angesichts der Jugendgruppen unwohl fühlen, auch wenn es zu keinen Übergriffen kommt.“ Der Wachleiter sieht durch die personelle Verstärkung und vermehrten Streifen erste Erfolge. „Auf den Schulhöfen und Spielplätzen ist jetzt Ruhe eingekehrt. Und seit der Verstärkung vor drei Wochen brauchten wir noch keine Strafanzeige aufgrund von Vandalismusschäden zu stellen.“ 2007 waren es bis November immerhin neun gewesen.

Außerdem beobachtet der Wachleiter, dass die früher größere Zahl der Mitläufer deutlich gesunken ist. „Wir haben es nur noch mit einem harten Kern von etwa zehn bis 15 Jugendlichen etwa zwischen 15 und 20 Jahren zu tun. Und bei Gesprächen mit den Jugendlichen bemerken wir ein Umdenken, der Groschen ist allmählich gefallen“, so Offermanns. „Die Jugendlichen haben das Recht, sich in der Stadt aufzuhalten, doch sie müssen sich benehmen.“

Die meisten der 2007 registrierten Verstöße fallen in den Zuständigkeitsbereich des Ordnungsamtes. Bürgermeister Heinz Josef Dick hält es noch für verfrüht, um Bilanz zu ziehen. „Wir wollen erst einmal in Ruhe arbeiten und zu einem späteren Zeitpunkt Resumee ziehen.“ Ein wichtiger Baustein im Konzept: Im Ordnungsamt wurde jetzt eine neue Stelle für den Außendienst besetzt. Der Mitarbeiter soll in der Stadt unterwegs sein, nach dem Rechten sehen. Laut Dick wird er zurzeit geschult, soll etwa auch bei Streifen des Ordnungsamts in Mönchengladbach Erfahrungen sammeln.

Dritter im Bunde ist das Kreisjugendamt am Kirsmichhof. „Wir übernehmen die pädagogische Begleitung“, erklärt Jugendamtsleiter Norbert Dierselhuis. Die Kooperation ermögliche einen „sehr zeitnahen Informationsaustausch.“ Das Jugendamt spricht mit Jugendlichen und den Eltern. „Oft wissen Eltern nicht, mit wem ihre Kinder zusammen sind. Und sie kennen häufig nicht die Freizeitangebote, die es für Jugendliche in der Stadt gibt.“ Bei der Mehrzahl der auffallenden Jugendlichen handele es sich nicht um Ausländer oder um Kinder aus sozial schwachen Familien, sondern aus einem mittelständischen Umfeld.

Das Kreisjugendamt bietet Eltern Erziehungshilfen an - „nicht von der Stange, sondern individuell zugeschnitten“, wie Dierselhuis betont. Eines der konkreten Projekte ist eine Elterngruppe, die sich bereits das erste Mal getroffen hat. Auch wenn es zu Jugendgerichtsverfahren kommt, lässt das Jugendamt die Betroffenen nicht allein. „Wenn ein Jugendlicher Einsicht zeigt und beispielsweise einen Vandalismusschaden beseitigt, dann kann unter Umständen das Jugendgerichtsverfahren eingestellt werden - wenn es sich um einen Ersttäter und um leichte Delikte handelt.“

Quelle: NGZ


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