Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich Die Schützenwelt blickt einmal mehr nach Korschenbroich. Am Donnerstagabend reisten rund 200 Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) in der Alten Schule in Korschenbroich an, um sich bei einer rheinischen Vesper auf die Plenarsitzung am Freitag einstimmen zu lassen.
Im Blickpunkt des hochkarätigen Schützen-Treffens steht der Sohn des letzten österreichischen Kaisers, Otto von Habsburg. Der 95 Jahre alte Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Sebastianus in Europa und Protektor der EGS wird am Freitag ab 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas 20 verdiente Schützen zum Ritter schlagen - darunter auch fünf Korschenbroicher. Zum Abschluss der Tagung - am Sonntag - nimmt die „Kaiserlich-Königliche Hoheit“ im Dom zu Aachen feierlich Abschied von ihren Schützen. Dann übergibt der 95-Jährige all seine Schützenämter an seinen Sohn Karl von Habsburg. Die feierliche Übergabe erfolgt dann ab 10 Uhr mit einem Pontifikalamt.
„Wir sind auf dem Weg zum Köln-Bonner Flughafen“, erklärte Ralf Heinrichs am Donnerstagnachmittag auf Anfrage der NGZ. Der Geschäftsführer des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften hatte sich gemeinsam mit seinen Korschenbroicher Vorstandskollegen Friedhelm Pauen und Hans Wienen im Kleinbus auf den Weg gemacht, um den Erzherzog, seinen Sohn, den Kaiser-Enkel Karl und die Privatsekretärin abzuholen.
Ritterschlag
Im Rahmen des Pontifikalamtes wird am Freitag ab 17 Uhr in St. Andreas auch die Investitur neuer Mitglieder des Ritterordens erfolgen. Neben Altbürgermeister Dr. Hans-Ulrich Klose werden auch Hermann-Josef Kronen, Ehrenpräsident der St.-Sebastianus-Bruderschaft, und sein Nachfolger, der heutige Präsident Peter Schlösser neue Sebastianus-Ritter. Gleiches gilt auch für Marc Venten, den Präsidenten der St.-Katharina-Junggesellen, und seinen Vorgänger Thomas Siegers, der das Festkomitee leitet, das das 300-Jahr-Jubiläum organisiert hat.
Noch während des Telefonats gab’s neue Infos. „Frau Demmerle kommt nun doch nicht mit“, teilte Ralf Heinrichs der NGZ direkt mit. Der Korschenbroicher - durch die Ausrichtung manches Bundesschützenfestes stresserprobt - gab sich dann auch gelassen. „So geht das seit Tagen. Das ist längst nicht die erste Änderung.“
Anfangs hatten die beiden Korschenbroicher Bruderschaften - die Sebastianer und die Katharina-Jungggesellen - als Gastgeber der EGS-Herbsttagung mit gut 100 Teilnehmern gerechnet. „Mittlerweile sind wir bei 200. Die Teilnehmerzahl galoppierte sprunghaft in die Höhe“, so Heinrichs. So hatten die Korschenbroicher Organisatoren neben dem Holiday Inn in Mönchengladbach auch noch spontan das Best Western für die Europa-Schützen reservieren lassen. „Allein aus Polen reist eine 40-köpfige Delegation an, die Österreicher sind ebenfalls stark vertreten.“ Heinrichs begründet das große Interesse der Europa-Schützen auch mit der Verabschiedung des Großmeisters Otto von Habsburg.
Und so ist es für den Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg auch ein Pflichttermin, am Freitag in Korschenbroich dabei zu sein. Der Hochmeister, der zuletzt bei „Unges Pengste“ in Korschenbroich beim Junggesellen-Jubiläum zugegen war, wird an der EGS-Plenarsitzung ebenso wie am Stadt-Empfang in der Sparkasse und am Pontifikalamt teilnehmen.
Neben Hochadel und Hochmeister reiht sich ab Freitag auch Professor Vitantas Landsbergis in die Liste der Ehrengäste ein. Der ehemalige Staatschef von Litauen, er hat sein Land nach der russischen Besetzung in die Unabhängigkeit geführt, gehört seit sechs Jahren dem Orden an. „Er wird pünktlich um 12 Uhr zum Empfang eintreffen“, versicherte Friedhelm Pauen. Er, der für die Organisation des Shuttledienstes zwischen Korschenbroich, Mönchengladbach und Aachen verantwortlich zeichnet, wird Landsbergis persönlich in Düsseldorf abholen.
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