„Der Erzbischof ist da.“ (NGZ). Glehn Es ist 17.30 Uhr. Eine dunkelblaue Limousine aus der Münchner Autoschmiede rollt im Schritttempo in Richtung Technologie-Zentrum (TZG). Ein Raunen geht durch die Menschenmenge: „Der Erzbischof ist da.“ Viele hatten sich schon am Nachmittag auf dem Gehweg postiert, um sich einen guten Platz und damit einen sicheren Blick auf den Kardinal zu sichern. „Wir wollen schließlich den Bischof sehen“, war sich ein Grüppchen von Frauen einig. „Wann bekommen wir schon mal so hohen Besuch?“ Und während die Gruppe noch spekuliert - „Wie mag er wohl sein?“ -, stoppt die Limousine wenige Meter vor dem TZG. Der aus Neuss stammende Sekretär Oliver Boss öffnet die Autotür, und ein gut gelaunter Joachim Kardinal Meisner betritt Glehner Boden. Er wirkt aufgeschlossen, freundlich, unkompliziert und winkt in die Menge. Eben volksnah.
Pastor Michael Tewes eilt seinem Dienstherrn entgegen. Es folgt eine freundliche Begrüßung, während die Kirchenmänner den Weg zum TZG zurücklegen. Meisner schüttelt Hände, streicht Kindern über den Kopf und fragt den einjährigen Tim, der ihm von seinen stolzen Eltern Markus und Elke Küppers entgegengehalten wird: „Und, hast Du schon Zähne?“ Antworten kann der Knirps noch nicht, doch er strahlt den Kardinal an, als ob er seine Frage verstanden hätte. Dabei kommen vier winzige Milchzähne zum Vorschein.
Während Kardinal Meisner das Fahnenspalier durchschreitet, erklingen die Posaunen der Messdiener, zudem ertönt die kleine Glocke der St.-Josefs-Hauskapelle. Händeschütteln und Grußworte bestimmen die Szene. „Jetzt gehen wir an die Arbeit“, stellt Meisner spitzbübisch fest und holt eine weiße Schatulle aus seinem Gewand. „Ich habe dem Bürgermeister den Kölner Dom in Silber mitgebracht“, ruft er ins Mikrophon, damit es auch alle mitbekommen. Und beim Überreichen der Medaille spricht er Heinz Josef Dick direkt an: „Dass Sie uns nie vergessen.“
Kostenrechnung
Für die Renovierung der Glehner Pfarrkirche St. Pankratius wurden im Vorfeld 1,25 Millionen Euro veranschlagt, von denen das Erzbistum Köln 676 000 Euro übernimmt. Die Restsumme muss von der Kirchengemeinde in Eigenleistung aufgebracht werden. Der Förderverein kann bereits stattliche 240 000 Euro beisteuern.
Die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt ist für den Kardinal eine Formsache. „So“, meint er, dreht die Kappe des Füllhalters zu und will den Platz verlassen. Keine Chance. Jetzt kommen erst mal die Fotografen zu ihrem Recht. Während der Gast aus Köln in die Kameras lächelt, fragt er locker: „Und, für wen arbeiten Sie?“ Bürgermeister Dick überreicht dem Kardinal einen Buch. „Ist auch ein Scheck drin?“
Mehr zu dem Besuch von Joachim Kardinal Meisner in Glehn lesen Sie in der Montagausgabe der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.
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